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Stank Voor Dank:
Where Seagulls Dare
Eine kalifornische Band mit niederländischem Namen. Wasn da los? STANK VOOR DANK, was so viel bedeutet wie Danke für Nichts, sind die musikalische Neugeburt vom Niederländer Rody, der früher bei BRAT PACK und THE ESTABLISHMENT an den Drums aktiv war. Nun hat er, nachdem er in die USA ausgewandert ist, diese Band mit zwei Amerikanern und einem Kanadier gegründet. Die anderen Mitglieder haben bisher, oder spielen aktuell noch in Bands wie RETOX, HIGH & TIGHT, FRANCAS und TEXAS THIEVES. Deren Aufzählung aber eigentlich überflüssig ist, da sie hierzulande höchstwahrscheinlich komplett unbekannt sind und wohl kaum irgendwem etwas sagen werden. Nun gut, der Vollständigkeit halber will ich sie mal nicht unter den Tisch fallen lassen. Benannt nach der riesigen im Pazifik schwimmenden Müllinsel, außerdem wohl gedacht als eine Hommage an den MISFITS Song "Where Eagels Dare" und auf eigene Kappe rausgebracht, gibt es nun als erste Veröffentlichung der Band diese 6-Song EP auf 10" Vinyl.

Tief verwurzelt im 80er Punkrock und Hardcore-Punk US-Westküste bollern die sechs Songs drauf los und erzeugen dabei ein wohlig warmes Retro-Feeling. In den Lyrics stehen sie dabei für Immigranten ein, die so oft von ihrem derzeit regierenden Präsidenten als allen Übels Ursprung gescholten werden. Im Titelsong fantasieren sie sarkastisch über die Landflucht hin zu der erwähnten Plastikinsel. Mit Evel wird Evel Knievel, dem allseits bekannten Stuntman, mit Blackout Drinking dem allwöchenendlichen Komasaufen und mit Neandertal dem eigenen Losertum gehuldigt. Kopfzerbrechen bereitet mir nur Bangers & Meth und lässt in mir den Anarcho-Spießer durchkommen. Hier geht es um die Verurteilung von Junkietum. Bangers & Meth ist dabei wahrscheinlich ein Wortspiel mit dem englischen Gericht Bangers & Mash (Wurst & Kartoffelpūree). Eine Textzeile daraus lautet: "sucking glass (vielleicht aber auch gloss, das entsprechende Wort ist im Textblatt nicht gut lesbar) dicks down on your knees... buttfuck your bros' til' their arseholes bleed". Ich interpretiere dies mal so, dass damit gemeint ist, gläserne Pfeifen zu rauchen (eine beliebte Art Meth zu konsumieren) und Freunde oder Familie abzuziehen und zu verarschen. Ohne der Band nun Homophobie unterstellen zu wollen, hätte man, wenn man hier eine Verbildlichung dieses Verhaltens beabsichtigte, dies durchaus auch anders, nämlich weniger sexualisiert und derbe und somit auch weniger unglücklich formulieren können. Wir sind hier doch nicht beim Gangsta-Rap. Mal ganz davon ab, dass ich die Kernaussage: "Finger weg von harten Drogen / Punx not Junx!" unterschreibe, ohne selbst ein Kind von Traurigkeit oder gar Straight Edger zu sein. Ich mein ein Pfeifchen Crack am Morgen oder ein Schüsschen H am Geburtstag und zu Weihnachten, was spricht schon dagegen? Spaß beiseite, man sollte, meiner Meinung nach, auch immer die Ursachen die zu einer Sucht geführt haben mit einbeziehen bzw. berücksichtigen und eine reine Verurteilung des Suchtverhaltens und herablassendes Verhalten unterlassen. Außerdem wer, wie die Band es tut, in einem anderen Song über das vermutlich eigene Komasaufen am Wochenende singt, ist von einer (Alkohol-)Sucht vermutlich auch nicht weit entfernt. Auch wenn diese gesellschaftlich weniger geächtet ist. Zur entsprechenden Textzeile hatte ich der Band ein paar Fragen per E-Mail geschickt, habe aber auch nach Wochen des Wartens keine Antwort erhalten.

Fazit: Gut gemachter Hardcore-Punk, der musikalisch mit den Beinen noch in den 80ern steht. Das von einem der Bandmitglieder selbst gestaltete Cover, komplettiert den Retro-Charme. Leider gibt's Abzüge in der B-Note für besagte Textzeile.
Peter 03/2020
Hörprobe:
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Stank Voor Dank - Where Seagulls Dare

Stil: Hardcore-Punk, Punkrock
VÖ: 2019, 10"


Tracklist:
01. Bangers & Meth
02. Evel
03. Neanderthal
04. Where Seagulls Dare
05. Blackout Drinking
06. Naranja Clown

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