Razor Smilez:
Kiss This
Da wäre ich den Razor Smilez und ihrem Album Kiss This doch fast auf den Leim gegangen. Eigentlich wollte ich hier etwas schreiben von richtig gutem, leicht dreckigem Punkrock mit angenehmer, femininer Stimme und das Ganze dann so auch veröffentlichen. Die Songs gehen so gut rein und man scheint sie schon mal irgendwo gehört zu haben.
Moment! Ich meine das nicht nur, ich weiß es! Bei "Superficial Love" von T.S.O.L und "Rock'n'Roll-Freitag" von Hans-A-Plast habe ich das nämlich direkt gemerkt und auch die anderen Tunes kamen mir bekannt vor. Ich fand merkwürdig, dass die Band da nirgendwo drauf hingewiesen hat und begann mal etwas zu recherchieren - und tatsächlich.
"A7" ist von Dackelblut, "Radiation Masturbation" von The Authorities, "world up my ass" von den Circle Jerks, "cannibal cafe" von SNFU, "domesticated people" von Human Therapy und so weiter und so weiter. Haben die denn überhaupt einen eigenen Song auf diesem Album? Also, ich bin bestimmt kein Freund von GEMA und den ganzen anderen Vereinen, aber wenn man ein Album produziert, sollte man doch bitteschön ausdrücklich drauf hinweisen von wem die gespielten Stücke eigentlich sind. Sonst nennt man das nämlich Gedankenklau. Da dürft ihr euch dann nicht wundern, wenn es von meiner Seite aus Minuspunkte hagelt.
Ansonsten ist es aber eine sehr coole Songauswahl und gegenüber den Neuvertonungen an sich, kann man nicht meckern. Auch, dass man nicht die üblichen Songs genommen hat, die eh schon drölftausend Mal gecovert wurden finde ich gut.
Fazit: Ein gutes Coveralbum durch die etwas unbekannteren Gefilde der Punkgeschichte.
Anspieltipps: rock'n'roll freitag, A7, superficial love.
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