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Broadway Calls:
Sad In The City

Von Broadway Calls hatte ich bis dato noch nix gehört, aber da sie akut in der Band-Garage von den Fat-Wreck-Kumpels Red Scare rumlungern und zuvor bei SideOneDummy waren, ist die neueste Veröffentlichung "Sad In The City" wohl ein guter Grund, dies zu ändern. Positiv fällt mir zunächst mal das Artwork auf, das mich fast schon ein wenig an Muncie Girls oder Not On Tour erinnert. Eine Mischung aus niedlich und melancholisch. Vor allem Letzteres lässt sich auch für "Sad In The City" sagen. Die Songs passen perfekt in eine nächtliche Autofahrt nach einem durchschwitzten Konzert. Aus dem Album spricht zum einen Resignation, aber auch ganz klar, dass Aufgeben keine Lösung ist. Private Krisen sowie die aktuellen politische Vorgänge in der US-Politik haben das Album genauso geschliffen wie Corona und der Lockdown. Aber keine Angst, musikalisch gibt es ordentlich Drive und Energie. Dabei klingt das Album wie eine verdammt gute Mischung aus The Menzingers, Violent Soho, Gnarwolves und Lawrence Arms. Tatsächlich würde ich fast behaupten, dass "Sad In The City" das Green-Day-Album gewesen wäre, wenn Green Day sich nicht diesen Witz von eierlosem Daddy-Cock'n'Balls-Rock geleistet hätten, sondern stattdessen gutes Songwriting betrieben und das Ganze nicht mal wieder stark überproduziert hätten. Wenn ich mir hier z.B. im Vergleich "Always On The Run" anhöre und mir dann dieser wunderbar-wummernde Bass in die Ohrmuschel fährt, weiß ich, warum Instrumente im Punkrock in der Regel besser von Fender und Ibanez sein sollten und nicht von Rickenbacker, Sandberg oder ähnlichen, und warum man auf den Gesang maximal einen leichten Reverb-Effekt oder eine leichte Zerre packen sollte. Ebenso braucht man für ein Musikvideo keine Profis; eine Garage, ein bisschen Deko, ein kleiner Hang zum DIY und eine Handykamera reichen da völlig, wie Broadway Calls beim "Meet Me On The Moon"-Video eindrucksvoll beweisen. Was ich sagen will ist, dass Broadway Calls hier wirklich alles richtig machen. Es muss einfach nicht immer der große Knall sein. Drei Typen, die nicht jedem gefallen müssen, aber das, was sie tun, wirklich gut machen. Dabei kommen sie null aufgesetzt rüber, sondern total am Boden geblieben. Kann man bestimmt auch immer nach ner Kippe anschnorren. Egal, eigentlich wollte ich an dieser Stelle nur nochmal betonen, wie absolut beschissen das Anfang des Jahres erschienene Green Day-Album ist. Falls in euch das Bedürfnis aufkommt, dieses unbedingt hören zu müssen, kann ich euch (und euren Ohren) aus gesundheitlichen Gründen nur wärmstens empfehlen, stattdessen lieber "Sad In The City" anzuschmeißen.

Fazit: Dieses Pop-Punk-Album ist wie eine Autofahrt zum Anfang der 2000er, während vor dem Fenster Corona, Donald Trump, Green Day, der Klimawandel und alles was heute scheiße ist, ganz langsam vorbeizieht und schließlich im Rückspiegel verschwindet.

Anspieltipps: Always On The Run, Meet Me On The Moon

Zwen 07/2020
Hörprobe:
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Broadway Calls
Musikstil: Pop-Punk
Herkunft: Rainier, Oregon (USA)
Homepage: https://www.facebook.com/broadwaycalls
Broadway Calls - Sad In The City

Stil: Pop-Punk
VÖ: 10.07.2020, LP, CD, Red Scare Industries


Tracklist:

01. Never Take Us Alive
02. You Gotta Know
03. Sad In The City
04. Always On The Run
05. There's A Glow
06. Take Me Down
07. Radiophobia
08. Slick New Truth
09. Meet Me On The Moon
10. Big Mouth
11. Went Dyin'


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