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Banana Slugs:
Wat'n Scheiß
Die Banana Slugs sind eine, in eigenen Worten, Fun-Punkband und haben mich mit ihrer Scheibe „Wat’n Scheiß“ so richtig zum Fremdschämen gebracht. Wirklich, die Platte ist so ziemlich das mieseste, was ich im gesamten Jahr 2016 zu hören bekommen habe.

Das Album umfasst 18 Songs, davon 4 oder 5 vermeintlich „lustige“ Skits und anderer Schnickschnack, das ist auch alles ziemlich sauber produziert. Der Sänger hört sich nach Schlagermusik an (kam daher auch das Skit „Verdammt ich lieb dich?“), musikalisch sind die Songs halt 0-8-15-FunPunk, hat man alles so oder ähnlich schon woanders gehört.
Richtig schlimm wird es aber bei der Themenauswahl/Texterei: Neben typischen 0-8-15-Punker-Tropen (SAUFEN!! Total innovativ!) werden so unglaublich stereotypische Rollen- und Gesellschaftsklischees bedient, dass man sich beim Hören vorkommt, als säße man mit Mario Barth und ein paar besorgten Bürgern in der einzigen Dorfschenke der Eifel. Männer saufen und fressen, Frauen können kein Auto fahren und nerven beim Fußball gucken („Finger weg“), die Freunde aus dem Dorf sind die besten, man muss standhaft bleiben („Standhaft“ – Onkelz much?).
In „Schmiert lieber Brote“, dem einzigen Song der irgendwie, irgendwo gegen Nazis ist, stirbt ein Fascho bei einem Unfall und kommt in den Himmel (wtf), wo 40 Jungfrauen auf ihn warten (WTF??) – der Witz: die Jungfrauen sind Männer. Haha. Voll witzig – nicht. Hier werden Faschismus und Islam einfach mal in einen Topf geschmissen und nebenbei unterschwellig die LGBT-Community gedisst.

Generell gibt es für mich keinen Track, der anspielenswert wäre, daher schenke ich mir und dem Leser eine eingehende Analyse der restlichen Lieder (Spoiler: es geht um Bier saufen, Freunde und Ehre, ganze Kerle und das Frauen in die Küche gehören).

Das generelle Problem, was ich mit der Platte habe, ist das Verständnis von Spaß, den die Band zu vertreten scheint. Ich glaube die finden sich selbst irre witzig und sehen auch nichts falsch daran, Rollenbilder von anno 1950 abzubilden, ein paar Witze auf Kosten von schwulen Männern zu machen, et cetera PP. Das erinnert mich an ein paar Leute aus meiner Jungendzeit auf dem Land, de sich für eher alternative Menschen halten/hielten, aber von der inzestuösen, konservativen Dorfgemeinschaft so geprägt wurden, dass ihnen so leichte homophobe Tendenzen, latenter Rassismus u.Ä. als völlig normal vorkommen. Und ich glaube, dass die Musik von den Banana Slugs genau da funktionieren kann: in der Dorfkneipe von Bedburg-Hau oder Heek, da eben, wo die Welt noch „in Ordnung“ ist und wo man mit Onkel Helmut Herrengedecke bestellt und sich Herrenwitze für das nächste Album mitschreibt. Rainer Brüderle gefällt das.

Ich schrubbe mir die Ohren jetzt erstmal mit Kackschlacht sauber.
Der Gaar 01/2017
Hörprobe:
Banana Slugs
Musikstil: Fun-Punk, Punkrock
Herkunft: Deutschland, Eifel
Homepage: www.bananaslugs.de
Banana Slugs - Wat'n Scheiß

Stil: Fun-Punk, Punkrock
VÖ: 2014, CD


Tracklist:
1. Intro
2. Slug'n'Roll
3. Fetter Taliban
4. Ehre wem Ehre gebührt
5. Die Aggregation zur Einbindung der Existenz in das Gefuge der Realitat
6. Verdammt ich lieb dich
7. Standhaft
8. Humorlos
9. Finger weg
10. Mein kleines kühles Bierchen
11. Brand
12. Bier Bier Bier
13. Horst
14. Schmiert lieber Brote
15. Das Schlechte
16. Die Aggregation zur Einbindung der Existenz in das Gefuge der Realitat - Thanksgiving version
17. Rektalosmose
18. Aloha he

(FB nicht mehr anzeigen?)

