Octo:
Kitsch
Bassisten gelten oft als geistige und musikalische Leichtgewichte, was die Vielzahl von Witzen belegt - zum Beispiel dieser: Die Band beschwert sich bei ihrem Bassisten, dass er endlich mal seinen E-Bass stimmen soll. Antwortet der Bassist: "Wozu denn? Die sind doch alle straff!" Oder dieser: Wie spielt ein Bassist, wenn auf seinem E-Bass eine Saite reißt? Um 25% besser.
OCTO aus Köln haben neben einem Schlagzeuger gleich zwei Bassisten am Start – und verzichten ganz auf Gitarren und Gesang. Auf ihrem Debüt „Kitsch“ gibt`s basslastigen (haha!) Noise-Rock für die Magengrube. Das ist erwartbar düster und hart – dabei aber überraschend abwechslungsreich, bieten die verzerrten Bässe und das scheppernde Schlagwerk doch variantenreiche Rhythmen und Melodien. Dabei übernehmen die Viersaiter auch die Rolle von grummeligen Gitarren. So rocken sich die drei Musiker durch sieben midtempo Lieder, die Namen wie „Arr arr Cincinnaticat“ oder „Kanarienvoegelnerven“ tragen und melancholische Klangwelten erschaffen, die trotz der Reduziertheit auf die Rhythmusfraktion immer als vollwertige Songs zu erkennen sind. Trotzdem fehlt hier und da doch etwas Gitarreninput – der Mensch ist ja auch ein Gewohnheitstier. OCTO ist mit „Kitsch“ ein wirklich frischer Ansatz gelungen, der zeigt, dass Rockmusik eben auch anders geht.
Schlagzeugerwitze gibt es natürlich auch: Wozu braucht eine Band unbedingt einen Schlagzeuger? Irgendjemand muss den Bassisten füttern, waschen, anziehen, zum Konzert bringen - und dann so laut spielen, dass man ihn nicht hört.
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