Bierdosen Freunde:
Bierdosen Freunde
Braucht man das oder kann das weg? Beides.
Die Bierdosen Freunde machen größtenteils enorm proletischen Saufpunk, der Sänger grölt stets mindestens einen Halbton daneben und die Kapelle rumpelt ordentlich. Also: Natürlich alles schon gehört, teils besser, teils auch viel schlechter. Vermutlich würde diese Band gerne wie Legenden des Genres klingen, zum Beispiel die heilige Dreifaltigkeit des Ruhrpotts. Da fehlt mir aber etwas das ironische Moment, sowie der Überraschungseffekt.
Das klingt jetzt alles mal nicht ganz so oi!phorisch, dennoch sind die Bierdosen-Freunde für mich einfach angenehmer zu hören als die ehemaligen Punkbands, die jetzt eher musikalisch in Richtung Deutschrock, Pop, Electro oder gar Metalcore gehen. Nicht dass die erwähnten Musikrichtungen immer schlecht wären, aber 1234-Uffta-Punk hat einfach nach wie vor seinen Charme - Altbewährtes geht immer. Die Texte sind, wenn sie sich nicht ums Schütten drehen, angenehm politisch. Und für so einen offensichtlichen Ärzte-Diebstahl ("Ich liebe dich") und Songtitel wie "Biertrinker vs. Justizsystem" oder "Reps ins Altersheim" gibt es nochmal zwei Sympathiepunkte.
Also: Guter Stoff für Schlachtrufe-BRD-Fans und zugleich Kampftrinker-Stimmungshits-Gourmets. Billigstes Plörr-Bier öffnen und anhören.
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