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Notschrei:
Aus dem Nichts

In Friedrich Nietzsches "Also sprach Zarathustra" zieht sich der Einsiedler Zarathustra nach vielen Enttäuschungen, welche ihm bei den Menschen widerfahren sind, zurück in die Einsamkeit der Berge und lebt dort einige Zeit im Einklang mit Flora und Fauna in seiner Höhe. Eines Tages erhält der Einsiedler jedoch unverhofften Besuch von einem Magier, der ihn darauf hinweist, dass Menschen bereits auf dem Weg zu ihm sind und er sich nicht ewig von diesen fernhalten kann. Kurz darauf veranlasst ein Notschrei den weisen Zarathustra dazu, von seinem Berg hinabzusteigen und den scheinbar in seinen Bergen Leidenden zu helfen. Was folgt, sind Begegnungen mit verschiedenen Charakteren, in denen Zarathustra "höhere Menschen" erkennen zu glaubt. Diese "höheren Menschen" lädt Zarathustra sodann in seine Höhle ein und feiert mit ihnen ein Fest. Auf diesem Fest führt Zarathustra tiefgründige Gespräche mit seinen Gästen, welche symbolisch für die großen philosophischen Ideen Europas stehen. Als Zarathustra wiederkehrt, erwischt er jedoch seine Gäste gerade dabei, wie diese einen Esel anbeten. 

Ähnlich wie Zarathustra sitze nun auch ich hier in meiner Höhle und habe mich entschlossen, diese auf CD gebrannte Veröffentlichung der Freiburger Postcore-Band Notschrei hereinzulassen. Ob sie mir wohl ewige Weisheit bringen werden? Ein angemessenes Hörerlebnis würde mir ja schon reichen. Dennoch, ähnlich wie sich Zarathustra beim Hören des Notschreis wohl besser in seiner Höhle verkrochen hätte, hätten bei mir wohl schon bei der Genrebezeichnung Postcore die Alarmglocken angehen sollen. Aber dieses Genre ist dann auch wieder zu weit gefasst, als dass man da vorschnell ein Urteil fällen sollte. Bei Notschrei heißt Postcore nämlich eher eine leicht metallische, aber doch vor allem ins rockige gehende, text- und rifflastige Alternative-Musik. Die Texte stehen hierbei für alles und nichts, genau wie die Musik. Notschrei versuchen hier völlig willkürlich irgendwelche Einflüsse einzubauen, was von Distortion- sowie Clean-Gitarren über einen Pig Squeal hin zu kleinen Breaks eigentlich nichts auslässt. Gesungen wird dafür recht wenig und dafür mehr gesprochen, gerne gepresst oder mit ein paar Effekten versehen. Das wirkt alles extrem pathetisch und wird aus diesem Grund auch sehr schnell nervig. Vor allem da wirklich jede Silbe so betont werden musste, als wäre sie der letzte jemals gesprochene Laut. Besonders belastend wird es dann bei den fast schon choral anmutenden Backing-Vocals bei "Dunkle Tage". Wahrscheinlich bedeutet diese EP für die Musiker sehr viel. Für mich ist das aber alles etwas zu diffus, ja, ich würde fast sagen zu beliebig. 

 

Fazit: Pathetischer und bemüht bedeutungsschwangerer deutschsprachiger Alternative Rock/Postcore. 

Zwen 11/2020
Hörprobe:
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Notschrei
Musikstil: Postcore
Herkunft: Freiburg
Homepage: https://www.facebook.com/Notschrei/
Notschrei - Aus dem Nichts

Stil: Postcore
VÖ: 10.07.2020, CD


Tracklist:

01. Aus dem Nichts
02. Dunkle Tage
03. Lass los
04. Was bleibt


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