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Lost Lyrics, Pascow, Alarmsignal, Lustspiel in drei Akten, Auf ans Meer, 29.10.2011 in Kassel, K19 - Bericht von Fö

Lost Lyrics, Pascow, 29.10.2011 in Kassel

Pascow-Tour, Teil zwei! Gestern in fast heimischen Gefilden (zumindest für die Jungs) gespielt, gehts heute so ziemlich in die Mitte des Landes: Nach Kassel, wo die Lost Lyrics ihr 20jähriges Jubiläum zelebrieren. Aber vorher ausgedehnt frühstücken...
Anschließend gibts ne kleine Führung durch den Pascow'schen Reiterhof. Wie das bei Reiterhöfen so ist: Es gibt Pferde. Viel begeisterter reagieren wir auf das schottische Hochlandrind, das irgendwo weiter hinten grast. Es hört auf den Namen "Schotti". Håkan frisst es bald aus der Hand...kurz darauf müssen wir uns aber von Schotti und von der Baboon Show verabschieden, letztere spielen heute in Trier, Schotti bleibt hier und wir, ja wir fressen Straße...
Ab nach Kassel ins K19. Kannte ich bisher nicht, den Laden. Aber Pascow waren vor ein paar Jahren schonmal hier...macht nen netten, alternativen Eindruck. Die Bühne und der Platz davor recht breit gezogen. Und im Backstage gibts leckere Pizza-Suppe. Jawoll.
Insgesamt 6 Bands spielen heute, ne ordentliche Menge also. Alles anlässlich des 20jährigen Bestehens der lokalen Punkrocker Lost Lyrics. Die haben sich jede Menge Bekannte eingeladen, den Anfang machen um Punkt halb Acht AUF ANS MEER. Ziemlich poppig-rockig kommt man daher, deutsche Texte und ein ganz ordentlicher Auftritt.
Trotz der frühen Stunde füllt es sich schon recht bald vor der Bühne. Für den ersten Pogo des Tages ist die Band "Lustspiel in 3 Akten" zuständig, die später als allerletzter Beitrag auch noch auf die Bretter muss.
Jau, Auf ans Meer kommen ganz nett und souverän rüber, reißen mich aber nicht vom Hocker. Hocker, das ist in meinem Fall unsere Merchkiste. Der Stand befindet sich diesmal neben der Bühne. Könnte schlimmer sein. Man sieht das Publikum und mit etwas Mühe sogar die Band. Aber hier am Rand lässt dafür der Sound zu Wünschen übrig.
Mein Nachbar am Merchtisch ist der Gitarrist von Alarmsignal und Chef beim Disarmare Distro: Bulli! Und um die Sensation perfekt zu machen, spielt er auch noch bei Disco Oslo. Und just über diese haben wir heute morgen erst gesprochen, Flo hat nämlich deren Demo im Pascow-Proberaum gefunden. Wie klein die Welt doch ist!
Aber zunächst gehts weiter mit der nächsten Band: ROCKWOHL DEGOWSKI. Die Ruhrpott-Köter habe ich ja erst im Frühjahr live gesehen und grob gesagt unlustig, schlecht und nervig in Erinnerung. Naja, ganz so schlimm isses dann doch nicht und so ganz unter uns gesagt, wenn die Keyboard-Töne den Sound nicht so übertrieben verwässern würden, hätte man hier ne durchaus passable Punkrockband.
Am Bass übrigens Lupo, könnte vielleicht der eine oder andere noch aus alten Bash!-Zeiten kennen. Weitere B-Prominenz in Form von Fratz am Schlagzeug - das ist der Typ von Hulk Räckorz und somit Labelchef der Lost Lyrics. Musikalisch wird recht klassischer Punkrock gespielt (wenn nur dieses Keyboard nicht wäre, argh!), ziemlich poppig dargeboten und hier und da mal an The Bottrops erinnernd.
Kriege mal wieder nur 2-3 Songs bewusst mit, aber die kommen mir erstaunlicherweise sogar bekannt vor, obwohl ich sie zuletzt höchstens damals in Essen gehört haben kann. Textlich scheint ein ganz schöner Rundumschlag geboten zu werden, in Erinnerung geblieben ist mir aber, neben "Ruhrpott-Köter", lediglich der Titel "Die Dead Kennedys und ich". Die Dead Kennedys hatten übrigens nie ein Keyboard. Eine Band, mit der man sich mehr beschäftigen sollte. Also die Dead Kennedys.
Bei der nächsten Band schaffe ich es dann sogar, mir mehr als nur 2-3 Lieder anzuschauen: ALARMSIGNAL! Hatte mir ja eigentlich mal vorgenommen, mich mehr mit dem musikalischen Output der Celler Deutschpunker auseinander zu setzen - aber bin ich natürlich nicht zu gekommen. Dabei machen die Auftritte der Band von Mal zu Mal mehr Spaß und meine früh gefestigte Meinung "mehr als nur Durchschnitts-Deutschpunk" bestätigt sich heute mal wieder.
