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The Bombpops:
Death in Venice Beach
Neulich im Candyshop, da fragt mich doch der dicke Mike, seines Zeichens Bäckermeister und fortlaufender Mitarbeiter des Monats bei eben diesem Vertrieb und Marktführer für Zuckerwatte-Punk, ob ich noch eine Extraportion Zucker auf meine Süßigkeiten möchte. Ja? Dann soll ich doch mal vom neuen Output der kalifornischen Bombpops kosten. Bei einer solch verführerischen Versuchung, wer kann da schon nein sagen? So nehme ich dieses Angebot dankend an und nasche vom süßen Nektar der BOMBPOPS. Schmeckte mir ja schon ihr erstes Album "FOMO" (Fear Of Missing Out) relativ gut. Das neue Werk "Death in Paradise" knistert nun sogar noch ein bisschen mehr an meinen Geschmacksknospen. Durchaus sprechen wir hier von einem lang bekannten und etablierten Geschmack, der kaum noch neue Komponenten bereit hält. Ich mein, es handelt sich hierbei halt um Melodic- respektive Skate-Punk, und die Herangehensweise in dieser Art von musikalischem Süßstoff sollte wirklich keinem Punkrock-Fan gänzlich unbekannt sein. Die kennt man eher schon seit frühester Kindheit beziehungsweise Adoleszenz. Also nochmal, so viel sollte jedem, der hier zugreift, klar sein, wir begeben uns auch mit den neuen Songs nicht auf eine Reise in unbekanntes Territorium, sondern in lang erforschtes und kartographiertes Gebiet. Mehr Algarve als Amazonas. Unerwartete Überraschungen bleiben natürlich aus!

Beim ersten Hören schlagen trotzdem direkt einige Songs auf dem Hit-O-Meter nach oben aus und heben sich hierdurch von der klebrigen Gesamtmasse ab, hier wären Notre Dame, Don`t Come Clean und House On Fire aufzuzählen. Insgesamt sind die Bombpops mit ihren dicken Drums, dem noch dickeren Gtarrensound und dem poppigen Gesang immer noch bestens dafür geeignet den Soundtrack für eine dieser durchweg peinlichen Highschool-Coming-Of-Age-Komödien zu liefern oder gleich am Ende eines solchen Films, beim Abschlussball, vor einem Haufen pickeliger Teenies als Band zu spielen. Jedoch werden auf "Death in Venice Beach", das seinen Titel von Thomas Manns gleichnamigem Buch entliehen hat, größtenteils ernste Themen behandelt. Wie Poli van Dam (git./voc.) und Jen Razavi (git./voc.) berichten, wäre es thematisch deutlich düsterer als "FOMO". Ich muss sagen, ich finde es jetzt nicht so richtig tief-unten-im-brunnen-düster sondern mehr so in-der-ecke-brennt-noch-ein-kleines-licht-düster, aber immerhin ist es nicht der komplette textliche Heititeiti. So erfahren wir in 13 Stories Down und Can`t Come Clean von Poli van Dam`s Alkoholproblemen, die nach Beendigung der Aufnahmen für dieses Album in einer Behandlung resultierten und in Double Arrows Down von einem lebensgefährlichen diabetischen Anfall auf Tour (ja, ja, da wären wir wieder beim lieben Zucker). Tja, das Leben besteht halt nicht nur aus Zucker schlecken nech! Zudem fungierte ihr Herkunftsort Los Angeles und die Kultur der Angeleros als Muse für einige neue Songs. In Blood Pact sind sogar einige Zitate aus Büchern von James Ellroy und John Fante und Filmen wie True Romance, Mulholland Drive, Falling Down und Natural Born Killers zu finden. Das Album soll somit als eine Liebeserklärung an die dunkle Seite von L.A. zu verstehen sein.

Resümierend kann man sagen, wir haben es hier mit sehr gut gemachtem Pop-Punk zu tun, der sowohl mit Zuckerbrot als auch mit Peitsche daher kommt (aaaah ich kanns nicht lassen). Das kann man sich bei entsprechender Neigung hierzu anhören, muss man aber auch nicht!

Nicht mehr in den Text gepasst hat: "dem Affen Zucker geben".
Peter 03/2020
Hörprobe:
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The Bombpops
Musikstil: Melodic Punkrock, Pop-Punk, Skate-Punk
Herkunft: San Diego (USA)
Homepage: thebombpops.com
The Bombpops - Death in Venice Beach

Stil: Melodic-Punk, Skate-Punk, Pop-Punk
VÖ: 13.03.2020, LP, CD, Fat Wreck Chords


Tracklist:
01. Dearly Departed
02. Double Arrows Down
03. Zero Remorse
04. Notre Dame
05. Sad to Me
06. Can't Come Clean
07. Blood Pact
08. In the Doghouse
09. 13 Stories Down
10. Radio Silence
11. House on Fire
12. Southbound Stranger

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Zwen
(Zwen)
12.03.2020 10:11
Dass das neue Album textlich deutlich düsterer wird als FOMO ließ sich ja schon bei der Dear Beer EP erahnen, oder wie sie selbst sagten:

"Jen: I think when writing these songs I was not in a good place. Writing that song and the lyrics just came to me, kinda depressed, drinking more than I should. It's just real feelings. I think we are all negative sometimes. You know we struggle with anxiety and some depression. Those things go hand in hand: The partying and then the anxiety. It's a vicious cycle. There is this overwhelming poppy, bouncing music with some of the darkest lyrics. I mean we are not singing about serial killers but at least the stories are a little bit dark with a poppy undertone.
Don: Wrapping the sorrow into positive music."

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