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Diverse Fanzines:
Seite 20
Ich hab schon fast nen Monat keinen Artikel mehr für Bierschinken geschrieben! Unfassbar, wie konnte das passieren? Dabei haben wir doch alle so viel Zeit. Bei mir heißt "mehr Zeit" aber eher "mehr Zeit fürs Nichtstun", habe ich kürzlich festgestellt. Unter normalen Umständen versuche ich irgendwie instinktiv immer, mir meinen Tag schön vollzupacken - nee, nicht workaholic-like, aber eben so nach dem Motto "wenn ich am Ende des Tages nichts gemacht habe, war der Tag für die Tonne". Und jetzt? Aufstehen, Home Office, spazieren gehen, irgendein 90er-Jahre-Ballerspiel zocken, irgendeine(n) Film/Serie/Doku aus der Mediathek glotzen, früh pennen gehen. Alles Sachen, die selbst unter Berücksichtigung des Butterfly Effects einfach null Auswirkungen auf irgendwas haben (außer natürlich das mit dem Home Office, falls mein Chef das hier liest, was seit der letzten Bodo-Ausgabe gar nicht so unwahrscheinlich ist).
Ich hab mich ja früher immer gefragt, was in den Köpfen von Leuten vor geht, die keinen erfüllenden Hobbys fröhnen und außer der Arbeit überhaupt keine Life-Balance haben. Wie machen die das? Wie finden die den Willen, weiterhin diesem stupiden und eintönigen Tagesablauf zu folgen? Naja, jetzt weiß ich es - und es fühlt sich gar nicht mal so schlimm an. Eine wohlige Leere, alles geht seinen Gang. Weil der Input fehlt, wird mensch auch zunehmends dümmer. Und dass das Attribut "dumm" stark mit "glücklich" korreliert, wusste schon die APPD.
Perfekte Zeit also, einfach mal ein paar dumme Ideen zu verwirklichen! Was gar nicht so einfach ist, weil unter mangelndem Input auch die Kreativität leidet, aber hier mein heutiger Geistesblitz:

Ich mach einfach mal nen Blitztest aktueller Fanzines und schaue mir dabei ausschließlich die Seite 20 an! Seite 20, weil, ihr wisst schon, Jubiläumsjahr. Boah, voll gut. Ich bin echt gespannt, was da fürn Murks bei rumkommt!

Plastic Bomb, Ausgabe #110
Die Notrufnummerausgabe der Bombe hat auf Seite 20 die erste Seite des zweiten Teils eines Interviews mit Thees Uhlmann zu bieten. Thees, der letztens was für die Bild-Zeitung schrieb und sich dann reumütig davon distanzierte. Vielleicht ist er ja auch dümmer geworden! Brüder im Geiste! Hab ich erzählt, dass Thees mal meinte, ich sähe aus wie sein Bruder? Egal. Zum Zeitpunkt dieses Interviews war das alles nicht von Belang, er erzählt über die Sozialisation auf dem Dorf, wo man sich zwischen Schützenverein und Band gründen entscheiden musste, und er traf die schlauere Wahl. Er erzählt noch, wie er den musikalischen Wandel von Scorpions rüber zu Boxhamsters schaffte, dann endet die Seite mitten in einem Satz, der von "DIY-Spirit" handelt.

Punkrock Diary #7
Auch als Rilbfhpa Reloaded bekannt, erzählt hier Maks (oder ein lyrisches Ich als imaginäre Begleitung) von seinen süffigen Erlebnissen. Auf Seite 20 ist er mitten in einem Beitrag über das Konzert von Death By Horse, The Bloodstrings und The Sensitives in Essen. Oh, da war ich ja auch! Auf Seite 20 sind 3 Fotos, von jeder Band 1, sehr professionell. Im Text erfährt man, was der Protagonist von Death By Horse hielt und dass The Bloodstrings aus Aachen kommen. Außerdem gibt es einen Spoiler, der wirklich neugierig auf Seite 21 macht. Mehr verrat ich nicht!

Klub Krach #1
Das find ich voll schön! Nele hat ein Egozine im Schnipsel-Layout zusammen getackert, versehen mit Interviews, die schon in der gleichnamigen Sendung liefen. Auf Seite 20 sind wir mittendrin im Interview mit Philipp Meinert über dessen Buch "Homopunk History". Nee, mittendrin stimmt nicht ganz, Philipp erzählt gerade über die Anfänge seines Interesses an queerem Punk in Form der Ramones. Wie er die Brücke schlägt von "sie stehen eigentlich eher für einen maskulinistischen oder heterosexuellen Punk" zum LGBTIQ*-Thema, verrate ich hier aber nicht. Der Artikel ist kein reines Frage-Antwort-Interview, Nele wählt eher den Weg, uns das Buch nahe zu bringen und den Autor hier und da zu Wort kommen zu lassen. Find ich spannend und erinnert mich daran, dass ich mir noch Philipps Lesung bei Youtube reinziehen wollte.

