Mikrokosmos23:
Alles lebt. Alles bleibt.
Es gibt Platten, die hört man einmal und ist begeistert bis zum geht-nicht-mehr. Andere findet man auf Anhieb so scheiße, dass man am liebsten seine verschenkte Zeit zurückfordern möchte. Und dann gibt es "Alles lebt. Alles bleibt." von Mikrokosmos23. Während Ingo Donot noch im beiliegenden Presseschreiben die Qualitäten der jungen Meissener über den grünen Klee lobt, denke ich nach dem Hören einfach nur: "Ja, und jetzt?"
Um fair zu bleiben, muss man sagen, dass das musikalisch mit Sicherheit ganz weit vorne ist. Pop mit harten Riffs, teilweise schon fast Punk-Rock, wird kombiniert mit melancholischem deutschsprachigen Gesang. Im ersten Song "Laternenmann" ist der Chorus allerdings schon fast nervtötend melancholisch. Danach geht es aber.
Der Stil erinnert an die alten Jupiter Jones, ein wenig Schrottgrenze und vielleicht auch Virginia Jetzt oder Revolverheld? Bei Letztgenannten möchte ich mich allerdings nicht festlegen. So schlecht ist dann doch wirklich keine andere Band.
Mikrokosmos23 wurde schon beim letzten Album von Kritikern begeistert wahrgenommen. Sogar Vergleiche mit Tocotronic blieben nicht aus. Dies wird bei diesem Werk sicherlich auch wieder der Fall sein. Doch, selbst wenn Sänger Peter Löwe als Stimme der Generation gefeiert wird: für mich spricht er nicht!
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