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Oiro:
Zweite Kasse bitte

Voila, liebe Freund*innen des Bierschinken, es ist angerichtet. Eine neue Oiro-Platte liegt auf dem Teller: Zweite Kasse Bitte. Ich freue mich immer, wenn im Supermarkt eine zweite Kasse geöffnet wird. Besonders gefällt mir der Anblick dahin eilender Boomer*innen, die sich diebisch über die vermeintlich gewonnenen Minuten freuen, ohne jemals den echten Fünf-Finger-Rabatt in Anspruch zu nehmen. Durch diese Assoziation vorgespannt gehe ich ähnlich freudig in das neuste Werk der wahren Kultpunks aus Düsseldorf. 

Wie eine gute gusseiserne Pfanne auf dem Herd wird auch die Platte von Oiro erst langsam warm, bis sie schließlich richtig heiß ist. Wie in den letzten Veröffentlichungen der Band kommt das Schlagzeug vom Computer. Das hört man heraus, aber nachdem man die Band ein paar Mal live gesehen hat, weiß man um dessen großartige Wirkung. 

Nun zurück zur vor mir liegenden Kreation. Als Vorspeise gibt es Steine und Keulen, die mit einem präsenten Bass eröffnet und von Gitarre und Gesang abgerundet wird. Johnny Bauer weiß hier wieder einmal die richtigen Worte zu finden, die sich ins Gehirn einbrennen wie eine gute Patina in die schon oben beschriebene gusseiserne Pfanne. 

Viele weitere Grüße aus der Küche der Band folgen (Herpes im Regal, Mittelfinger, Pfeffi auf Pump). Dabei werde ich nicht völlig überrascht, aber der bekannte Oiro-Geschmack entfaltet sich in meinem Gaumen und verbleibt dort. Mal besingen sie den Montag und den Rausschmiss aus der Bar. Dann wiederum erhält der Wetterfrosch die verdiente Aufmerksamkeit der Band. 

Als Kind der 90er gefällt mir besonders Kaugummiautomat mit der Suche nach dem einen Ring. Auch der Lobgesang auf die 100 verbliebenen Kaugummis schmeckt mir sehr. 

Der Hauptgang ist das gleichnamige Lied Zweite Kasse bitte. Im Gewand der 80er werden eilige Menschen, Aldi (hoffentlich der mir unbekannte Aldi Süd) und kaputte Maschinen besungen. 

Und dann sind da auch immer wieder Melodien, die wie ein gutes Olivenöl jede Speise veredeln und manche Prozesse erst ermöglichen. „Alles verboten“ und „Ungerechtigkeit ist keine Ansichtssache“ knüpfen an die Tradition der vergangenen Alben an, ruhige Songs mit poppigen Melodien zu spielen. 

Das Menü endet ebenso toll wie es begonnen hat. Elektrizität lebt von treibendem Synthie und tanzbarem Beat. Darauf freue ich mich schon ganz besonders, es live zu hören. 

Also liebe Gaumenfreund*innen, scheut euch nicht, einen Bissen vom Teller eurer wahren Lieblingsdüsseldorfer zu nehmen. 

Hörprobe:
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Oiro - Zweite Kasse bitte

Stil: Punk
VÖ: 01.05.2026, Tape, LP, Major Label, Raccoone Records


Tracklist:
1. Steine und Keulen 
2. Herpes im Regal 
3. Mittelfinger 
4. Pfeffi auf Pump 
5. Wetterfrosch 
6. Montag Teil II 
7. Kaugummiautomat 
8. Zweite Kasse Bitte 
9. Alles verboten 
10. Ungerechtigkeit ist keine Ansichtssache 
11. Elektrizität 
 



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