Habe das hier mal aus dem Email Postfach gefischt. Eine Single.
Also gut, ein Song; mehr schaffe ich auch nicht.
Ich nehme das mal als Anlass, mich zu wundern, wie trivial manche Bands klingen und wie gut das anscheinend ankommt.
Grob überschlagen hören das hier 74 000 Hörer:innen monatlich alleine bei Spotify. Das sind echt eine ganze Menge Leute…
Bin bei der Fusion kurz am Triebwerke Hangar gewesen, als die gespielt haben. Die Menschen standen bis draußen, das wird schon also passen.
Nicht, dass ich es Alarmsignal nicht gönne; aber ich gönne es anderen Bands, die bessere Texte und bessere Songs haben, eben mehr.
Komm mir jetzt nicht mit "subjektiv". Ich meine - wirklich? Schon wieder „gehen“, „sehen“, „Problem“? Das ist einfach nicht besonders geistreich.
Ich verstehe es einfach nicht. Bands wie Feine Sahne Fischfilet kann man wenigstens zugute halten, dass sie wirklich aktiv gegen Nazis vorgehen und im Osten politische Arbeit leisten, auch wenn die selbst klingen wie die Onkels auf links gedreht. Ja klar ist es gut, dass es auch plumpe Bands für Linke gibt. Aber meine Güte, reicht Attitüde inzwischen aus, um das zu feiern?
Und das hier?
Aggressive Punk‑Produktionen… Aggressiv ist da nichts, das ist nicht einmal progressiv, das ist SPD‑Punk. Die Toten Hosen Schlager. Höchstens Deutschrock mit links angedeutetem Text.
Im Video zum Song laufen irgendwelche Berliner Hipster‑Dudes 3000 am Kottbusser Tor rum. Maximale Selbstinszenierung. Der Soundtrack dazu klingt, als hätte man das alles in einer Minute in Suno eingepromptet.
Was mich nicht einmal wundern würde, bei dieser Promo-Email mit den vielen Spiegelstrichen.
Der Prompt:
„Mach einen generischen Punk‑Song. Titel: Fresse auf. Text: Grob gegen AFD (nicht aussprechen) und gegen Empathielosigkeit alter Männer, aber vage halten. Style: Glatt und nicht zu sauer, soll auch im Radio laufen dürfen wenn Kinder hinten drin sitzen. Strophe und Refrain reichen. Second verse - same as the first, und bloß keine Halbtöne“
Nichts für ungut, ich habe auf Demos schon schlechtere Songs gehört; dieser gefällige Soundtrack heizt jetzt auch nicht wirklich zum Klassenkampf ein, da passt der Song hier auch irgendwie perfekt hinein.
...und das ist das eigentliche Problem.
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