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Radio Havanna, All Aboard!, All Aboard!, 10.09.2011 in Köln, Underground - Bericht von Fö

Radio Havanna, All Aboard!, 10.09.2011 in Köln

Und weiter im Programm. Gestern haben All Aboard! und Nothington der Teestube Lindern einen gehörigen Abriss verpasst, heute trennen sich unsere Wege. Nothington fahren weiter nach Kiel, während All Aboard! und ihr niemals lachender Mercher den Weg nach Köln antreten.
Aber erstmal wach werden. Gepennt haben wir im Meditationsraum. Echt bequem. Man kann sich sogar einbilden, dass das Geschnarche gewisser Bandmitglieder irgendwie zur meditativen Transzendenz medialer Spiritualitäts-Sphären gehört. Mit anderen Worten: Ich konnte sogar ganz gut schlafen. Aber ich hatte ja auch nen Schlafsack. Nicht wahr, David?
Verlassen wir unsere Behausung und betreten wir einen Tempel der ganz anderen Art: Den Coma-Markt! Vielerlei Gerüchte und Legenden ranken sich um den sorgfältig ausgewählten Namen, und das Sortiment erfüllt zwischen Alkoholika und Katerfrühstück alle Begierden, die eine tapfere Säufer-Seele so haben kann. Da steh' ich drauf!
Abfahrt! Ladung gesichert, Doppelkinn gefestigt. Auf der heutigen Fahrt wird Helge Schneider gehört. Eine Wonne! Ich sach nur eine Schicht Schweinefamilie. Helge Schneider ist wohl auch die einzige Form von Humor, die unsere Gehirne noch bräsiger machen kann als sie ohnehin schon sind. Und das nach 2 Tagen Tour. Wie wollen All Aboard! da erst die 2 Wochen im Oktober unbeschadet überstehen?
Man kann übrigens nicht auf Tour gehen ohne Smartphone. Wat weiß ich, was die die ganze Zeit am Tippen sind. "Hallo Facebook, wie geht es dir? Mir geht es gut. Ich sitze." Naja. In Köln angekommen, wird erstmal in Ruhe bei Claas gechillt, bevor es in den Underground geht. Radio Havanna erwarten uns bereits und enttarnen mich als den einzigen Typen, der jemals ne schlechte Kritik über sie verfasst hat. Ich klopfe mir selbstverliebt auf die Schulter.
Also denn. Underground. Oder, ums genauer zu sagen, Underground II, wie sich der kleinere Raum nennt. Ist auch direkt gemütlicher als das "große" Underground. Etwas verstörend der hohe Eintrittspreis - Abendkasse 11 Euro, und das für ne Punkshow? Hm. ALL ABOARD! beginnen den Abend.
Konzert ganz okay, eher so standard, sach ich mal. Gut gefüllt ist der Laden nicht unbedingt, aber immerhin verlassen die Leute nicht fluchtartig den Raum, als All Aboard! loslegen. Die Setlist kann ich schon fast mitbeten. "Join My Way", "Abandoned Ship, "If you'd stay", "Fate" (oh, jetzt hätt ich fast "Fat" geschrieben), und so weiter.
Live klingen All Aboard! übrigens noch etwas mehr nach Straße. Auf Platte schallen ja auch einige Folk-Elemente durch den Sound, die fehlen hier ein wenig - aber dafür wird immerhin brav Gas gegeben. Musik für kleine verschwitzte Kneipenräume.
Achja, wenn ich die Band noch nicht kennen würde, würde ich sie heute wahrscheinlich auf Anhieb geil finden. Weil: Der Sänger trägt ein Slayer-Shirt!
Marius spielt übrigens ungerne auf fremden Schlagzeugen - weil er immer so feste druff haut. Vielleicht erinnern sich ja einige an das sich nach und nach selbst zerlegende Miet-Schlagzeug beim "Bierschinken eats FZW" (guckstu hier im Video ab Minute 2:18). Heute muss mal das Drumset von Radio Havanna dran glauben, wobei die Schuldzuweisungen ganz Profimäßig erstmal an den Bassisten gehen. Armer Nils.
David dazu: "Wir würden jetzt gerne noch ein Lied spielen, aber wir sind zu müde und zu fett". Großartig! Ja, es sind diese kleinen Feinheiten der Show, die mich immer wieder an das Gute in der Band glauben lassen. Eigentlich sind sie ja doch witzig.
