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Abriss:
Kill Your Idyll

Das Jahr beginnt mit furiosem Krach! Nicht weil sich beim Jahreswechsel irgendein Otto mit Polen-Böllern die Gliedmaße absprengt, sondern weil ABRISS, die Hardcore-Punk-Formation aus Dortmund und Münster, ihr neues Album "Kill Your Idyll" auf euch loslässt, so wie ein Schrottplatzbesitzer es mit seinem Kettenhund macht, wenn er ungebetene Gäste auf seinem Grund und Boden entdeckt.

Beginnend mit dem Layout schließt sich hier der Kreis, der mit dem Debüt eröffnet und mit Nummer 2 fortgeführt wurde. In schlichtem Grau/Schwarz gehalten, lässt sich deutlich der rote Faden erkennen, der sich von Beginn an durch ihr Œuvre zieht. Selbstverständlich ist das auch beim Klang so: Wie gehabt prügelt einem der Vierer seinen mit Deutschpunk angereicherten Hardcore-Punk ins faltige Gesicht. Fehlende Zähne werden dabei billigend in Kauf genommen, sodass hier der Tatbestand der Vorsätzlichkeit vollends erfüllt ist. Für die Hörer:innen gilt die Devise: Vorwärts, immer weiter vorwärts und das bitte mit höchster Konzentration! Denn wer hier nicht richtig bei der Sache ist, der steht ruckzuck mit gewaschenem Kopf da und versucht noch Minuten später, wie getroffen von Überschallmunition, zu begreifen, wer oder was einen hier grad erwischt hat. Dabei verzichtet man dankenswerterweise auf Parolengedresche sowie auf Anbiederungsversuche bei all denen, die sich gern betrunken in den Armen liegen und laut und bierselig mitgrölen. Sowas Profanes sollen andere produzieren, hier wird noch mit Stil gehasst. Stattdessen begibt man sich in den Texten auf Deutschlandreise, um höchst effizient, diffamierende und schmähende Kopfnüsse auf all die herunterhageln zu lassen, die es sich redlich verdient haben. Man startet in Unna nach einem kräftigen Schluck in Müser's Kabinett, macht sich auf zur Nazitante vom Bodensee, der ebenfalls südlich verortete Unsympath Nr. 1, Markus Söder, darf sich einreihen, bevor dann Herr Schwers, hauptsächlich tätig im nordrheinwestfälischen Hünxe, besucht wird. Niemand geht leer aus, jeder kommt dran und alle, die wollen, bekommen ganz großzügig noch einen kleinen Nachschlag. Bissig, böse und wie immer treffsicher auf den Punkt, braucht die Band dafür nur wenige Zeilen, die man, wenn man mal wieder dem undiagnostizierten ADHS zu viel Raum gelassen hat, im beiliegenden Textblatt nachlesen und anschließend einstudieren kann. Eckpfeiler sind, neben fundierter Szenekritik, die allseits beliebte Lohnarbeit und blaubraune Auswüchse. Das scheppert, knallt und ballert alles so schön, wie es im Grunde eigentlich auch nur in der Welt von Spastic Fantastic Records möglich ist, wo diese Platte natürlich auch wieder erscheint. 

Es sei noch erwähnt, dass man hier die Möglichkeit erhält, sich eine in Vinyl materialisierte Schönheit ins Haus zu holen! Denn wer beim Anblick des mit gesiebdruckten Skelett-Vögeln versehenen, einseitig bespielten gelben Vinyls der Special-Edition, kein Tröpfchen in der Hose hat, dem oder der sind wohl schon lange alle Kanäle verkalkt!

Peter 01/2026
Hörprobe:
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Stil: Hardcore, Deutschpunk
Herkunft: Dortmund, Münster
Abriss - Kill Your Idyll

Stil: Hardcore-Punk
VÖ: 16.01.2026, LP, Spastic Fantastic


Tracklist:
1. Die Nazitante vom Bodensee
2. Wundengelegen
3. Hitlerjugend
4. Vorwärts Vorwärts 
5. Alle Hassen Markus Söder
6. Biedermeier
7. Müser's Kabinett
8. Geschichten aus der Anderswelt
9. Friedrich Schwers
10. Tiefer
11. Naturalschwachmat
12. Texte im Punk
13. Wer Arbeiten kann, kann auch trinken 
14. Arbeit ist die wärmste Jacke
15. Life Trap
 



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