Die letzte Band welche mich ohne Vorwarnung live vollkommen aus den Latschen hat kippen lassen, war PINK WONDER. Ich wurde Zeuge eines komplett wilden Stilmix aus ganz vielen Facetten des durchaus etwas härteren Punks und einer angenehm selbstironischen Sichtweise auf die Welt. Da es jetzt was neues gab, musste ich die Rezi machen, auch um endlich mal die Texte mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Irgendwann flatterte ein grasgrünes Tape durch den Briefschlitz und ich drücke dann mal auf Play.
Los geht´s mit einer Neuauflage von "Draino", der schon auf ihrem ersten Demo "Sofortiger Töt II" vorhanden war. Danach gibt´s dann aber durchweg neues Material und während ich so die Texte mitlese, fühle ich mich an Horrorfilme wie "Hellraiser" oder "Der Exorzist" erinnert. Allerdings wirkt die Darbietung im Gegensatz zu den düsteren Texten eher erheiternd und schlagartig fühl ich mich in einem alten Troma-Film wieder. Um das ganze ganz fix auf den Punkt zu bringen, zitiere ich einfach mal den kompletten Text von "Abudai": "I will die - you will die - we will die - see you in hell!", aber man kann auch über Textstellen wie eine Priesterzerstückelung oder eine Schändung eines Altars stolpern (Don´t mean nuffin' to no one). Da hüpft mein trashaffines Herz gleich freudig mit. Darüberhinaus gibts aber auch genügend Songs abseits davon wie das psychedelisch anmutende "Watermelon", einen Song über "Ofenkäse" oder auch einer über indige Völker und deren Land ("Always was always will be").
Wenn ich nicht komplett daneben greife, dürften zumindest die ganzen Horrortexte von Gitarrist Sterno, die zwei deutschen von Drummer Stix und der eine feministische Song (Venuz) von Bassistin Carol Fresh stammen. Wenn denn Stil und Hauptgesang einen Wert haben.
Musikalisch ist das echt messerscharf gespielter, unkonventioneller und teilweise an US-Hardcore der 80er erinnernder Sound, dazu ist das alles schon roh gehalten. Drei verschiedene Stimmen tuen ihr übriges. Ich mags total. Es gibt auch ein Musikvideo von dem sperrigen und durchaus aus dem Rahmen fallenden "Krokodile". Als Hörprobe empfehle ich aber eher das komplette Album mit meinen persönlichen Highlights "Eat My Eyes", "Lick My Puke", "Gorgeena" als auch "Always was always will be" sowie den Pogopunker "Ofenkäse".
Oi. Satan.
