Hass:
Kacktus
Deutschpunkreunion die 1000ste!
Und in diesem Falle absolut zurecht! Ich geh sogar so weit, dass ich eine freche These aufstelle: "Kacktus" ist das beste Hass-Album aller Zeiten, was bei Klassikern wie "Gebt der Meute was sie braucht", "Menschenfresser" und vor allem "Anarchistenschwein" wirklich eine Hochleistung ist. Doch fielen die Songs der oben genannten Scheiben vor allem in der zweiten Albumhälfte qualitativ teilweise recht stark ab, gelingt es "Hass" auf diesem Wahnsinnsalbum, keinen schwachen Song zu veröffentlichen.
So haut es einen gleich beim Eröffnungsdreier regelrecht vom Stuhl: Zwar singt man im Opener "Mit wehenden Fahnen": "Es ging nicht um Melodien, nicht um lyrischen Gesang, es ging um Rebellion als alles begann!" - doch so melodiös wie gerade auf diesem Album hat man Hass nie gehört: Zweistimmige Gesänge, riffende Gitarren, alles da! Nach den makellosen "Tote Fische" und "Zurück in die Psychiatrie" folgt ein Hass-typischer Midtemposong ("Gnadenlos"), der ähnlich wie die anderen gemächlicheren Lieder von Kacktus ("Zeit zu gehen", "Anarchie" und "Schwarz, rot, Gold") voll ins Schwarze trifft. Mit "Recht Blöde" wird eindeutig und vor allem intelligent und ohne Klischees eine Absage an Frei.Wild und co. erteilt. Weitere ganz starke Nummern sind "Rattengift" und das humorvolle "Liebeslieder". Ein absolut großartiger Song versteckt sich noch auf der Titelnummer 10: "Hungersnot in der BRD", vor dem man aufgrund des Akkordeons (!!!) und des absolut zynischen Textes nur noch den nicht vorhandenen Hut ziehen kann.
Diese CD-Review ist jetzt ein absolutes Abgefeier, aber es geht nicht anders. Hier gibt es keine Kritikpunkte. Kein schlechter oder durchwachsener Song, absolut tolle Produktion, durchweg schlaue Texte, perfekte Albumlänge.
Mal schauen ob das das Genre Deutschpunk im Jahr 2014 noch überbieten kann. Es wird nicht leicht.
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