Ich würde sogar fast behaupten, dass einige der Anwesenden hauptsächlich wegen dieser Band hier sind, so wie da vor der Bühne gefeiert wird (solange man "besoffen umfallen" und "hemmungslos rumknutschen" als "feiern" deuten kann).
Die Lieder sind, soweit ich das mitbekomme, so ziemlich alle mit politischem Anspruch versehen, und das mit der Plakativität im Deutschpunk sollte man nicht so ernst nehmen, hier funktionierts nämlich. Lieder gegen den Staat und diverse Ungerechtigkeiten oder allgemein für eine bessere Welt. Auch eine Lobeshymne an Hartz 4 war dabei - die, ziemlich geil, im NDW-Song "Major Tom" endet.
Vom Ruhrpott Rodeo noch gut in Erinnerung geblieben ist mir auch der Song "Mittelfinger" - hatte ich damals als müde Stadionrock-Nummer belächelt, funktioniert aber im Clubkonzert tatsächlich ganz wunderbar, ohne allzu aufgesetzt zu wirken. Wer es nicht weiß: Hier ist Mitmachaction seitens des Publikums gefragt. Is sowas noch Doitschpank?
Beste Ansage des Abends: Steff lässt Grüße an "Betrunken im Klappstuhl" vom Stapel und kündigt unseren Auftritt am ersten Tag des diesjährigen Punk im Potts an. Guter Mann! Auf derselben Bühne, nur zu einer anderen Zeit, wird man übrigens auch wieder auf Alarmsignal treffen. Lohnt sich!
So, kommen wir zu den Geburtstagsgästen des heutigen Abends! Jawoll, die LOST LYRICS! Ne Band, die ich vor etwa 10 Jahren recht häufig gehört habe, da aber irgendwie "rausgewachsen" bin und beim Auftritt in Duisburg vor nem halben Jahr sogar regelrecht enttäuscht war.
Aber heute, dem Jubiläum entsprechend, wird vor und auf der Bühne gebührend gefeiert, so dass der Auftritt doch ganz gut über die Bühne läuft. Naja, so voll und ganz kriege ich eh mal wieder nur 1-2 Lieder mit - was ich diesmal aber ganz okay finde, die vollen anderthalb Stunden Spielzeit hochkonzentriert genießen, das hätte ich eh nicht hingekriegt.
Muss aber ehrlich zugeben, kaum ein Lied der Band zu kennen und wenn dann nur ansatzweise. Definitiv zu wenig, um hier lauthals mitgrölen zu können. Die letzte Platte "Punchline Party" hab ich mir eh nur 2-3 Mal angehört, und die älteren Sachen...scheiße, ist einfach zu lange her.
Wenn Pascow schonmal vor Ort sind, kann man ja auch direkt mal "Codein" spielen - auf Platte singt Alex mit, also tut er dies auch live! Natürlich nicht, ohne die Band vorher mit ner ausgiebigen (und vor allem stumpfen) Bierdusche zu bedenken. Den folgenden Satz verwendete ich schon beim gestrigen Bericht: Wird ja auch mal Zeit, dass es hier nach Bier riecht!
Weitere Gäste hat der Abend natürlich ebenfalls zu bieten, wie sich das für ein Jubiläum gehört. Er hier war wohl zu Anfangstagen noch dabei, als die Band noch englische Texte von sich gab - und fühlt sich sichtlich wohl auf der Bühne!
Ist allerdings etwas kurz angebunden. Zumindest das Gitarrenkabel. Und das ist dann eher hinderlich, wenn man sich viel auf der Bühne bewegen will. Todesmutig stürzt Fratz nach vorne, um das Kabel wieder in den Amp zu packen...
Publikum! Bin ja offen gestanden etwas überrascht, wie jung die Lost-Lyrics-Fans geblieben sind. Da scheine ich mit meinem "vor 10 Jahren mal gehört" wohl ne Ausnahme darzustellen! Okay, zugegeben, die älteren Freunde der Band würden vorne im Getümmel vermutlich auch etwas fehl am Platze wirken...
Ansonsten: Jubiläum, wem Jubiläum gebührt. Später bekommt Holger noch einen Bademantel geschenkt, auch sonst alles im Zeichen der 20. Mit Kerzen verzierte Bierdosen und Muffins bilden den heutigen Geburtstagskuchen. Man konnte übrigens eine Bierdose gewinnen, wenn man das anschließend angespielte Lied erkennt: Tatsächlich "Selig" von den seligen Bash! Warum hat Lupo die Dose nicht gekriegt?
Jau. Ansonsten nix zu meckern, ein mehr als würdiges Geburtstagskonzert und den Auftritt fand ich dann doch besser als erwartet. Zum Schluss noch der Coversong "Leaving on a Jetplane" - von der Split mit N.O.E., und das wiederum ist eine Platte die ich auch heute noch des Öfteren höre...wenn auch mehr die andere Seite. Hähä.
Anschließend auf der Bühne: PASCOW! Mittlerweile ist es 12 Uhr, wir haben alle einen recht langen Abend in den Knochen, aber die Feier ist noch lange nicht vorbei. Der Publikums-Chor zu "The Strongest Of The Strange" verursacht mal wieder Gänsehaut.
