Glück Umsonst:
Irgendwas Ist Immer
Holla, so richtig einladend wirkt das Cover des neuen Glück Umsonst Silberlings ja nicht. Eigentlich 'ne gute Taktik, die Latte der Erwartungen niedrig auflegen und dann elegant drüberweg segeln. So hält man sich die ganzen Spontankäufer vom Leib, wenn sie nüchtern sind. Oder, anders gesagt, die Scheibe hat noch Luft nach unten.
Für mich als ausgewiesenen Nicht-Deutschpunk-Experten (Diplom des bestandenen Anti-Deutschpunk-Examens wird auf Anfrage bereitgestellt) ist das Album jedenfalls eine positive Überraschung. Es knochenfabrikt ganz ordentlich, die knödelige Stimme ist ganz dem Claus'schem Timbre entsprechend ausgefallen und musikalisch liegen da auch nicht wirklich Welten zwischen. Und ja, das ist ein Lob. Ob die Band die ewigen KnoFa-Vergleiche wohl noch hören kann?
Textlich liegt Glück Umsonst zwischen Wahnsinn und Weltkritik, immer fein bekloppt ohne albern zu sein, und oftmals mit der ein oder anderen Zeile, die deutlich macht, dass die Jungs mehr können als über saufen zu singen, auch wenn der Niveaupegel nicht konstant ist, sondern deutlich Ausschläge nach oben und unten aufweist. Gute Kombination.
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