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Erection:
Plug It In

Als Sängerin Julia 2023 im Und-dann-kam-Punk-Podcast zu Gast war, in dem sie Bewegendes aus ihrem Leben erzählte, war mir ihre Band noch kein Begriff. Sehr flott haben sich die Regensburger dann einen Namen in der hiesigen Szene erspielt. Besonders durch ihre energiegeladenen Shows, deren Zeuge ich bereits auf dem Bierschinken Festival vor einigen Jahren werden durfte. Kurz darauf erschien ihr erstes Album "Queendom" und in der nächsten Zeit wurden zahlreiche Shows gespielt, die, so wie ich es wahrgenommen habe, durchweg gut angenommen wurden. Warum auch nicht, Julia hat eine kräftige und markante Stimme, ein Gespür für gute Texte und packende Refrains, zudem haben sie mit Schtifn einen äußerst fähigen Gitarristen, der ein Händchen für griffige Melodien hat und ein halbes Bataillon an Schlagzeugern, von denen einer sogar noch Prominenz mitbringt. Seit Anfang Mai dieses Jahres ist nun der Nachfolger "Plug It In" im Kasten, auf dem sie ihren Punk'n'Roll weiter verfeinert haben. Neu beziehungsweise auf diesem Album komplett an den Drums zu hören ist Vom von DIE TOTEN HOSEN, der sich schon vorher die Felle mit den anderen beiden Schlagzeugern Andi und Tobi teilte. Voms kraftvoller Drumstyle, der sich jedoch in keinster Weise aufdrängt, potenziert dabei wunderbar die bereits bestehende Power der restlichen Truppe. Hochgeschraubt wurde außerdem die Eingängigkeit der Songs, besonders spürbar bei den deutschsprachigen Titeln wie "Kasse" und "Ich will mehr", oder auch bei der Ballade "I don't wanna die". Alles lädt noch mal einen Tacken mehr zum Mitsingen ein und hält an den richtigen Stellen Chöre bereit. Nicht jeder Song auf "Plug It In" holte mich dabei beim ersten Durchgang ab, das bis zum Refrain gestampfte "Toys" benötigte da schon ein paar Durchgänge, oder auch "Gorilla Salad", auf dem Julia ein wenig im Stil von Joey Ramone singt und der einen tollen Bass-Part hat, bat um Wiederholungen. Im Endeffekt brauchte ich aber nur wenige Durchgänge, bis ich jeden Song in mein Herz geschlossen hatte. Der Spaß, den die Band beim Musizieren mitbringt, ist praktisch spürbar und überträgt sich auf die Hörer:innen schneller als die Grippe im Winter. Lernen durfte ich dabei sogar auch noch etwas, "Colin Robinson" war mir bisher nicht bekannt, nun weiß ich, dass es ein rechtsgerichteter YouTuber ist, der sich den lyrischen Mittelfinger im gleichnamigen Song wohl verdient hat. 

Für die Zukunft würde ich mir noch mehr deutschsprachige Songs wünschen. Ich denke, Songs wie "Hand in Hand", "I hate to" oder "Gorilla Salad" würden auf deutsch noch mal besser kommen. Zu erzählen hat Julia schließlich genug, und dass sie dabei in die Tiefe gehen kann, hat sie bereits ausreichend bewiesen. Dies untermauert auch noch mal deutlich das Lied "So war sie" vom neuen und aktuellen Album, das sie ihrer Mutter widmet, die Selbstmord beging. Außerdem haben die Songs auf unserer Muttersprache, das war schon bei "Nüchtern oder Schüchtern" von "Queendom" so, einen sehr viel höheren Mitsingfaktor und was wünscht man sich live denn mehr?
Wie ich finde, präsentieren sie sich schon jetzt als die kleinen Geschwister von THE BABOON SHOW, können und werden dahingehend aber sicher noch einen Sprung machen und schon bald weiter auf den Festivallineups nach oben und somit in Richtung der großen schwedischen Schwester rutschen. Ansonsten kann eigentlich alles bleiben, wie es ist: gut, aber nicht zu perfekt, sodass man nicht den Straßenkötercharme verliert. Ich denke, dem weiteren Erfolg sollte, vorausgesetzt, man bleibt am Ball, so nichts im Wege stehen. 

Peter 08/2026
Hörprobe:
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Punkrock
aus Regensburg
Erection - Plug It In

Stil: Punkrock
VÖ: 08.05.2026, LP, Merchcowboy Records


Tracklist:
1. Plug It In
2. Hello Julia
3. Kasse
4. Ich will mehr
5. I Don't Wanna Die
6. I Hate To
7. Toys
8. You Don't Know
9. So War Sie
10. Colin Robinson
11. Gorilla Salad
12. Hand In Hand
 



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