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Daniel

08.01.2017 13:06
Im Grunde bin ich kein Freund von Netzkommentaren, aber diese Review geht so sehr am Thema vorbei, das mir ein paar Anmerkungen dazu als passend erscheinen mögen. Zuerst einmal möchte man davon ausgehen das, wenn nicht bereits der Album Titel, doch aber spätestens track1 klar machen sollte, das jeder einzelne Song eher mit einem Augenzwinkern zu sehen sein sollte. Das der Humor sich auf einem Mario Barth-ähnlichen Niveau bewegt ist sicher nicht von der Hand zu weisen, aber mal ehrlich, was kann man denn besseres mit Klischees machen, als sich darüber lustig zu machen? Irgendwelche Onkelz vergleiche kann ich selber nicht sehen, aber sei es drum. Die doch sehr eigene Interpretation von "schmiert lieber Brote" ist aber schon sehr heftig. Der Inhalt wird hier mehr als falsch dargestellt. Der Song handelt von zwei Personen. Zum einen ein Neonazi, welcher sich aus Dummheit selber anzündet und im "Himmel" auf 71 (keine Ahnung woher die Zahl 40 kommt) andere Nazis trifft. Zum anderen, um einen islamistischen Selbstmordattentäter, welcher sich versehentlich selber sprengt und daraufhin im Paradies auf seine 72 jungfrauen trifft. Wer das letztlich ist kann sich sicher jeder selber zusammen reimen. So werden beide mit Homosexualität, einer ihrer beider größten weltlichen Ängsten konfrontiert. Ja, Islamisten und Faschisten werden bewußt in einen Topf geworfen, jedoch in keinster weise der Islam und Faschismus. Wer es darauf anlegt, kann sicher auch einen latent homophoben Charakter hinein interpretieren, dies ist jedoch in keinster weise beabsichtigt. Sorry, aber ein paar rückständigen, Inzestuös geprägten Bauern kann sowas schon mal durch gehen.
Verriss ok, aber bitte nicht so.
Und wie immer, Humor ist wenn man trotzdem lacht.
Ein enttäuschter Fan

08.01.2017 23:32
"Der Gaar" ist in eigenen Worten eine "Sexy Sekretärin" und hat mich mit seiner Rezension so richtig zum Fremdschämen gebracht. Wirklich die Rezension ist so ziemlich das mieseste, was ich im gesamten Jahr 2017 zu lesen bekommen habe.

Die Rezension umfasst 423 Wörter, davon 4 oder 5 vermeintlich „lustige“ Einschübe und anderer Schnickschnack, das ist auch alles ziemlich rechtschreibsicher geschrieben. Der Autor hört sich nach einem ungeübten Kritiker an (kam daher auch der Einschub „WTF??“), grammatikalisch sind die Sätze halt 0-8-15-Deutsch, hat man alles so oder ähnlich schon woanders gelesen.
Richtig schlimm wird es aber bei den Kritikpunkten/Sätzen: Neben typischen 0-8-15-Kritikpunkten (MANGELNDE INNOVATIONSFÄHIGKEIT!!! Total innovativ!) werden so unglaublich falsche Aussagen getroffen, dass man sich beim Lesen vorkommt, als säße man mit Axel Stoll und ein paar besorgten Reptiloiden in der einzigen Reichsflugscheibe Deutschlands. Der Autor hat hier ein ähnliches Problem wie Verschwörungstheoretiker: er hört nicht zu. Das Frauen kein Auto fahren könnten, wird im Song „Finger weg“ nicht nur nicht besungen, es wird auch nie erwähnt, dass es sich in dem Song um eine Frau handelt. Hier unterliegt der Autor seinen stereotypischen Rollenbildern.
Im Abschnitt über den Song „Schmiert lieber Brote“, dem einzigen Abschnitt in dem der Autor irgendwie, irgendwo versucht einen Song zu beschreiben (wtf), diesen allerdings vollkommen falsch wiedergibt (WTF??) – der Witz: der Autor sieht unterschwellig die LGBT-Community „gedisst“. Grund dafür in den Augen des Autors: Sowohl der Nazi, als auch der Terrorist treffen im Himmel nur auf Männer (entgegen ihren Erwartungen). Das damit die an Panik grenzende Homophobie beider Gruppierungen kritisiert wurde, war für den Autor scheinbar eine Metaebene zu viel.

