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Die Pfandpiraten:
Stay Alive
Oha! Also bei dem Bandnamen hatte ich ja eher mit Deutschpunk gerechnet. Beim ersten Track gibt es aber stattdessen bemüht englischen Punkrock mit leicht rock'n'rolligen Elementen und einer Leierstimme, die wohl versucht irgendwie gut zu singen und Töne zu halten. Das gelingt ihr sogar ein wenig, trotzdem hat sie so wenig Kraft, dass sie mehr an Leute erinnert, denen man schnell mal einen Pfefferminz anbietet, statt an den Sänger einer Band. Deutsch wird es dann ab dem zweiten Song und damit noch abenteuerlicher. Lustige Betonungen und Strophen, die aus dem Hauptsache-es-reimt-sich-der-Rest-ist-kackegal-Baukasten zu sein scheinen. Blöd nur, dass in dem Baukasten scheinbar Teile fehlen, weshalb der Schreiber es noch nicht mal geschafft hat immer einen Reim zu finden. Auf so Dinge wie Metrik oder Versmaß wird hier mal ganz konsequent geschissen, weshalb viele Zeilen einfach nur wirken wie vor drei Tagen hingekackt und dann zur "Verfeinerung" noch mit wirren Reimbildern beworfen worden. Beispiel gefällig?

"Du beschwerst dich immerzu, über andere, gibst Senf dazu?
Du postest über Katastrophen, gibst so gern den Philosophen.
Treffen wir uns, bleibst du gerne still und eigentlich kenne ich keinen dem du wirklich hilfst".

Von diesem Unfall von "ohohoho"-Chrous fange ich besser gar nicht erst an.
Beim dritten Song "Schwarz und Weiß" gibt es dann eine kleine Ballade und da ist auch schon wieder die Leierstimme. Spätestens als der Chorus beginnt, bin ich dann endgültig geneigt mich samt meines CD-Spielers aus dem Fenster zu werfen. Da ist also dieses hallende, depressive Stück und dann gibt es im Refrain irgendso ein Dur-Geschlacker auf der Gitarre. Die Stimme des Sängers variiert von gezogenem Kaugummi auf gezogenem Kaugummi. Bei diesem Geheule kann ich mich auf den Text selbst eigentlich gar nicht mehr konzentrieren. Dennoch möchte ich euch diese lyrischen Ergüsse wahrlich nicht vorenthalten:

"Die Täler sind tief und weit,
wir sind nicht dafür bereit.
Die Berggipfel sind so fern,
doch da wären wir so gern."

Klingt irgendwie nach einem Gedicht für welches es in der dritten Klasse schon einen Brief nach Hause hätte geben müssen, wobei ich hier auf Schulverweis plädiert hätte.
Was ist denn eigentlich verkehrt bei euch?! Wenn ein Texter mit solchen Ideen kommt, muss man ihm sofort den Stift operativ aus der Hand entfernen und mal ganz gepflegt sagen "Junge, Junge, Crack ist wirklich nicht gut für dich".

Bei "Zivilisationskoma" bin ich dann in dieser Kuschelstrophe doch tatsächlich eingeschlafen bis mich dann dieser 1/5-Breakdown-Refrain doch tatsächlich aufgeschreckt. "Koma! Koma! Koma!" Ja, bitte! Versetzt mich in ein künstliches Koma, zieht mir einen Baseballschläger über den Schädel, gebt mir eine Schock-Therapie, alles besser als...ach Moment...ist zu Ende. Poah, habe ich ein Glück, dass das nur vier Songs sind. Ich will das nie, nie, nie wieder hören!

Fazit: Bitte kriegt ganz schnell Kinder und löst die Band auf oder wenn ihr schon welche habt - was ich bei euren Bandfotos für wahrscheinlicher halte - kümmert euch mal mehr um diese anstatt in dunklen Proberäumen rumzulungern und so einen Mist zu produzieren!
Zwen 11/2017
Die Pfandpiraten
Musikstil: Rock
Herkunft: Thüdinghausen
Homepage: http://www.die-pfandpiraten.de/
Die Pfandpiraten - Stay Alive

Stil: Punkrock, Rock, Deutschpunk
VÖ: 2017, CD


Tracklist:
01. Stay Alive
02. Mach doch
03. Schwarz und Weiß
04. Zivilisationskoma

(FB nicht mehr anzeigen?)

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