Fliehende Stürme:
Warten auf Raketen
Fliehende Stürme haben schon wieder was Neues auf dem Markt? Mittlerweile darf man jedes Jahr mit einer neuen Veröffentlichung der Mannen um Andi Löhr rechnen, der ja mittlerweile schon seit 10 Jahren im sonnigen Portugal residiert.
Dem tief düsteren Sound der Fliehenden Stürme tut das aber keinen Abbruch und so empfängt mich direkt mit dem Opener "Sterne" das bekannte düstere Klangbild.
Was mir aber direkt auffällt ist, dass die Drums diesmal wohl nicht aus der Tube kommen, sondern richtig eingespielt wurden. Klingt sehr natürlich und verleiht dem Ganzen noch den restlichen Charme, auch wenn die Becken zu laut abgemischt worden sind. Kleiner Schönheitsfehler.
"Führerlos" erinnert mich an alte ChaosZ Sachen. Gänsehaut! Obwohl das Riff-Schema immer das selbe zu sein scheint, ist man doch wohl immer noch fähig, Lieder zu schreiben, die einfach hängen bleiben.
Danach wird zwei, teilweise sogar drei Gänge zurück geschaltet und die CD verliert etwas an Tempo, gewinnt aber an Intensität. Man rudert gefühlte 20 Jahre zurück. Synthesizer beschmückte Stücke folgen und mit "Horizont" hat man eine sehr schöne (!!!) doch finstere (Pop)Nummer geschaffen. Der komplette mittlere Teil der Scheibe erinnert mich an die "Himmel steht still", welche auf jeden Fall in der Champions League der Düster-Punk-Veröffentlichungen rangiert. Bei "Tiefe" und "Still" muss ich unweigerlich an NDW und den DarkWave der frühen 80er Jahre denken. Auf der CD gibt es noch als Hidden Track "Zerstörung" aus dem Jahre 1989.
Sicherlich wird die Scheibe niemandem zusagen, der auch schon nichts mit den früheren Werken der Band anfangen konnte, aber für Fans ein absolutes Muss! Allerdings halte ich die Erscheinungstermine der Stürme immer für etwas ungünstig. Im Herbst wäre diese Art von Musik sicher viel besser aufgehoben. Nur so'n Tipp!
Anspieltipps: Führerlos, Horizont, Stahl
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