Und dafür dass ich die Jungs erst seit nem halben Jahr kenne, sind sie mir schon irgendwie ans Herz gewachsen. Meine Empfehlung: Legt euch das Album zu, kommt zur Release-Party und wenn ihr sonst nichts zu tun habt, beschimpft sie einfach wahllos. Das mögen sie!
Nächste Band: RADIO HAVANNA. Da ich sonst nix zu tun habe, eh den Merchstand bewachen muss und nichtmal Bier trinken kann, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mir die Jungs auch nochmal anzuschauen. Zuletzt gesehen vor einiger Zeit in Essen und seitdem immer sträflich ignoriert, so oft ich konnte.
Radio Havanna machen Skatepunk auf Deutsch, oder auch Deutschpunk auf Skate. Ambitionierte Texte und Haudrauf-Mucke, klingt in etwa wie ZSK, nur ein paar Gänge zurück geschaltet. Ganz okay, aber so wirklich komm ich da nicht drauf klar, was aber eher an den Rahmenbedingungen liegt - wie dem überhöhten Eintrittspreis.
Der heutige Abend wird übrigens vom Online-Radio shoutet.fm mitgeschnitten. Keine Ahnung wann und ob was gesendet wird, aber das wird man wohl irgendwie mitkriegen.
Mal wieder so eine Band bei der es problematisch ist, wenn man kein Lied kennt - weil dann alles gleich klingt. Abgedeckt werden die üblichen politischen bis persönlichen Probleme. Nebenbei engagieren sich Radio Havanna auch noch für Oxfam und andere Projekte.
Bühnenerfahrung vorhanden, sag ich mal. Auf der Bühne ein ständiges Gewusel, langweilig wird einem da zumindest nicht. Ehrensache auch, dass es diverse Mitklatsch-Parts gibt. Gähn. Die Band wünscht sich (wegen der Radio-Aufzeichnung) eine "Stimmung wie bei Fortuna Köln". Keine Ahnung ob das ne ironische Düsseldorf-Anspielung sein sollte oder ob wirklich der örtliche Watweißichwievielte-Liga-Verein gemeint war.
Absolutes Highlight: Das Operation-Ivy-Cover "Knowledge", das die Band kürzlich mit Jim Lindberg (Ex-Pennywise) aufgenommen hat und dessen Download-Einnahmen komplett gespendet werden. Das Lied ist einfach ein Klassiker! Wirkt aber heute irgendwie etwas zahnlos.
Hatte mir ja eigentlich vorgenommen, die Band ordentlich zu verreißen, einfach weil ichs kann (und um die Jungs in ne tiefe Sinneskrise zu stürzen) - aber irgendwie gibt der Auftritt dafür zu wenig her. Ist tatsächlich alles "okay", aber weder sonderlich gut noch tatsächlich schlecht. So Musik die ich vor 11-12 Jahren noch geil gefunden hätte, mittlerweile aber nur noch müde belächeln kann.
Die anwesenden Fans sind trotzdem zufrieden, singen und tanzen brav mit und tun ihr Bestes, um den Raum ordentlich zu füllen. Ich zähle etwa 30 Personen, was bei VVK-Zahlen von ca. 30 verkauften Karten schon irgendwie witzig ist. Sogar ne kleine Wall of Death wird initiiert - was ich auch wieder bestenfalls witzig finde. Noch ein Highlight zur Zugabe: "Namen vergessen" von der Terrorgruppe wird dargeboten. Reißt mich aber nicht mit.
Fazit: War okay. Anschließend passiert nicht mehr viel. All Aboard! hauen auch bald ab (auf direktem Wege ins Krankenhaus, wie sich das im Rock'n'Roll-Biz gehört) und ich nehm irgendwann die Bahn gen Heimat. Drei tolle Tage mit den Jungs von All Aboard! sind zuende, ich bereue nichts! War echt fett!

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14.09.2011 15:55
Und so weiter,bla!
safi

04.10.2011 14:19
also ich mag die havannas ja ganz gerne. aber ich bin ja auch noch jung. oder so.
Kabl

04.10.2011 14:40
Das "oder so" war überflüssig und regt auf.
schlossi

04.10.2011 16:48
warum?
safi

04.10.2011 19:37
versteh ich jetz auch nich. oder so.
haha
Bönx

04.10.2011 20:42
Wer inna Kneipe arbeiten kann, kann ja wohl nicht mehr jung sein...
schlossi

04.10.2011 21:47
arbeiten in kneipen nicht nur junge leute? mal abgesehen von kneipen die "dorfkrug", oder "bei erni" heißen.
Bönx

06.10.2011 20:04
also ich hab mich ab 16 sicherlich schon alt gefühlt ;)

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