Leck mich fett. Was geht denn hier ab?
Ich wollte nur mal eben zwischen Tür und Angel (bzw zwischen Wuppertal und Witten) in das 9 Track starke Album von Heckspoiler reinhören und - leckomio - glatt die Ausfahrt verpasst. Das Gaspedal trat sich zu dem Geballer quasi alleine durch, sodass ich erst irgendwo kurz vor Münster zum Stehen kam, mit kochendem Motor und geplatzten Reifen.
Das Duo, bestehend aus einem maximal verzerrten Bass, Trommeln und leicht angezerrtem Gesang, prügelt mir hier in einer knappen halben Stunde einen wilden Bastard aus D-Beat/Punk und Metalkante um die Ohren. Das macht Bock von der ersten bis zur letzten Minute.
Was allerdings wirklich gewöhnungsbedürftig ist; gesungen wird auf Österreichisch. Wer also Falco, Wanda und Konsorten schon aufgrund der Mundart scheiße fand, der wird sich hier wohl auch wohl nur bedingt in das sexy Duo verlieben können.
Ich habe tatsächlich auch etwas gebraucht, nachdem ich wie ein Heroinjunkie das Album zum dritten oder vierten Mal hintereinander weggehört habe, um mich an den schon speziellen Dialekt zu gewöhnen. Dann fetzt es aber um so mehr. Und bei Textzeilen wie "Du kaunst ma gerne in die Goschn haun - i find des ok" muss ich einfach laut lachen während ich noch lauter mitsinge.
Ich will und kann hier gar keinen Song hervor heben, weil hier einfach alles stimmt - Fette Produktion - Geballer at its best!
Leider habe ich die Jungs vor kurzem bei ihrem Gastspiel in Köln verpasst. Ich bin sehr gespannt, ob man das Fehlen der Gitarre live auch so gut kompensiert bekommt wie auf der Scheibe hier, denn da wurde offensichtlich ein bisschen getrickst. Der 4-Saiter fliegt nicht nur mono durch die Mitte, sondern flankiert auch im Stereobild die Seiten, sodass man nicht das Gefühl hat, dass hier doch ein Instrument fehlt. Gibt ja auch einige Vertreter in der Bass-Drums-Konstellation, wo sich nach ein paar Songs eine gewisse Müdigkeit einstellt. Hier suche ich danach, zumindest auf dieser Scheibe, vergebens.
Leider bin ich erst jetzt über die Scheibe gestolpert, sonst wäre das wohl 2025 meine Platte des Jahres geworden. So nun wandert sie (für mich) rein in das laufende Jahr und huiuiui...wer will das denn bitte noch toppen?
