Laer stand immer auf einem der Busse, die an der weiterführenden Schule wartende Jugendliche für den Transport an den elterlichen Mittagstisch einsammelten. Der Bus nach Laer kam in der Regel vor dem, der mich nach Hause brachte, war für mich also ein Marker im Erleben der Zeit. Wenn ich mich nicht mit Leidensgenoss*innen austauschte, war in der Regel schon der Walkman an. Das Tape von LAER hätte da auf jeden Fall einen Platz im Schulrucksack gefunden. Ein melancholischer Boden mit dem Gefühl des Ausgeliefertseins und einem Fünkchen von Hoffnung am Horizont bilden das Fundament der Fünf-Song-Demo-EP.
Ähnlich assoziativ wie der Titel "Kreuzworträtselsuperlauf" sind die Texte und stellen sich damit zu No°rd, Lache oder Außer Ich in die Raucherecke. Mich hat interessiert, wie und ob das Wort Kreuzworträtselsuperlauf untergebracht wird. Ein schönes Wort, das in einem von zweieinhalb Midtempo-Songs der EP vom präsent gemischten, genau richtig schräg-schrundigen Gesang eingewoben wird. Dazu spielt das Trio aus Dortmund viel Moll mit punkig pappigem Drumsound, einem gut knatternd-brummenden Bass und einer zerrenden Gitarre, die sich eher im Hintergrund hält. Es fehlt ein bisschen an Druck, aber dafür klingt es nach der Eigenregie, die es ist und erinnert mich an Songs, die ich mir in den frühen Jahren von mp3.de auf gut Glück runtergeladen und dabei wunderbare Bands wie Anorak, Däsdraction K oder Schall & Rauch entdeckt habe. Mit der muffigen Wärme einer Kassette ist das dann der Fluxkompensator ins Jahr 2002. Nur 27 Stück stehen für eure Walkmans bereit.
Weil die EP zu kurz ist, werde ich erst auf Repeat rührselig und verbleibe gespannt, was die erst 2024 gegründete Band in Zukunft noch veröffentlichen wird.

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