Jarada:
Jarada
Jarada ist das hebräische Wort für Angst. Unter diesem Namen rollt die Hitmaschine um alte Bekannte aus Bands wie SWEATSHOP BOYS, ORIONS, ZAGA ZAGA und ein Dutzend anderen Tel-Aviv-Punkbands seit Anfang 2018 mit diesem brachialen Hardcorepunk-Panzer an und reißt alles ab. Hatte schon lange auf eine LP-Version gehofft und diesen Wunsch erfüllt jetzt das Hamburger Label NO SPIRIT.
Freunde der chaotischen und ultraschnellen Gitarrenmusik im Stile von THE REPOS sollten sich schonmal die Nieten zurück in die Kutte drehen.
Die Platte strotzt voller Wut und Frust über das Leben in Israel, Hass auf die rechte Regierung und die Angst vor der eigenen Ohnmacht.
Alle Texte werden auf hebräisch herausgebrüllt, was anlässlich der Idee, die israelische Punkszene stärker zu politisieren, absolut Sinn macht. Auf bandcamp wurden die Texte allerdings auch auf Englisch bereitgestellt. Da wird festgestellt, dass wir alle die gleiche Scheiße sind, egal in welcher Bar wir abhängen. Kurz darauf werden Büros der Knesset vollgekotzt. Aber es geht nicht nur um Hass auf ein politisches System, sondern auch um Selbsthass und die Angst vor der ständig schwindenden Kongruenz des Realselbst zum Idealselbst.
Genug Stoff, um den solidarisierungswütigen "antideutschen" Macker anzupissen, bieten sie im übrigen auch.
Habe lange keine so mitreißende, nicht nur auf- sondern auch berührende HC-Punk-Platte mehr gehört und kann sie nur wärmstens allen ans Herz legen.
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