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Lev-Kicks-Ass-Festival: Kingdom Of Salvation, Knock You Down Dead, Atropin, Divine To The End,..., 11.12.2010 in Leverkusen-Opladen, Kulturausbesserungswerk - Bericht von Chris Crusoe

Lev-Kicks-Ass-Festival, 11.12.2010 in Leverkusen-Opladen

Das erste Lev-Kicks-Ass-Festival findet im K.A.W. zu Leverkusen Opladen statt. Fotos von Chris und Nina (danke!)
Es handelt sich um eine Non-Profit-Veranstaltung die zum Ziel hat, Leverkusener Bands eine Möglichkeit zu geben, sich genreübergreifend zu präsentieren.
Die eröffnende Band ist heute Withering Fire, ein Quartett mit zwei Sängern. Musikalisch zwischen Streetpunk und Hardcore angesiedelt.
Zwischenzeitlich ein wenig hüftsteif, aber aber durchaus sympathisch insgesamt. Beim Rise-Against-Cover "Give It All" kann Sänger Kevin (einer von zweien) auch mal über kleine Schnitzer lachen.
Weiter geht's mit Conversation Zero, die nach einigen Feinjustierungen des Monitorsounds mit einem epischen Intro und Glitzer-Konfetti beginnen.
Hier wird direkt das Tanzbein bzw. -Nacken nach modernsten Referenzen auf der Bühne geschwungen. Die Musik ist ebenfalls den verschiedenen aktuellen "..."-Core Spielarten zuzuordnen.
Das bedeutet vereinzelte Maiden-Leads (inspiriert natürlich, nicht geklaut!), heftige Mosh-Parts und viele Breakdowns. Dazu fettes Geschrei mit melodischer Abwechslung. Baukastenmäßig alles richtig gemacht und auch absolut souverän und tadellos gespielt - nur hängen bleiben will es nicht so recht. Aber vielleicht will es das ja auch gar nicht.
Schön ist, dass an so einem Abend echt viel Abwechslung herrscht, da kommen alle auf ihren Geschmack. Als nächste Band sind Orange Explosion dran.
Das Quartett spielt akustischen Rock, wobei es kaum Schubladen gibt, auf die sich die Musik beschränken ließe. Es gibt ruhige Passagen, schnelle Nummern, aber alles passt wunderbar zusammen.
Sehr beeindruckend, wie auch ohne die sonst unvermeidliche E-Gitarre gerockt wird. Dazu noch eine enorm groovende Rhythmus-Sektion, die die beiden singenden Gitarristen solide untermauert. Wirklich gut!
Und schon wieder Zeit für einen Wechsel: Audiorage sind dran. Jeder Band bleiben heute ca. 35 Minuten Spielzeit, damit der Spannungsfaden nicht reißt und bis Weihnachten alle zu Hause sind.
Audiorage bieten härteren Crossover der Neunziger-Schule mit zwei Gesangsspitzen und DJ. Chris muss kurz an (hed)P.E. denken. Recht passende Referenz eigentlich, was Vielseitigkeit und Abwechslungsreichtum angeht.
Leider ist wie bei etlichen Bands heute das Soundverhältnis draußen etwas unglücklich. Die einzige Gitarre ist deutlich zu leise, dafür die beiden Gesänge recht dominant, was dem Gesamtbild etwas an Durchschlagskraft nimmt.
Mit sehr kräftigem Sound trotz einer Gitarre warten Divine To The End im Anschluss auf. Angereichert wird das Klangbild mit elektronischer Hilfe aus dem Klapprechner.
Technisch enorm versierter Metal mit deutschen und englischen Texten. Musikalisch irgendwo zwischen traditionellen Elementen und alternativen Stilmitteln.
Allerdings kann man die Arbeit von Bass und Gitarre auch getrost schon progressiv nennen. Sänger Christian ergänzt das Ganze mit sicherem klaren wie geschrienem Gesang. Da wird viel geboten!
Auch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer müssen erwähnt werden, die zum Gelingen des Abends beitragen.
Little Sister zum Beispiel an der Kot-Kasse.
Aber auch die vielen Gäste sind natürlich unverzichtbarer Bestandteil des Gelingens eines solchen Abends.
Als fünfte Band spielen heute Atropin auf. Am Bass hilft als Retter in der Not der gute Sir Justus of Krach aus, da Stamm-Basser Fasti arbeitsbedingt auf einem anderen Kontinent weilen muss. Danke an die Krachkannibalen fürs Ausleihen!
Die Band ist gut in Form und auch in dieser Besetzung fit. Zu Beginn wird die komplette neue Maxi-EP "Giftgryn" durchgespielt, die heute hier veröffentlicht wird.
Auch einige bewährte Klassiker fehlen nicht im Set. Front-Unterhalter Andi tut seinen Dienst am Volk.
Trommeläffchen Chris ist nach prä-konzertialer Motzigkeit beim zweiten Lied dann auch voll in seinem Element und hat Spaß.
Ebenfalls enthalten im gemeinpunkigen Liedgut sind ein paar flotte Metal-Soli. Warum auch nicht.
Mit Metal beeindruckt man immerhin Jungs UND Metchen!
Auch bei Atropin sind die 35 Minuten zügig rum, aber es hat alles rein gepasst, abgesehen von dem sonst üblichen Outro... aber das scheint kaum einer zu vermissen.
Weiter geht's mit Knock You Down Dead. Hier treffen Hardcore, Screamo und Metal aufeinader.
Durchgehend harte Musik ohne Verschnaufpause. Mitsingparts sucht man hier vergebens, aber bei solcher Musik sucht die natürlich auch niemand.
Die Songs werden äußerst souverän vorgetragen und kommen auch gut an.
Bei manchen sogar so gut, dass sie entknäuelt werden müssen.
KYDD sind trotz eher kurzer Existenz gut aufeinander eingespielt und das Songwriting ist ausgereift.
Das liegt außer an dem Umstand, dass es sich um erfahrene Musiker handelt, auch daran, dass man sich bereits aus vorangegangenen Bands wie den aufgelösten The Omega Trust oder Profan kennt.
Hinter den Kulissen fleißig: Dr. Pätz, der heute nicht für den Live-Sound verantwortlich ist, sondern im Auftrag von Rock Tracks einen Mitschnitt des ganzen Abends anfertigt.
Atropin versuchen derweil mit lieber Hilfe, die neue CD unter Volk zu bringen und sektenartig die Menschen zu betrügen. Pfui!
Für solchen Unfug bleibt aber wenig Zeit, denn die achte und letzte Band des Abends legt los: Kingdom Of Salvation.
Hier gibt es alles was das Metallerherz begehrt: abwechslungsreiche Arrangements, versierte Musiker und auch der Sound sitzt.
Musikalisch gibt es Death Metal mit etwas Trash, aber auch melodische Momente und Black Metal-Anleihen. Allerdings alles wohldosiert und mit Verstand und Gefühl aufeinander abgestimmt. Groß!
Wer Metal mag, kommt hier voll auf seine Kosten. KoS haben immer das nötige Aggressionspotential in der Flinte, sind aber auch eingängig genug um nicht zu abgerissen zu klingen. Geiler Auftritt!
Den Leuten gefällt es auch. Hier: einige kleine Geschwister.
Ein rundum gelungener Abend, der nach Wiederholung verlangt. Nicht dabei sein wird leider der unlängst verstorbene Christoph Schlingensief, aber vielleicht wieder der putzmuntere Justus, vielleicht sogar mir seiner Hauptband?

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