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Ass-Card Records Fest: Hot Water Music, Strike Anywhere, A Wilhelm Scream, Tribute To Nothing, Red Tape Parade, 27.11.2009 in Dortmund, FZW - Bericht von Fö

Ass-Card Records Fest, 27.11.09 in Dortmund

Das Dortmunder Label Ass-Card Records hat ja durchaus nen guten Namen, wenn es um Hardcore und Post-Punk geht. Mittlerweile treiben die Jungs schon seit 11 Jahren ihr Unwesen. Ha, Schnapszahl, das wird auch direkt ausgiebig zelebriert - mit ner Jubiläums-Sause im FZW, wo sich neben einigen Labelbands auch die großartigen Hot Water Music sowie Strike Anywhere angekündigt haben - geil! Im Endeffekt also ein erweitertes Line-Up der aktuellen Tour dieser beiden Bands und sicherlich eine große Ehre für die Labelbetreiber.
6 Bands an einem Abend, da kann schon mal leichter Zeitdruck entstehen. Den Opener "The Escape Artist" verpasse ich dann auch. Ich frage mich sowieso manchmal, wieviel Sinn es macht, einer Band lediglich 20 Minuten Spielzeit zu geben - naja, die nächste Band hat immerhin 25. "Red Tape Parade" sind jetzt an der Reihe
Die Band aus Süddeutschland macht, wie eigentlich alle am heutigen Abend, melodischen Postpunk-Hardcore. Das ist ganz generell nicht so meine Baustelle, aber dran vorbei kommt man auch nicht. Red Tape Parade machen zumindest ordentlich Spaß beim Zugucken, wie der Sänger da über die Bühne fegt kann sich echt sehen lassen.
Insgesamt ne kurzweilige Show, was aber wohl auch an der kurzen Spielzeit liegt, vielleicht ist ein so enger Zeitrahmen doch gar nicht so schlecht, denn wie das halt so ist bei so ner Musik: Kennt man die Lieder nicht, wirds schnell eintönig.
Von der nächsten Band kenne ich immerhin ein paar Stücke: Tribute To Nothing kommen aus England, passen musikalisch selbstverständlich genau ins Line-Up und freuen sich, heute einen ihrer inzwischen raren Auftritte zu spielen. Erst der dritte dieses Jahr, wenn ichs richtig verstanden hab.
Emotionsgeladener Postcore-Punk. Hier ist es mal der Gitarrist, der bewegungstechnisch alles rausholt, wild über die Bühne springt und offensichtlich ganz gerne mal gezielte Rückkopplungen einsetzt, damit die Musik auch lange nachhallt.
Ziemlich gut abgefeiert wird die Band auch, inzwischen ist die Halle des FZW auch ordentlich gefüllt. Und so gerät das letzte Stück "Day in, day out" auch zum absoluten Höhepunkt des Sets, mitgebrüllt aus (fast) tausend Kehlen. Guter Auftritt.
Next On Stage: A Wilhelm Scream. Ich geb zu, der Name kam mir schon öfters vor, hat mich aber bisher nie interessiert weil der einfach nur nach ner x-beliebigen Emocore-Band klingt. Isset aber nicht, muss ich beruhigt feststellen. A Wilhelm Scream gehen eher in die Hardcore-Ecke.
Passen also gut in die Ecke Strike Anywhere, die anschließend auch noch spielen und mit denen anscheinend recht spontan der Slot getauscht wurde, laut Zeitplan wären die nämlich jetzt schon an der Reihe. Stört mich nicht weiter, waren Strike Anywhere doch sowieso der gefühlte Co-Headliner.
Aber schlecht sind A Wilhelm Scream nicht, nur wieder das Problem mit dem keine-Lieder-kennen. Okay, ein paar immerhin mal gehört. Dafür gibt uns (achja, Schlossi und Bunten sind inzwischen auch da) der Auftritt Zeit, nebenbei ein paar Bierchen zu trinken.
Wieder mal eine Band, die die Bühne voll unter Kontrolle hat. Alle fegen sie wie die Derwische quer von einer Ecke zur anderen, Respekt. Dafür werden sie vom Publikum auch gebührend gefeiert.
Wenig später wirds auch schon wieder Zeit für die nächste Band: Strike Anywhere! Die sind mir inzwischen doch auch schon ein paar mal untergekommen, machen immer wieder Spaß mit melodischem Hardcore, bei dem insbesondere die Politik nicht zu kurz kommt.
