Stockkampf:
Europa Brennt
Stockkampf haben letztes Jahr (2016) ihren Erstling veröffentlicht. Nach eigener Bezeichnung spielen die sechs Innsbrucker Polit-Punk'n'Brass. Zu bieten gibt es also wütenden Deutschpunk mit Bläsern. Dabei nehmen die Bläser nicht überhand und setzen stattdessen schöne Akzente, so dass bei Stockkampf der Deutschpunk den SkaPunk deutlich überwiegt. Die ranzige, dreckige und krächzende Stimme des Sängers (geil!) runden das Ganze ab.
Das Album gibt es (wie auch die Demo von 2011) entweder kostenlos auf ihrer Homepage oder als CD. Die CD kommt als selbstgebastelte Digi mit Klettverschluss (nice!). Liebevolle DIY-Produktion wie man es sich wünscht! Im aktuellen Vinyl-Hype findet das leider viel zu selten statt…
Wie der Titel nahelegt, bietet das Album einen Rundumschlag der aktuellen politischen Lage. Dabei zeigt die Band eine klare antifaschistische und linksradikale Einstellung. Neben klassischen Themen wie z.B. Rechtsruck (u.a. „Europa Brennt“), nehmen Stockkampf auch freiheitliche Themen wie beispielsweise den ausufernden Überwachungsstaat („Danke“) oder im Lied „Frontex“ das Massensterben und die Push-Backs im Mittelmeer in den Blick.
Trotz der aktuellen politischen Lage, die zurecht viel Platz auf dem Album einnimmt, verlieren Stockkampf ihren Humor und Augenzwinkern nicht und singen in „Wir sind da“ von sich selbst als „Innsbrucks Bauern Antifa“. Im letzten Lied des Albums „Gift“ bekommt dann die Grauzone noch ihren Senf ab.
Als einzigen Kritikpunkt könnte man anbringen, dass es nach mehreren Liedern etwas eintönig werden kann. Nach einer kurzen Pause freut man sich aber wieder über einen dreckigen und politischen Deutschpunk, der (ggf. nach mehrmaligen hören) richtig Spaß und Lust auf mehr macht.
Anspieltipps: Europa Brennt, Frontex und Danke
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