Generell gibt es für mich keinen Abschnitt, der besprechenswert wäre, daher schenke ich mir und dem Leser eine eingehende Analyse des restlichen Textes (Spoiler: es geht darum, dass jemand nicht so ganz zu hört, dann anderen Vorverurteilung vorwirft und dann selbst mit Vorurteilen um die Ecke kommt).

Das generelle Problem, was ich mit der Rezension habe, ist das Verständnis von Kritik, den der Autor zu vertreten scheint. Ich glaube der findet sich selbst irre korrekt und sieht auch nichts falsch daran, nur halb verstandenes abzubilden, ein paar Witze auf Kosten von Bewohnern ländlicher Regionen zu machen, et cetera PP. Das erinnert mich an ein paar Leute aus meiner Jugendzeit auf dem Land, die sich für eher alternative Menschen halten/hielten, aber durch Umzug in urbanes Gelände von der [hier etwas Stereotypes einfügen] Stadtgemeinschaft so geprägt wurden, dass ihnen so leichte Verständnisprobleme, latentes Halbwissen u.Ä. als völlig normal vorkommen. Und ich glaube, dass die Rezensionen von „Der Gaar“ genau da funktionieren können: in der ironiefreien Szenekneipe von Duisburg oder Berlin, da eben, wo die Welt noch „ständig durch Funk-Punk-Bands, welchen man nur halb zuhört, ins Wanken“ gerät und wo man mit Dörte lautstark über homophobe Tendenzen in Punk-Bands diskutiert und sich dabei parallel Notizen für die nächste Rezension mitschreibt. Niemandem gefällt das.

Ich schrubbe mir die Ohren jetzt erstmal… nein Moment… das sollte der Autor tun.

knox

09.01.2017 09:46
das was man da zu hören bekommt noch in irgendeiner form punk zu nennen ist mehr als dreist das klingt einfach nur wie kleinkleckersdorf dorfrock und die texte kotz
Fritz

09.01.2017 10:54
Entschuldige bitte, wir haben es nicht geschafft auf die letzten Seminare mit dem Thema:"Wie definiert man richtig echten Punkrock" zu kommen.
Aber scheinbar haben wir einiges verpasst.

Wir bleiben bei der Definition "Drunkrock" und geben dir einen kleinen Tipp am Rande: Es würde für dich mehr Sinn machen einen Duden zu konsultieren, anstatt den ultra-Punker zu markieren und den Menschen um dich herum, deine lächerliche Ansicht der Dinge aufzudrücken.
Zwen
(Zwen)
09.01.2017 12:38
Ich kann mir ja nur den Song "Ehre wem Ehre gebürt" anhören. Dieser könnte auch genauso von den Onkelz kommen. Peinliche Oi!Oi!Stolz!-Dorftrottel-Musik eben. Bin froh, dass ich nie auf dem Dorf leben musste.

Mich amüsiert außerdem köstlich, dass Daniel die Parallelen zu Mario Barth ebenfalls zu sehen scheint, aber dann behauptet, dass die Band nicht in traditionellen Rollenklischees festhängt. Das ist rein logisch unmöglich.

