Dortmund Live.Tour: Breathing Atmosphere, Isi I & Calli, A'JE, 14.10.2026 in Dortmund, Domicil - Bericht von Fö
Dortmund Live.Tour, 14.10.2026 in Dortmund
Ich finde ja, dass Dortmund mittlerweile ganz gut aufgestellt ist, was Konzertveranstaltungen betrifft. Da geht wirklich viel! Aber an Nachwuchs mangelt es trotzdem. Würde sogar fast sagen, dass es wichtiger wäre, mehr Proberäume zu schaffen, als mehr Auftrittsmöglichkeiten - auch wenn das natürlich ein deutlich schwierigeres Unterfangen ist. Auftritte für lokale Bands sind natürlich trotzdem immer gut, auch wenn es, wie hier, in Form eines Wettbewerbs geschieht. Schön finde ich wiederum, dass nicht wirklich mit Platzierungen gearbeitet wird - zwar gibt es ein Finale, aber keinen wirklichen Hauptgewinn. Die eine Band freut sich bestimmt mehr über die 700€ Anstoßfinanzierung, während die nächste mit 2500€ Studio-Budget mehr anfangen kann und die andere vielleicht einfach nur mal beim Juicy Beats spielen will. Sind doch faire Preise!
Erste Band: BREATHING ATMOSPHERE. Die sah ich letztens erst, so wirklich viel gibt mir dann dieser Auftritt nicht. Geht son bisschen in die Synthpop-Richtung irgendwo zwischen a-ha und HIM. Aber sie haben Fans, die sogar Texte mitsingen! Krass.
Show und Programm eigentlich ähnlich wie vor wenigen Wochen, aber dafür mit nem neuen Song, wenn ich richtig verstanden habe.
Zwischen den Bands gab es bei den Vorentscheiden Kurzinterviews mit den Musiker*innen, beim Finale gibt's dann halt Gespräche mit den Leuten hinter dem Ganzen, also der Jury. Im Gegensatz zu den Vorentscheiden hat das Publikum beim Finale keine eigene Stimme - find ich okay so. Zum einen weil's ja wie gesagt eh keine Platzierung gibt, zum anderen weil so Votings eh selten was über die musikalische Qualität aussagen. Und ne Jury kann vielleicht auch gut einschätzen, wem welcher Preis gut tut. Wir gehen ja nicht davon aus, dass ne Band Studiokosten gewinnt, die eh ein eigenes Studio hat, oder der Juicy-Beats-Auftritt an die geht, die eh schon mal da gespielt haben, oder?
Dann ISI I x CALLI. Musikalisch ein ziemlicher Bruch, hier gibt es Hiphop! Aber dafür stimmt einfach alles. Sympathisches Auftreten, coole Texte, selbstsichere Performance - die fühlen sich sichtlich wohl auf der Bühne! Anders als der Name suggeriert, sind sie zu viert auf der Bühne, es gibt Solo-Songs und gemeinsame, so ganz kann ich das alles nicht auseinander halten. Sind/waren auch Teil des noch größeren Kollektivs Patina Records
Ich fühl mich ein bisschen an Neonschwarz erinnert, mit den oft sehr poplastigen Refrains, die irre gut ins Ohr gehen. Unterhaltsam, aber auch mal deep, immer mal mit kleinen Skits und Einlagen versehen. Das macht gut Stimmung, für mich das Highlight des Abends. Teilweise etwas viel Selbstabfeierei, aber das ist im Hiphop wohl so üblich.
Dann A'JE. Mir bisher nur vom Namen ein Begriff, hab ich irgendwo im Bereich Weltmusik verortet und liege damit gar nicht mal so falsch. Also schon wieder ein musikalischer Bruch! Heute Abend gibt es wirklich überhaupt keinen musikalischen roten Faden, was ich auch sehr erfrischend finde.
4 Leute, 4 Herkünfte: USA, Senegal, Deutschland, Argentinien. Und so bringen auch alle mal Einflüsse ihrer musikalischen Sozialisation mit. Mich würde interessieren ob das alles Eigenkreationen waren. Coversongs sollten doch bei so Wettbewerben ausgeschlossen sein, oder? Aber vielleicht ja auch eigenes Material, falls dem so sei: Respekt! Musikalisch schon ganz spannend, mich catchen die perkussiven Rhythmen, aber da bin ich auch schnell wieder raus. Stimmung macht das jedenfalls mehr als ordentlich.
Kurz darf sich die Jury beraten, dann werden die Preise gezogen. 700€ Bandbudget an Breathing Atmophere, beim Juicy Beats dürft ihr euch an Isi I & Calli freuen, und Studioaufnahmen von A'JE könnten auch bald im Kasten sein. Das traf sich nicht so ganz mit unseren Tipps vorab, aber ist schon okay! Die nächste Dortmund Live.Tour kommt dann in zwei Jahren, im nächsten Jahr ist erstmal der Spielstättenpreis dran, das läuft beides im Wechsel. Und nicht verwechseln mit dem Club-Preis, den gibt es ebenfalls und der ist sogar höher dotiert. Da will ich jetzt kein Fass aufmachen, aber sollte Livemusik nicht mindestens ebenso honoriert werden wie Clubkultur? Nuja, egal. Also, Spielstätten: Lauscher auf!













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