Sänger Tom sucht immer mal die Nähe zum Publikum, lässt alle mitsingen und freut sich sichtlich über jeden einzelnen, der dies tut. Verdammt gute Laune, der Typ! Vielleicht auch mit einer ähnlichen Gänsehaut-Vorfreude gesegnet wie wir, so betont er auch mehrfach wie sehr er sich freut, mit Hot Water Music spielen zu dürfen.
Ein neues Album namens "Iron Front" haben Strike Anywhere am Start, selbstverständlich gibts davon ein paar neue Stücke. Und sogar hier erstaunliche Textsicherheit bei den Fans. Großartiger Publikumschor bei "I'm your opposite number", wobei da der Whohoho-Part geradezu dazu einlädt.
Aber auch ältere Stücke wie "Infrared", "Instinct" oder "To The World" dürfen nicht fehlen, um mal einige aufzuzählen. Sehr zur Freude der Zuschauer - wobei, hier guckense doch eher verbissen, hähä...
Soviel zu Strike Anywhere, großartiger Auftritt einer engagierten Band, hat sich gelohnt! Schnell noch ein Bierchen holen, gleich wird es nämlich Zeit für die einzigartigen Hot Water Music...
Und da sind sie auch schon! Chuck Ragan und seine Mannen, endlich wieder live auf der Bühne! Beim ersten Song "Remedy" bricht auch direkt die Hölle los, kein Stillhalten mehr vor der Bühne und das Publikum brüllt sich die Seele aus dem Leib. Aber glücklicherweise können die brachialen Organe von Chuck Ragan und Chris Wollard das noch übertönen...
Pure Freude! Allerortens fliegen Punkrockfinger oder ganze -fäuste in die Lüfte, hier geht wohl für viele der Zuschauer ein kleiner Traum in Erfüllung. Nach der selbst auferlegten "Bandpause" sind Hot Water Music zurück, haben nichts von ihrer Power verloren und spielen sich direkt in die Herzen der Fans.
Wahrlich eine Ausnahmeband! Punkrock-Hymnen, aus voller Inbrunst gesungen und auch die beiden Nicht-Sänger, Basser Jason Black und Drummer George Rebelo (inzwischen auch bei Against Me! aktiv), sind eine Macht auf der Bühne und warten mit ordentlich Spielfreude auf.
Die Setlist kann sich mehr als hören lassen, ein bunter Rundumschlag aus den letzten 10-15 Jahren Bandgeschichte. "Rooftops", "All Heads Down", "Wayfarer" - Wahnsinn, alles was das Herz begehrt. Und das alles mit fantastischem, brachial-emotionalen Gesang vorgetragen, der unter die Haut geht.
Übrigens haben Hot Water Music auch ne kleine Mode kreiert, wenn auch unabsichtlich - aber so viele Leute mit Holzfällerhemden und Vollbart habe ich selten auf nem Konzert gesehen, hähä...naja, Kleidungsstile im Punkbereich waren mir schon immer suspekt.
Geht halt nix über Kapuzenpullis. Wobei mir der Wizo-Aufdruck inzwischen schon ein wenig peinlich ist. Egal. Dafür hinter uns ein Holzfällerhemd.
Natürlich dürfen auch Stagediver nicht fehlen. Gut voll ist es hier im FZW, wenn auch anscheinend nicht ganz ausverkauft. Das Publikum zieht sich dafür quer durch alle Altersstufen, wenn auch nicht unbedingt quer durch alle Schichten, woran wohl auch der recht hohe Eintrittspreis schuld sein mag.
Mit "Turnstile" wird der letzte Song des Abend angekündigt, was, wie ihr sicherlich wisst, totale Rockscheiße ist, weils ja sowieso ne Zugabe gibt. Geplante Zugaben sind ein Krampf. Aber dafür ist das Gejohle dann doch recht amtlich, als Hot Water Music wieder zurück auf die Bühne kommen.
Als nun wirklich letzten Song, wie eigentlich zu erwarten, die Mitgrölhymne "It's hard to know", zu derem finalen Höhepunkt noch diverse "Zaungäste" von Vorbands und Veranstaltern zum Mikro stürmen. Irgendwie fand ich das abrupte Ende doch ein wenig enttäuschend, zu sehr Rockscheiße halt. Naja. Ich ertränke meinen Kummer in Bier, hat bisher immer geklappt. Trotz allem ein verdammt geiles Konzert, jederzeit wieder, Hot Water Music sind die Macht! Jawoll!

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