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Refused:
War Music
Kennt ihr diese Konzerte? Man steht wippend in der Menge, findet alles schon ganz geil und wartet auf den Moment, an dem man komplett ausrasten möchte - aber er kommt nicht und das Konzert ist dann vorbei.

So oder so ähnlich geht es mir mit der neuen Platte von Refused "War Music". "Songs to fan the Flames of Discontent" und natürlich "The Shape of Punk to Come" waren in den 90ern regelrechte Heiligtümer für mich. The (International) Noise Conspiracy lief ebenfalls gut rein. Die anfängliche Skepsis bei der Reunion wurde angesichts des soliden Albums zerstreut. Allerdings kotzte ich echt ab, als ich sah, dass Refused jetzt mit den ganzen Universal Geschützen incl. Magenta Fan-Tickets auffuhren - desillusioniert ist gar kein Ausdruck...
Vielleicht nicht der beste Ausgangspunkt, die neue Platte zu besprechen, aber neugierig war ich natürlich schon.

Dennis Lyxzéns Stimme ist nach wie vor eine Bank. Er schreit, brüllt und flüstert uns die Texte über unsere verfaulte, konsumgeschwängerte Welt entgegen und man möchte gleich zum Molli greifen. Dass man das dann doch nicht tut, liegt an der Handbremse, die leider während der ersten Hälfte des Albums noch ziemlich fest sitzt. Obwohl der Opener "REV001" recht brachial loslegt, geht ihm im Verlauf die Puste aus und der Song wirkt irgendwie etwas beliebig. "Violent Reaction" startet stark mit schönem Riffing, steuert dann aber auf einen etwas banalen Beatdown-Höhepunkt zu.
"I wanna watch the World burn" ist mein Highlight auf der ersten Seite. Refused können ihre schwedische Herkunft einfach nicht verleugnen und Lxzén hat ja mit T(I)NC schon bewiesen, dass er tolle Melodien draufhat. Trotz des 1A Refrains und guter Klampfenarbeit haut mich der Track noch nicht ganz vom Hocker.

Erst wenn Refused wieder ihre Zähne zeigen und ab "Turn the Cross" etwas mehr aufs Gaspedal drücken, fällt alles an seinen Platz. Lustigerweise sind die Songs ab hier bis zum Ende echte Brecher, die mir richtig gut gefallen. Irgendwie hat hier alles mehr Druck und wirkt hungriger. Gut möglich, dass die Steigerung im Laufe des Albums Absicht ist - wer hat schon was gegen einen schönen Spannungsbogen? Aber dafür treffen die Songs der A-Seite einfach zu wenig ins Schwarze. Eine EP mit den Tracks 5-10 und das wäre ein echter Knüller.

Textlich natürlich Refused wie immer links und schön militant. Das spiegelt sich auch im liebevoll gestalteten Textblatt wieder und in den (guten) Lyrics sowieso. Ich kratz mich einfach nur am Kopf, wie authentisch das noch alles ist, aber das weiß man ja bei vielen Bands nicht so richtig.

Fazit: Selten A- und B-Seite einer Platte so unterschiedlich wahrgenommen, wenigstens muss ich sie nicht umdrehen sondern kann einfach immer die zweite Seite hören. Mir hat der Vorgänger besser gefallen.

Anspieltips:
Turn the Cross!
Death in Vännas
The Infamous Left
Horace 11/2019
Hörprobe:
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Refused
Musikstil: Hardcore-Punk
Herkunft: Schweden
Homepage: www.officialrefused.com
Refused - War Music

Stil: Hardcore-Punk
VÖ: 18.10.2019, LP, CD, Spinefarm, Universal


Tracklist:
01. REV001
02. Violent Reaction
03. I wanna watch the World burn
04. Blood Red
05. Malfire
06. Turn the Cross
07. Damaged III
08. Death in Vännäs
09. The Infamous Left
10. Economy of Death

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