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Captain Planet, Tisch 1, 07.01.2011 in Münster, Amp - Bericht von Fö

Captain Planet, 07.01.2011 in Münster

Oh, neues Jahr hat ja angefangen. Ja dann beginnen wir mal den den Konzertreigen. Anfang des Jahres finden traditionsgemäß wenig Konzerte statt, was ich immer wieder belustigend finde - denken Bands und Veranstalter etwa nur in Jahreszyklen? Eher im Jahresrhythmus einzuordnen ist das heutige Konzert von Captain Planet - die besuchen nämlich seit Jahren pünktlichst zu Januar die Studentenstadt Münster. Muss man ihnen eigentlich hoch anrechnen, denn nach Münster will ja sonst keiner.
Ich fahr trotzdem hin, mutig wie ich bin. Erstmal mit Katja treffen und "vorglühen" im SpecOps. Vorglühen, das heißt für mich ein alkoholfreies Bier. Mutig, wie gesagt. Aber geht nich anders. Wahrscheinlich nervt euch das schon, dass ich in jedem Bericht meine Nüchternheit erwähnen muss - aber es kotzt mich einfach ungemein an! So!
Irgendwann ab ins Amp. Ist schon gut gefüllt, als wir ankommen (man munkelte was von ausverkauft) und es spielt sogar schon die Vorband: Tisch1. Unspektakulärer Name, der Auftritt an sich in Ordnung, auch wenn ich nicht wirklich damit warm wurde. Ich würds mal grob als Deutschrock bezeichnen, erinnerte mich irgendwie an Marius Müller-Westernhagen, so von der Musik her. Bisschen schneller und mit Keyboard und schnellen Gitarren, aber einfach zu brav.
Aus Münster kommt die Band, hat auch 3-4 Fans vor der Bühne, dafür aber umso mehr Zuschauer, die sich kein Stück bewegen - und etwa 5-6 Fotografinnen, die fleißig am blitzdingsen sind. Man, früher war das nicht so, dass jeder Zweite mit ner Spiegelreflex rumfuchtelte und dies zum Anlass nahm, direkt mal die besten Plätze vor der Bühne zu sichern. Denke ich so bei mir, während ich das nächste Foto schieße. Mit Kompaktkamera.
Achja, Musik. Technisch in Ordnung, das Gitarrengefrickel fand ich gut, und die paar Keyboardsounds sprenkelte der Sänger auch gut in den Sound ein. Textlich keine Offenbarung, aber ganz nett. Abgehandelt wurden Themen wie Bernd Schneider (scheint ein Fußballer zu sein), Berlin oder die 80er-Produzenten Stock Aitken Waterman. Das wirkt im ersten Moment recht originell, ne Sekunde später aber schon total ausgelutscht. Naja. Nett. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Pause, schnell noch ein alkoholfreies Bier reinziehen. Für die Statistik: 2,50 für ein 0,3er (egal ob mit oder ohne) ist ekelhaft teuer. Aber die Snob-Studenten Münsters können sich sowas wohl leisten. Als die Emo-Indie-Punker von Captain Planet schließlich anfangen, bricht schon wenige Sekunden später eine kleine Hölle los, zumindest direkt vor der Bühne. Alles brüllt, pogt und zeigt fleißig Fäuste und Punkrockfinger. Geil!
Weiter hinten stehen die Leute stocksteif da, singen aber trotzdem die Texte mit. Irgendwie paradox, finde ich. Zumal man sich an diesen stocksteifen Leuten vorbeidrängen muss (die natürlich ungern Platz machen, weil vorne ja eh kein Platz mehr ist), wenn man nach vorne will. Das will zumindest ich, weil da erstens mehr Platz ist(!!) und zweitens bessere Stimmung. Im Amp weiterhin noch ungemein lustig: Vor der Bühne absolute Partystimmung, aber daneben, wo mindestens genauso viele Leute stehen: stocksteif, mitsingen.
Egal, vor der Bühne is gut. Geschubse, Bierspritzer, Gegröle. Find ich toll. Besonders, weil Captain Planet genau die richtige Band dafür ist, mit Liedern, die irgendwie alle zum laut Mitschreien einladen. Oder, wie Katja mir ins Ohr ruft, als wieder der ganze Raum mitbrüllend die Punkrockfinger erhebt: "Oh, das scheint der Hit zu sein", ein Lied später gibt sie dann zu "Oh, die scheinen ja nur Hits zu haben". Höhö.
Irgendwie echt so. Ich hör die Band auf Platte eigentlich echt selten, der Gesang geht mir mittlerweile nämlich ziemlich auf den Keks. Aber die Lieder haben sich trotzdem festgesetzt und entfalten live erst ihre wahre Kraft. Mit Stücken wie "So much water so close to home", "Spreu vom Weizen" oder "Rambo" kann man nichts falsch machen. Super. Bin begeistert.
Die Band selbst ebenfalls. Frage vom Gitarristen: "Denkt ihr hier in Münster eigentlich, dass alle Konzerte von Captain Planet so sind?" was mit der hämischen Gegenfrage "Ihr spielt noch andere Konzerte?" beantwortet wird. Irgendwie ist da was dran, das Publikum hier kommt mir wirklich um einiges euphorischer vor (naja, außer die Stocksteifen) als anderswo, und wenn ich so zurückblicke, war das auch bei anderen Konzerten in Münster der Fall. Die sind halt noch begeisterungsfähig. Oder trinken mehr.
Noch ein Bezug zu Münster: "Zugehört" wurde extra ins Set aufgenommen, weil es anscheinend so ein tolles Video davon vom letzten Jahr gibt. Aha. Scheinen hier auch einige zu kennen. "Blattsport" hingegen geht direkt raus an alle Studenten - aber das will hier keiner zugeben zu sein. Man einigt sich darauf, dass das Lied für die Arbeitslosen ist.
Ja wirklich, geiles Konzert. Zwei Standard-Klischee-Zugabepausen gibts natürlich auch, aber zumindest die letzte kam einigermaßen spontan rüber (spontan ist, wenn die Band ewig auf der Bühne diskutieren muss, was gespielt wird), wurde auch dementsprechend abgefeiert.
Erwähnte ich schon das Ludger-Shirt vom Gitarristen? Nee, oder? Egal. Gespielt wurde glaubich noch "Baumhaus" und "Wespenstich", das Publikum zeigt weiterhin ordentlich Ausdauer, reißt sogar ein Mikro an sich, reißt sich ansonsten alle Gliedmaßen aus, um fleißig nach weiteren Zugaben zu betteln - aber das wäre dann wohl doch zu viel.
Schade. Etwa ne Dreiviertelstunde Spielzeit fand ich persönlich dann doch etwas wenig, dafür dass Band wie Zuschauer eigentlich den Anschein machten, noch ordentlich Bock zu haben - naja, vielleicht wurde der ja bei der Aftershowparty im SpecOps befriedigt, wo das "Captain Planet DJ-Team" noch seinen Dienst tat - aber darauf verzichteten wir mal.
Treffen stattdessen auf Basti und weitere Bielefelder, ziehen irgendwann weiter in die Watusi-Bar (ich sag euch: Warsteiner Alkoholfrei schmeckt scheiße!) und irgendwann ab durchs Tauwetter nach Hause. Glücklicherweise nicht mit dem Fahrrad.

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