Minipax:
LiebeHassFriedenKrieg
Es gibt Bands, die wollen einfach alles richtig machen und liegen damit dann komplett daneben. Wobei, so komplett daneben isses eigentlich nun auch wieder nicht. Herrje, das wird schwierig. Aber der Reihe nach.
Minipax kommen aus Bayern und Österreich und haben ihr Herz am äußeren linken Fleck. Der von der Agentur mitgesendete Beipackzettel (wann gibt's eigentlich endlich mal ein Buch mit den 100 schlimmsten Bandinfos?!) lässt furchtbares erahnen:
"Die fünf Minister des Friedens transportieren auf 'LiebeHassFriedenKrieg' so antifaschistische Inhalte mit positiver Einstellung mitten in den Mainstream - denn egal ob Punk oder Popper, den Antifaschisten trifft dieses Album mitten ins Herz". Wow.
Die Band selbst nennt ihren Stil "Antifadeutschpop". Ziemlich treffend. Musikalisch findet sich ausgearbeiteter Punkrock zwischen Radio Havanna und ZSK, der zwar ganz gut ins Ohr geht, für meinen Geschmack aber deutlich zu glatt poliert ist. Das Puh-Moment kommt mit dem ersten Refrain. Ich selbst bin ja durchaus Freund von schönen Harmoniebögen und guten Melodien. Aber Minipax haben hier nicht nur übertrieben, sondern sind, was den Gesang anbelangt, eindeutig zu weit über die Schmerzgrenze gegangen und landen im Schlagerbereich. Alter Falter, das ist einfach too much.
Inhaltlich kann man der Band keinen Vorwurf machen. Es geht im Großen und Ganzen gegen Rechts, authentisch und mit vollem Einsatz. Ansonsten geht es um die Freiheit des Einzelnen, das große Miteinander ohne Grenzen und Zäune, Solidarität und den Verfall von Gesellschaft und der Welt im Allgemeinen.
Welchen Mainstream man damit aber "erobern" will, ist mir nicht ganz klar.
Wer Radio Havanna und ZSK schon schlimm findet, wird Minipax richtig hassen.
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