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The Idiots:
Schweineköter
"Schweineköter" ist bereits der dritte Longplayer, den The Idiots nach der 25-jährigen (!) Pause unters Volk bringen. Zu hören gibt es die gewohnte Kost aus heavy Punkrock gepaart mit Metal- und Hardcore-Einlagen, gespielt von ziemlich versierten Musikern und getragen von Hannes ungewöhnlichem und sehr vielseitigem Gesang.

Ich muss wohl dazu sagen, dass ich die Idiots als kleiner Punker mal sehr großartig fand. Dies vor allem, da die Band für mich eine riesige Oase in der kulturellen Wüste, die sich Dortmund nennt, gewesen ist. Als sich Hannes dann 2012 entschloss, das Projekt zu reanimieren, hatte ich auch sofort spitze Ohren und habe mit "Amok" auch alles bekommen, was ich haben wollte. Als dann jedoch der Nachfolger "Gott Sei Punk" erschien, hatte sich mein Musikgeschmack in eine etwas andere Richtung entwickelt und außerdem hatte ich nach der Veröffentlichung "Idioten ficken besser" bereits keinen Bock mehr auf den Rest des Albums, da mir das Ganze zu sehr bei Kassieren, Eisenpimmel und Co. geklaut schien. Somit verlor ich The Idiots dann doch etwas aus den Augen. Das neue Album war deshalb für mich auch mal wieder die Gelegenheit zu schauen, wo die Band heute steht und wie sie jetzt so klingen.

Eines kann man hierzu wohl schon vorweg sagen. Klingen tut "Schweineköter" als Gesamtpaket ziemlich stark. Dies liegt nicht nur an Sir Hannes, der - anders als die meisten Genrekollegen - das Singen wirklich mal gelernt hat, sondern auch generell an sehr erfahrenen und versierten Musikern. Besonders hervorheben möchte ich - andere haben es vielleicht schon getan, dann tue ich es halt nochmal - das Drumming von Richie, den man vielleicht von Tony Gorilla kennt. Aber auch sonst ein Album, das sich gewaschen hat. Da hat Dennis Köhne bei Mix und Mastering mal wieder ganze Arbeit geleistet.

Textlich wird auch gerne mal nach dem Rezept gekocht, dass weniger oft doch mehr ist. Vor allem im Punkrock geht dies sehr gut auf und so wird mehr Gewicht auf einen eingängigen Chorus gelegt, als auf vertrackte Textstrukturen. Inhaltlich geht es auf der einen Seite um das politische Weltgeschehen, wie in "Fake News" oder etwas allgemeiner in "Liar". Ansonsten gibt es noch mit "Punk Rock Queen" ein Liebeslied und einen Song für die "Dead Heroes" wie Lemmy, David Bowie oder Sid Vicious. Des Weiteren finde ich es schon sehr auffällig, wie viele Songs des Albums von Hannes selbst handeln, zumindest denke ich, dass lyrisches Ich und Autor hier ein und dieselbe Person sind ("Bastard", "Flat Rate Boy", "Gotteskrieger", "Maniac"). Davon abgesehen gibt es aber auch einige Wortspiele, die gekonnt die heutige Gesellschaft kritisieren ("Mach dich Messer"). Trotzdem wird wahrscheinlich die Art und Weise, wie hier Dinge gesagt werden, nicht jedem gefallen. Wo andere höflich fragen, kommen The Idiots nämlich mit der Abrissbirne. Kompromisse auf textlicher Ebene? Nö! Zeitlich angemessen? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.


Fazit: Sehr ausgewogenes Punk-/Metal/Crossover-Album, mit dem The Idiots zeigen, dass sie immer noch (oder schon wieder?) ordentlich was reißen können.

Anspieltipps: Dead Heroes, Fake News, Schweineköter
Zwen 05/2019
The Idiots - Schweineköter

Stil: Punkrock, Metal
VÖ: 24.05.2019, LP, CD, Idiots Records


Tracklist:
01. Bastard
02. Dead Heroes
03. Liar
04. Flat Rate Boy
05. Gotteskrieger
06. Plastic
07. Devil is God
08. Maniac
09. Punk Rock Queen
10. Mach Dich Messer
11. Fake News
12. Schweineköter

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poly
(poly)
27.05.2019 14:52
Diese Platte ist eine Beleidigung für jeden Geschmack, ob gut oder schlecht...
Oder mit den Worten der Band, soweit ich das richtig verstanden hab:
Mach Dich Messer und küss die Wand...(hä?)
Peinlich!
Zwen
(Zwen)
27.05.2019 15:30
Ich denke mal, dass das Lied ironisch gemeint ist und eine Persiflage auf HipHop-Attitüde bzw. Jugendsprache ist.
poly
(poly)
27.05.2019 17:03
Hm, ja... persiflieren ist so eine Sache. Ich denke mal, der Text zu plastic handelt von der Plastikseuche, auch ausgelöst durch solch überflüssige Veröffentlichungen...????

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