Dieter Jackson:
Touché and Go
Dieter Jackson sind die Rock'n'Roll Band von Affenmesserklampfer Leif und klingen weder nach Dieter Bohlen noch nach Michael Jackson, die ich jetzt einfach mal als Namenspaten einsetze. Vorweg gibt es schonmal dicke Sympathiepunkte für Jon und Ponch auf'm Cover des Debuts "Touché and Go". Ebenfalls sympathisch ist, dass Dieter Jackson zwar die Sorte Rock'n'Roll spielen, der oft als skandinavisch bezeichnet wird, aber ohne die ganzen Klischees auskommt wie Mackertum, Prollsein und Motörhead-Logo. Plötzlich fällt auf, dass das ja auch alles gar nichts mit Musik zu tun hat.
Die Musik ist tatsächlich aus dem Holz, aus dem auch Bands wie Gluecifer und wie sie alle heißen und hießen ihre Lieder schreinerten. Alles sehr lässig abgehangen, gutes Gespür für die richtige Melodie, die richtigen Chöre und unverkrampften Boogie. Mir fällt als Referenz das Spätwerk der seeligen Hellacopters ein, auch wenn Dieter Jackson da nicht ganz rankommen. Eventuell hätte etwas mehr Garagen-Sound der sehr amtlichen aber auch sehr glatten Produktion nicht geschadet. Zwar lässt der Sound Platz für die erwähnten Harmonien, kippt aber an manchen Stellen leicht ins seichte Wasser, weil der Gitarrendruck fehlt.
Fazit: die Platte föhnt einen nicht um, aber das gekonnte Arrangieren von Riffs und Melodien macht das locker wett. Entspannter Rock'n'Roll ohne Cowboystiefel, dafür mit Herz.
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