Herrenmagazin:
Sippenhaft
90 Prozent der Bierschinken-Leser werden diese Platte doof finden. Aber ich sehe das anders.
Herrenmagazin haben hier und jetzt das Indie-Poprock-Album des Jahres rausgebracht. Wenn die auch außerhalb der sonstigen Zielgruppe wahrgenommen werden würden, wäre der Charterfolg gesichert. Damit meine ich nicht die Bierschinken-Musik-Hörer. Geht eher an die Jupiter-Jones-Still-Gut-Finder...
Ich fand die ja immer auf Platte so lala. Eher belanglos. Live waren die ja eher schon ein Erlebnis. Ich habe einige unterhaltsame Momente auf den Konzerten gehabt. Wie der Sänger immer wieder mit der Brille während der Konzerte kämpft. Gerissene Saiten mit der Frage, ob jemand im Publikum neue Saiten auf die Gitarre machen kann während des Liedes. Oder in Oberhausen im Druckluft auf einem Anti-Nazi-Konzert die Ansage des Veranstalters, dass er eine Gruppe mit unaussprechlichem französischen Namen ankündigen sollte und er die Gruppe vorher gefragt hat, wie man den Namen ausspricht und der Sänger dann HERRENMAGAZIN sagte, weil der Veranstalter wohl die falsche Band gefragt hatte. Und macht nicht der Schlagzeuger bei Ludger mit oder so? Egal. Hier ist ein neues Album und es ist gut. Die neuen Lieder werden wohl für sehr viele Gänsehautmomente auf Konzerten im Publikum sorgen. Hymnen. Wahre Hymnen. Und Geigen, diese Geigen... Hach ja. Da wird einem fast schon warm ums Herz. Wäre das hier keine Punkseite, würden wir das deutschsprachige Album des Jahres feiern. Richtig schöne Musik. Kann das vielleicht mal auch jemand von euch würdigen? Sowas muss man doch auch mal hier hören dürfen. So ein sympathisches Album. Danke schön. Mit diesem Album sind Herrenmagazin definitiv kein Geheimtipp mehr. Die gehören an die Spitze.
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