Die Angel ausgeworfen und an der Rolle zappelt ein sieben Song starker Fisch. Nicht mehr ganz frisch, das Werk der 2022 gegründeten DOPEFISH, liegt es doch seit zwei Jahren im Reviewkorb und wird erst jetzt von mir gedrillt. Der Name wirkte auf mich zunächst abschreckend, kannte ich die Kommander Keen Referenz doch nicht, da ich es nie bis zum "Well of Wishes"-Level geschafft habe. Den Köder auswerfen lassen hat mich dann der Titel "200 bpm". Geschwindigkeit ist ein Qualitätskriterium. In der Hoffnung keinen Techno oder Gabber erwischt zu haben, nehme ich das Ding vom Haken.
Komplett in Eigenregie und DIY aufgenommen, überzeugen die Duisburger mit Können an den Instrumenten und einer Qualität der Aufnahmen, die sich hören lassen kann. Skatepunk, der ein bisschen Richtung Metal schielt, mit Ohoho, Oktavengeriffe und dem ein oder anderen Gniedelsolo. Die Riffs sitzen, schnelles Schlagzeug drunter und fertig ist die Fischsuppe (mal sehen wie viele Angel-Anspielungen mir noch passieren, lehne ich diesen Sport doch aus guten Gründen eigentlich ab). Anno 2009 zog ich mal eine ähnlich kapitale EP aus dem Teich: SPANKIES - "End Of Transmissions". Ein bisschen erinnert mich das Arrangement von DOPEFISH zwischendurch auch an DEAD UNITED, nur klingt deren Sänger mehr nach Glenn Danzig als nach Michael Poulsen. Für mich bräuchte es etwas weniger Volbeat-Gedächtnis-Gesang und mehr Affenmesserkampf-Momente wie in "Shitty Situation" oder "Stereotypical Upbringing Of Fuckheads". Ansonsten kann man "200 bpm" in einem Lauf durchhören und Geschmack an dem Süppchen finden, das auch an The Promised End erinnert. Schöne Lead-Melodien und im Geheimen ein bisschen poppig. Lasst euch nicht von der Selbstbeschreibung der Band abschrecken, College Rock und Oi gibt es auf dieser EP zum Glück nicht. Tatsächlich schwimmen auch alle Songs mit mindestens 200 bpm, außer "They Live", der bei etwa 180 bpm powert.
Nach den sieben Songs bin ich angefüttert und beim nächsten Werk von DOPEFISH werfe ich die Rute wieder aus.

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