Schon vor einigen Monaten habe ich mir das aktuelle Album Joy Of Missing Out von ABRAMOWICZ zur Besprechung geangelt. Da habe ich doch ein schlechtes Gewissen, dass ich so lange gebraucht habe, zumal ich dann einige Zeit später auch noch die schicke Vinyl zugeschickt bekommen habe, danke dafür. Aber mein Sommer war einfach sehr stark durch diverse Festivals geprägt, da fehlte leider einfach die Zeit und Muße. Aber jetzt!
Seit einigen Jahren war es sehr ruhig um die Band geworden, das letzte Album 7 Jahre her und der letzte Eintrag auf diesem Medium ist auch schon 5 Jahre her, sogar von mir von ihrem Auftritt auf dem wunderbarem Rockade Festiwoll. Was sich in dieser Zeit wohl getan hat? Auf jeden Fall haben sich die Hamburger mit einer dritten Gitarre auf ein Sextett erweitert.
Der erste Song Entering Monster City, der quasi als Intro fungiert, ist sehr ruhig und getragen. Danach geht es mit Money Takes in den bekannten Abramowicz-Sound. Der Gesamteindruck des Albums zeigt jedoch durchaus ein paar sanfte Veränderungen. So wird den Keys, sei es durch Klavier-Sound oder Synthesizer-Sound, mehr Raum eingeräumt. Gerade das Klavier mag ich im Zusammenhang mit dem Sound der Band sehr. Außerdem gibt es in mehreren Liedern durch mehrere Gastmusiker*innen auch ein Saxophon zu hören, das ich im Zusammenhang mit dem Sound der Band sehr mag. Nein, eigentlich mag ich Saxophon und Klavier allgemein gerne. Die dritte Gitarre hingegen höre ich Banause nicht wirklich raus.
Insgesamt ist das Album meiner Ansicht nach etwas ruhiger und getragener geworden, ausdrücklich bei Hunter oder Reveries. Aber auch die für Abramowicz typischen Punk-Spurenelementen gibt es durchaus (Doomsday, Joy Of Missing Out), auch etwas mehr Druck wie in DNA Runaway. Besonders zu erwähnen aber auch noch Mercimek Forever mit Gastgesang von Jule auf deutsch. Klingt sehr interessant, bricht den üblichen Sound etwas auf und passt dennoch gut rein.
Auch wenn das Album etwas ruhiger ausgefallen ist, schafft es die Band wieder auf ihre ganz eigene Weise, Gedanken an Roadtrip, verschwitzten Clubs bis Lagerfeuer aufkommen zu lassen. Und über allem schwebt die wunderbar intensive Stimme von Sänger Sören.

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