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Accion Mutante:
The Time Machine

Das erste was mir beim Begutachten des brandneuen Longplayers der süddeutschen Crustpunk-Ikonen ACCION MUTANTE auffällt, ist das liebevolle und künstlerisch sehr ansprechende Artwork (Endzeit-Stuttgart). Alles wertig verpackt im Gatefold Cover. Das bringt schonmal die volle Punktzahl in der Haptiktabelle, wirklich sehr sehr schön das Ganze. 

Holy Goat Records Ralf hat sich mal wieder einen echten Hochkaräter ins Labelhaus gekarrt, denn die mir wohlbekannten Ur-Crust Punker begeistern die Szene bereits seit 1994 und es gibt bundesweit kein Autonomes Zentrum welches sie nicht schon mit D-Beat, Gebrüll und Schrammelgitarre vollgelärmt haben. Also neben CLUSTER BOMB UNIT vermutlich DIE Crust-Punk-Institution die jede*r wahrscheinlich schonmal (zumindest ausversehen) live gesehen hat. Der Vorgänger von THE TIME MACHINE erschien bereits 2013, hieß WORSE THAN A VIRUS und lief einst in der Agentur in der ich zu dieser Zeit schuften musste aus den Boxen rauf und runter, sodass der Bereichsleiter persönlich nach 2 Wochen eingreifen musste. Ihr seht, ich bin firm mit dem ACCION MUTANTE Kosmos!

Nun nach 13 Jahren gibt es ein Comeback mit nicht näher erläuterter Personalveränderung an verschiedenen Instrumenten, Chris von HELMUT COOL drischt nun auf die Gitarre ein und auch am Bass gibt es ein neues Gesicht. Am Stil hat sich dadurch allerdings nichts geändert. THE TIME MACHINE bietet ein Sammelsurium aus neuen und alten Songs in frischem Gewand, was ebenfalls leider nirgendwo begründet wird, denn bspw. KRANENWALD oder NARCISSISM OF MANKIND waren bereits auf dem Vorgänger in nicht minderer Qualität zu hören. Davon abgesehen gibts hier geradeaus geprügelten Crust mit politischen, religionskritischen und dystopischen Lyrics irgendwo zwischen purem Hass und totaler Verzweiflung. Furztrocken, humorlos, ohne Kompromisse und mit einer ordentlichen Metal-Kante fetzt die kurzweilige Underground-Zeitreise aus meiner Stereoanlage und lässt mich heiter dieses Review schreiben. Alles in allem absolut jugendhaustauglich und dabei alles andere als holprig. Im Gegenteil: Es geht handwerklich vorbildlich zur Sache und das bei rasendem Tempo. Korrekt produziert ist das alles auch noch. Kleine Kritik an der Zeitmaschine: Die Neuauflage der DREADS AND SPIKES-Szenehymne wirkt aus heutiger Perspektive etwas eingestaubt, da hat sich der gesellschaftliche Blick auf kulturelle Aneignung deutlich verändert. Wer als weiße Person im Jahr 2026 noch mit Dreadlocks rumläuft hat die letzten Jahre wohl, wie die Comicfiguren im Beiheft, in einer Höhle verbracht. Crust-Punk-Stilmittel hin oder her. Ansonsten unterschreibe ich aber alle anderen Text-Inhalte ohne mit der Wimper zu zucken. 

Abschließend rate ich allen Genrefans zum sofortigen Kauf und schicke meinem alten Bereichsleiter schnell mal eine retraumatisierende Sprachnachricht. 

Lux 04/2026
Hörprobe:
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Crust Punk
aus Stuttgart
Accion Mutante - The Time Machine

Stil: Crust Punk, Metal Punk
VÖ: 10.04.2026, LP, Holy Goat Records


Tracklist:
1. Fear
2. Dreads and Spikes
3. Die Human Race
4. What a wonderful world
5. Creature of Inhuman Power
6. Dead Dream
7. Desensitized
8. Ghetto Europa
9. Narcissism of Mankind
10. Kranenwald
11. Der Papst
12. Fuck Cancer
13. Collapse
14. Into Not Detox
15. Das Hohelied der Larmoyanz
16. Mankind is the reason
17. Drug Schools
18. Loser
19. Theodicy
20. Odin - Jesus



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