Ach ja, dass ihr das Alles nicht so meint, kaufe ich euch auch nicht ab. Wo ist denn da der Wink mit dem Zaunpfahl? Sonst könnte man ja auch sagen, dass Frei.Wild ihr ganzes Südtirol-Heimat-Gekrebse auch nur satirisch meinen.
Zwen
(Zwen)
09.01.2017 12:42
Oh und die Bezeichnung "sexy Sekretärin" für Der Gaar ist auf meinen Mist gewachsen.
Fritz

09.01.2017 14:21
Lieber Zwen, auf youtube findest du auch andere Songs von uns.
Darunter einen anti-AFD-Song... nur mal so als Beispiel.

Bei Ehre dem Ehre gebührt, dreht es sich um Bier und nicht um irgendwelches Stolz und Ehre getue. Man kann aber auch in allem was negatives sehen.
Genau das tuen wir eben nicht.
Vielleicht ist das genau der Unterschied, dass wir auf dem Land aufgewachsen sind und besseres zu tun haben als aller Welt ihre Fehler vorzuhalten.
Wir belächeln anstatt anzugreifen, solange es im Rahmen ist.
Das kann man von euch nicht behaupten, ihr stellt auch als besser dar, weil ich aus der Stadt kommt bzw. dort wohnt? Bitte mit welchem Recht?

Es werden hier Sachen unterstellt und mit aller Gewalt versucht einen Stempel aufzudrücken, da kann einem nur schlecht werden.

Tut mir leid, das kann ich einfach nicht nachvollziehen.

Wenn euch die Musik nicht gefällt ist es doch absolut in Ordnung.
Wenn ihr die Scheibe scheisse findet ist es genauso legitim.
Aber verurteilt niemanden den ihr nicht kennt aufgrund der Herkunft und der Texte die ihr nicht angemessen interpretieren könnt.
Schließlich befindetihr euch dadurch auf einem Pfad gegen den eigentlich ein jeder kämpfen sollte!

Das Thema mit Mario Barth war, dass natürlich alá MB Klischees erwähnt werden, man sich aber drüber lustig macht.
Ich glaube ihr solltet das ganze mal etwas objektiver betrachten...

Und langsam machen mich diese Vergleiche mit diesen verfickten Onkelz und fucking FreiWild sauer.
Was bildet ihr euch ein?
Jeder der mir mit dem Dreck begegnet bekommt von mir die klare Meinung dazu gegeigt und dann kommt ihr???

Ihr seid so gefangen in eurer political correctness, das ist unglaublich.
Ihr macht mehr Thema aus den ganzen Nummern, als die Leute die wir ja scheinbar so bösartig angehen...

Es ist nahezu lächerlich.

Kommt mal runter, gönnt euch ein Bierchen und seht nicht alles so negativ.
Es gibt Situationen in denen kann und muss man sich auflehnen und Paroli bieten, diese hier ist aber in keinster Weise eine.

Wenn es euch so sehr an die Nieren geht, macht weiter mit euren Beleidigungen, gründet Vereine und jagt die bösen Banazislugs...
Wenn nicht seid ihr gerne dazu eingeladen auf unsere Gigs zu kommen und uns kennen zu lernen.
Wir sind keineswegs dieser degenerierte Haufen für den ihr uns haltet....

Naja... hoffentlich haben sich bald alle wieder lieb... denn die nächste Scheibe ist in Arbeit und geht auch hier hin. (Spoileralarm- es geht um Alkohol, Flatulenzen, Liebe, Hass und die AFD)

Love, Peace & Happiness ?
Fritz

09.01.2017 14:24
*ihr aus der Stadt kommt...
Zwen
(Zwen)
09.01.2017 15:12
Macht doch einen Song über das PC-Plenum von studentischen Szenehipstern in Düsseldorfer Kneipen ;) .
Fritz

09.01.2017 15:16
Wartets mal ab, vielleicht kommt da ja was :-D
Kabl

12.01.2017 13:08
Bitte beim JahresROCKblick 2017 die Kategorie 'bester Kommentar eines Bandmitglieds, dessen CD hier besprochen und von sich selbst kommentiert wurde' berücksichtigen.

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