Ox Fanzine #149
Ich warte ja immer noch darauf, dass ein Printheft auf Seite 20 ausschließlich Werbung hat und ich die voll in die Scheiße reiten kann. Natürlich habe ich große Hoffnungen aufs Ox gehabt, aber leider finden sich auf Seite 20 lediglich Konzerttermine, die von Ox präsentiert werden. Versehen mit dem fetten Vermerk "Alle Termine ohne Gewähr, gerade in Corona-Zeiten", macht es schon irgendwie Laune, in den Terminen zu stöbern und diejenigen durchzustreichen, von denen ich eh schon erfahren hab, dass sie ausfallen. Ich frage mich ja eh oft, ob dieses "Ox/Livegigs präsentiert" überhaupt noch ein Qualitätsmerkmal ist, wo deren Logo doch gefühlt auf jedem Tourplakat dieser Republik steht. Naja. Was passiert eigentlich gerade auf livegigs.de?
Übrigens, Spaß beiseite, haben auch Printhefte wie Ox, Plastic Bomb oder Trust unter der Krise zu leiden, da der Verkauf an Bahnhofskiosken einfach still steht - auch wenn die Gewinnmarge da schon immer kaum Relevanz hatte, aber für die Auflagenhöhe ist es halt schon wichtig. Und Werbekunden sind vermutlich auch grad nicht sonderlich spendabel. Alex Schwers hat letztens erzählt, dass das Ox ihm für die Ruhrpott-Rodeo-Anzeige entgegen kommen würde, sollte dieses abgesagt werden müssen. Noble Geste vom Ox, aber hilft dem Ox selbst auch nicht wirklich weiter. Also, wenn ihr schon immer mal ein Fanzine abonnieren wolltet, jetzt ist die richtige Zeit dafür!

Brot Fanzine #5
Auf Seite 20 dieses sehr empfehlenswerten Heftchens befinden wir uns mitten in einem Artikel über Gilles Bertin. Weckt auf jeden Fall Interesse, auch Seiten 18, 19 und 21 zu lesen. Im Text geht es gerade darum, dass Bertin aufgrund eines internationalen Haftbefehls untertauchte und sich in Lloret de Mar mit Schnaps und Drogen eindeckte, bevor er in Lissabon mit seiner Partnerin einen Plattenladen eröffnete, obwohl er weiterhin gesucht wurde. Weiterhin erfährt man, dass er an Aids erkrankte und später in Barcelona eine Kneipe führte. Und wer ist jetzt dieser Gilles Bertin? Ich muss zugeben, ihn vor Lektüre des Brot auch nicht gekannt zu haben. Also hier noch kurz Details, die auf Seite 20 nicht zu finden sind: Sänger von Camera Silens, Bankräuber, Autor der Autobiographie "Trente ans de cavale", verstorben während der Brot-Artikel geschrieben wurde. Klingt wirklich alles nach einer sehr spannenden Biographie, und da das Buch bisher nur auf französisch erschienen ist, müsst ihr euch wohl das Brot holen, um mehr über Gilles Bertin zu erfahren. Brot gibt's bei eurem lokalen Bäcker oder bei brotfanzine@gmx.de.
Aktuell ist übrigens eine digitale Corona-Spezial-Ausgabe des Brots verfügbar, schaut mal hier!


So, das war's auch schon, mehr hab ich hier nicht rumliegen! Wir sehen uns dann im nächsten Jahr, wenn ich mir Seite 21 durchlese.
Gibt natürlich noch einige andere Printhefte. Das Trust zum Beispiel, aber ihr wisst ja, Bahnhofsbuchhandel und so. Oder das kürzlich reanimierte Zap, das zwar einen gewissen Legendenstatus hat, aber mich einfach nicht interessiert - hab's früher nie gelesen und hab auch eigentlich keinen Bock, mir von alten Männern den Punk erklären zu lassen. Aber wer weiß, vielleicht tue ich dem Unrecht und auf Seite 20 steht was voll Geiles über Einhorn-Memes im Darknet.
04/2020
Weitere Infos zu den Bands: Plastic Bomb, Ox Fanzine, RilbfhpA, Klub Krach, Brot Fanzine
Diverse Fanzines - Seite 20

Stil: Fanzine
VÖ: 04/2020, Heft



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