PaCo:
08-14
Neulich flatterte ein handgeschriebener Brief in die Bierschinkenredaktion, verfasst von der (vermutlich) kleinen Zora, in dem sie darum bittet, dass die neue, beiliegende CD der Band PaCo besprochen wird. Ihr Vater hätte sie darum gebeten, weil er in eben jener Band spielen würde; "Vielleicht wird er ja mal ein Rockstar". Wie putzig. Da ich selber Vater einer Achtjährigen bin, werde ich als Fachkundiger und -kompetenz zu Rate gezogen.
PaCo aus Eschweiler, genauer gesagt aus Hastenrath, noch genauer: Aus dem Feld hinter Torstens Haus, "Da steht ne Hütte. Da Proben wir. Meistens Freitags.", machen Deutschpunk der eher stumpfen und monotonen Sorte. Die Songs sind mit durchschnittlich 3min44 (hab ich ausgerechnet) viel zu lang, durch die kaum vorhandene Abwechslung im Arrangement wird die Länge auf der postfaktischen Gefühlsebene auch noch verdoppelt.
Die Texte sind zum Teil garnicht mal so schlecht. Bei "Alte Punks sterben nie" fühle ich mich ein bisschen angesprochen, "Dagegen" hat sogar ne Hitzeile: "Schon aus Prinzip bin ich erst einmal dagegen". "Halt doch das Maul" ist so stumpf, dass es schon fast wieder genial ist.
Ansonsten bin ich nicht besonders angetan. Richtig scheiße ist das aber auch nicht.
Zum Schluss will ich noch dem (in diesem besonderen Fall) pädagogischen Anspruch dieser Rezension gerecht werden:
Liebe Zora.
Vielen Dank für deinen wirklich schönen Brief und die tolle CD! Da kann dein Papa wirklich stolz auf dich sein. Ob er ein Rockstar werden wird weiß ich nicht, aber viel wichtiger ist ja, dass er viel Spaß beim Musikmachen hat und trotzdem viel Zeit mit dir verbringt.
Liebe Grüße,
Stefffan von Bierschinken
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