Rather Raccoon:
Low Future
Schade, folgt man erstmal streng den Richtlinien für guten melodischen Pop-Punk, machen Rather Raccoon auf den ersten Blick mit "Low Future" eigentlich alles richtig. Eingängige Chorusse treffen auf simple Melodien, politische Texte und sogar weiblich-männlicher Wechselgesang ist auf dem Album ebenfalls vorhanden. Also alles richtig gemacht? Leider nicht, zwar schreiben sich Rather Raccoon fett DIY auf die Flagge, leider bedeutet das aber auch, dass der Gesang mal etwas nuschelig ist und somit untergeht und mal zu laut ist. Gleiches gilt auch für die Instrumente. Manchmal ist die Standtom viel zu laut und die Becken sind einfach gerne mal zu leise. Töne werden gelegentlich konsequent verfehlt und der Sänger bemüht sich viel zu sehr, seiner Stimme einen rau-rock'n'rolligen Klang zu verleihen, was aber ebenfalls nach hinten losgeht. Backings klingen dann auch eher nach besoffenem Kegelclub als nach Musiker*innen.
Bei aller Kritik sei aber dennoch angemerkt, dass "Low Future" auch seine Höhepunkte hat. Auch wenn der Sound generell etwas dumpf ist, gibt es dann eben doch ziemlich viel Auftrieb durch ein relativ flottes Tempo und eingängige Chorusse, die einem helfen über die Schwächen, die diese Platte definitiv hat, hinwegzusehen.
Fazit: Zwar hört man schon an einigen Stellen, wo die Reise für Rather Raccoon mal hingehen kann, momentan ist da aber echt noch viel Luft nach oben.
Anspieltipp: Generation Digital
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