Swiss & Die Andern:
Grosse Freiheit
Frage in die Runde: Woran erkennt man einen Pseudopunk?
Ganz einfach; er geht einem tierisch auf die Nerven, indem er immer wieder betonen muss, wie Punk er doch ist.
Womit wir auch schon beim Thema Swiss wären. Der war jetzt längere Zeit alleine als Rapper unterwegs und hat dann mit seiner Band Swiss & Die Anderen (Warum nicht gleich "Swiss & Der Rest" oder "Swiss & Die Unwichtigen"?) das hier besprochene Album große Freiheit rausgebracht.
Musikalisch stehen hier ganz klar Swiss und seine Lines im Vordergrund. Dennoch sollte man auch der Band Beachtung schenken, da diese das Ganze wirklich gut abrundet und einen vielfältigen Mix aus Punk, Off-Beats und Soul zu spielen weiß. Die Stimme von Swiss ist jetzt nicht so herausstechend. Eher locker-flockig und ein wenig schnodderig. Erinnert fast ein wenig an Interpreten wie Cro in etwas mehr Punkrock. Wo wir auch schon beim nächsten Thema wären: Zeckenrap ist das Album Grosse Freiheit ganz sicher nicht. Zwar wird hin und wieder mal der NPD der Stinkefinger gezeigt, von Demos am 1. Mai geredet und allgemein Geld und Kapital verurteilt, so richtig ausformuliert wird da aber nichts. Man hat irgendwie das Gefühl, als diene dieses Spielen mit politischen Begriffen mehr einer versuchten Unterstreichung der Authentizität, als einem wirklichen Heraustragen einer politischen Message. Positiv sind die abwechslungsreichen Songs, die Fertigkeiten der Musiker und die Simplizität des Songwritings, was in puncto politische Tiefe zwar schnell auf Grund läuft, dafür aber schön eingängig ist.
Fazit: Wirkt schon alles etwas aufgesetzt, trotzdem lässt sich dieses Machwerk eigentlich ganz easy durchhören.
Hier noch eine kurze Übersicht, wie oft auf dem Album die folgenden Wörter vorkommen:
Zecke: 2
Punkah: 19
Punk: 8
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