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Kein Potential, Die Verwesenden Altlasten:
Auf ein Wort
Selten hat der Name der Band im Prinzip schon alles gesagt, was man über sie wissen muss. Dass das sogar auf zwei Bands gleichzeitig zutrifft, die eine gemeinsame Split-LP herausgebracht haben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Hat hier aber prima geklappt. Kein Potential fangen auf Seite A an und, was soll ich sagen, man bekommt was der Name schon sagt. An dieser Stelle könnte die Rezension am Ende sein, aber ich hab mir diese Scheiße komplett angehört, jetzt schreibe ich auch eine komplette Rezi.
Als in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts musikschaffende Rockgötter und deren Theologen (so genannte Musikjournalisten) der aufkeimenden Punkrockbewegung stümperhafte Unfähigkeit an ihren Musikinstrumenten attestierte, wurde der Grundstein eines mittlerweile 40 jährigen Irrtums gelegt, der mir heute 18 Minuten Schmerzen bereitet hat: Punkrock bedeutet, dass man nix können muss.
Im (vermutlich) beschaulichen Schorndorf hatten nun fünf heranwachsende junge Männer einige Zeit später bei Dosenbier und einer leiernden Schlachtrufe-Kassette im Wald eine kollektive Epiphanie und dabei ihre größte Gemeinsamkeit entdeckt, die später zum Bandnamen wurde.
Rumpelbeat? Check. Verstimmte Gitarren? Check. Schiefe Melodien, bei denen sich die Fußnägel so dermaßen kräuseln, dass man sich damit die Gehörgänge herauskratzen möchte? Ratet mal! Inhalt und Melodieverständnis der oben erwähnten leiernden Kassette entnommen, kommen neben den genretypischen Themen noch ein Lied über den Dani, der gerne badet und ein Song über einen Freund aus dem Weltall. Ja, wirklich. Hier allerdings ausnahmsweise mit mehrstimmigen Gesang und englischem Refrain: "Friendship from space, i want to stay forever, lalalala la la, lalalala la la laaaa". Eieieieieieiei.
Auf Seite B dann Die Verwesenden Altlasten. Die gibt's immerhin schon 10 Jahre, was man auch direkt hört. Zumindest können die ihre Instrumente mehr als nur richtig herum Halten. Ansonsten kann ich da leider nichts weiter positives zu sagen. Bereits der erste Song ist furchtbar. Erinnert ihr euch noch an das Intro zu "1000 gute Gründe" von den Hosen? Dieser mehrstimmige Choral "Hohe Berge, weite Täler..."? Nun, Die Verwesenden Altlasten fanden das wohl sowas von genial, dass sie in der Art gleich ein ganzes Lied gemacht haben. Nur zündet der Gag in diesem Fall gar nicht. Zumal man den Text auch missverstehen könnte, würde man es nicht besser wissen:

Wir lieben die Wälder
Die Flüsse und Auen
Von den Gipfeln der Berge
Über Flüsse zu schauen
Über unserem Land
Da strahlt der Himmel so blau
So blau wie nirgendwo anders
Das weiss ich genau
Hier ist unsere Heimat
Hier sind wir geboren
Menschen anderer Kulturen
Haben hier nichts verloren
Wir wollen unter uns bleiben
Darum stehn wir bereit
Diese Heimat zu schützen
Es ist an der Zeit

Am Sonntag Stammtisch
Am Montag wird demonstriert
Bis auch der letzte Gutmensch
In diesem Land es kapiert
Das Boot ist überfüllt
Das Abendland ist bedroht
Wolln wir da wirklich nochmal
So viele Menschen in Not?

Am Sonntag sauf ich
Am Montag wird protestiert
Gegen die Regierung
Die sich im Mixtum verliert
Uns gehts doch eigentlich gut
Doch teilen wollen wir nicht
Die Grenzen zu beschützen
Ist daher Bürgerpflicht

Es sterben die Wälder
Die Flüsse und Auen
Weil wir Menschen uns selber
Die Zukunft versauen
Über unserem Haupt
erscheint der Himmel so grau
Weil wir uns selber vergiften
Das wisst ihr genau
Ihr liebt eure Heimat
Die Haben Andere verloren
Also seid besser froh
Dass ihr in dieser geboren
Katastrophen ignorieren
Das ist doch scheinbar bequem
Anderen Menschen zu helfen
Unser kleinstes Problem


Versteht ihr was ich meine? Das ist jetzt irgendwie nicht so wirklich gelungen. So wie die gesamte Split.
stefffan 02/2019
Hörprobe:
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Kein Potential, Die Verwesenden Altlasten - Auf ein Wort

Stil: Deutschpunk
VÖ: 13.12.2018, LP, SN-Rex (Link)


Tracklist:
Kein Potential:
01. Nie mehr frei
02. Alles auf Anfang
03. Badewannen Dani
04. Videot
05. Nachbarschaftshilfe
06. Vaterland
07. Alien
08. Saufpark
Die Verwesenden Altlasten:
09. Heimatmelodie
10. Der Mann von der AfD
11. Arthur
12. Aus dem Leben eines Trinkers
13. Krass
14. Bestandaufnahme
15. Misanthropical Island

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