Zwakkelmann wuchtet sein 10. Album (zählt man die Live-Best-Of "Zwakkelmania" dazu) unter die Hörerschaft. Wer den bekanntesten Hamminkelner aller Zeiten bisher gerne hörte, braucht hier gar nicht weiter zu lesen, sondern kann sich die "Gemischte Tüte" getrost direkt auf Schallplatte (15 Lieder) oder CD (18 Lieder) bestellen. Hier wird geliefert, was Zwakkelmann-Fans wollen: Eine Mixtur aus Schlager, Punk, Rock und Pop. Dennoch ist die neue Scheibe besser gelungen als der Vorgänger "Liebhaberei", denn die Lieder fallen wieder lockerer, spaßiger und origineller aus. Heißt: Der Hörer kann mindestens die Hälfte des Albums nach 1x Hören direkt mitsingen und muss auch das ein oder andere Mal direkt schmunzeln oder zumindest anerkennend nicken, wenn alltägliche Scheußlichkeiten in kurzen Drei-Akkorde-Liedern pointiert angeprangert werden.
Auch wenn ich bisher von "Zwakkelmann" im Singular geschrieben habe, ist das Projekt mittlerweile mehr Band denn je, der langjährige Mitstreiter Marius bedient nach wie vor den Bass und Baum (eigentlich bei Ernte 77) trommelt. Zu erwähnen ist außerdem, dass der Sound diesmal ziemlich fett klingt - von den Lo-Fi-Aufnahmen der Anfangstage ist nichts mehr übrig geblieben. Das ist definitiv zu begrüßen!
Kommen wir zu den Songs: Herausstechend sind durchaus die vorab veröffentlichten Singles "Interessiert doch kein Schwein", "Spiel doch mal Jazz" und allen voran "Der erfolgloseste Musiker aller Zeiten" (der Hit des Albums - Zwakkelmannsche Alltagsmelancholie, wie man sie sich nur immer wieder wünschen kann!). Auch die neue Single "Detlef" (sie beschreibt die Protagonisten eben dieser Band aus Kölle) ist großartig! Ansonsten gefallen mir "Das war doch klar" (eine der punkigsten Nummern) und die "Prozedur in Moll" (die ruhigste Nummer) sehr gut. Auf der Platte kann man lediglich "Blöder Boomer" hören, das zunächst wegen des etwas abgedroschenen Textes, im Vergleich zu den anderen Songs, leicht abfällt. Dann wird es aber durch "Blöde Ziege" ergänzt (nur auf CD) und somit macht alles wieder Sinn. Quasi eine Reprise, die ganz am Ende ("eigentlich mag ich ja Ziegen") ein weiteres Mal ironisch gebrochen wird. Auch der Rest der Songs überzeugt durch stilistischen als auch textlichen Abwechslungsreichtum.
Zusammenfassend also ein Album ohne Ausfall (na gut - das gefühlt fünfte Instrumental "Einfall in rosa" hätte ich jetzt nicht gebraucht, aber vielleicht stellt es ja nur eine Überleitung zu den Bonustracks der CD-Version dar), dafür mit einigen Hits, das jeder Zwakkelmann-Freund haben muss, da es alle Trademarks bedient und dennoch neue Akzente setzen kann!

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