Heute bleibe ich standhaft am Merch-Stand, aber dankenswerter schnappt sich Bulli kurz die Kamera, damit die Leser uns das mit dem Fotojournalismus auch ja abkaufen. Wat soll ich sagen? Mittlerweile habe ich aufgehört, zu zählen, wie oft ich Pascow schon gesehen habe. Ich krieg ja nicht mal mehr zusammen, wie oft ich sie dieses Jahr gesehen habe. Ist aber immer wieder eine wahre Freude!
Oh, Bulli hat den Knopf für farbenfrohe Live-Fotografie an der Kamera entdeckt. Guter Mann! Ja, von Pascow gibts mal wieder volle Kanne auffe Zwölf, nähere Details zum Konzert kriege ich aber nicht mehr wirklich zusammen. Des Öfteren gehen Grüße raus an die Geburtstagskinder des Abends.
Vor der Bühne wird frenetisch alles gefeiert, und zur Zugabe (mit "MS Pascow" und "Nach Hause") brüllen auch nochmal alle mit. Finde ich faszinierend, wenn man bedenkt, dass einige der Zuschauer wenige Minuten vorher so betrunken waren, dass sie kaum geradeaus gucken konnten. Lustig.
Und wo wir gerade bei betrunkenen Schnapsleichen sind: Hier der Fö am Merchstand. Harhar. Immer wieder witzig, mit was für Themen einen die "Kunden" so zulabern. Die einen verhandeln um jeden Cent, die anderen wollen direkt die ganze Band kaufen. Freundlich und zuvorkommend wie ich nunmal bin lasse ich jedem die Zeit, die er braucht, um mir seine Lebensgeschichte zu erzählen.
Das eigentliche Highlight des Abends folgt aber noch: LUSTSPIEL IN DREI AKTEN nennt sich der finale Gast heute. Ich kann nur sagen: perfekte Band für die letzten Töne! Ist nämlich ne Coverband, und zwar der unterhaltsamen Sorte. Ein paar Jungspunde, die sich ohne Rücksicht auf Verluste quer durchs Gemüsebeet spielen. Irre!
Besonders angetan hat es uns der Gitarrist. Ein klarer Fall von Identitätsdiebstahl: Nennt sich Farin, sieht aus wie Farin, guckt wie Farin, lacht wie Farin, spielt wie Farin, und hat auch noch ähnliche Sprüche drauf. Unglaublich. Da stimmen sogar die kleinsten Bewegungen! Wie er beim Spielen den Kopf zur Seite dreht - war mir nie bewusst dass das so "typisch" ist, aber erinnert einfach unwiderruflich an die Nulpe aus Berlin...
Das Set beginnt dann auch mit "Dauerwelle vs. Minipli", 2-3 weitere Ärzte-Cover haben sich auch noch ins Programm geschmuggelt. Hellauf begeistert sind wir über einige Ramones-Stücke, die einfach so hintereinander weg gespielt werden. Blitzkrieg Bop, Beat On The Brat, Cretin Hop, Bonzo Goes To Bitburg...geil! Haben wir zwar zum Großteil schon gestern von der Ramones-Coverband Mondo Bizarro gehört, aber wat solls. Ollo schlägt vor, Radio Havanna bescheid zu sagen, dass die morgen gefälligst auch Ramones covern sollen...
Ansonsten Coverband halt. Nicht immer perfekt gespielt geschweige denn gesungen, aber mit mächtig Spaß dabei, geradezu perfekt für den durchschnittlichen Alkoholpegel im Raum. Smashing Pumpkins, Dropkick Murphys, The Clash, Spider Murphy Gang - hier wird alles verwurschtelt was Rang und Namen hat. Ab und zu sogar mit Gastsängern.
So darf Holger bei "Ist mir egal" (selbstverständlich ein Lost-Lyrics-Stück) das Mikrofon übernehmen, später stürmt auch René von Rockwohl Degowski die Bühne, um das Hosen-Cover "Bonnie & Clyde" zu unterstützen. Ordentliche Sause also! Grandios auch die Zugabe: AC/DC und Neil Young! Ich will gar nicht wissen, wer sich heute so alles im Grabe herum gedreht hat.
Damit der Merchstand keine Spinnenweben ansetzt, bauen wir schon mal ab. "Wir", das bedeutet in der Pascow'schen Arbeitsteilungsphilosophie: Der Mercher schaut zu und die Chefs räumen ein. Paradiesische Zustände!
Heute ist übrigens Zeitumstellung. Heißt eine Stunde mehr, die wir rumkriegen müssen - hmmmm gucken wir mal was sich für Gelegenheiten bieten. Lyrics-Steffen bringt uns zu unseren Pennplätzen, die lustigerweise im Hinterhof einer Disco liegen. Groß-ar-tig! Schultern wir also unser Gepäck und zwängen uns durch die zappelnden Massen, um zum Schlafplatz zu kommen. Sowas erlebt man auch nicht alle Tage...
Achja: Aftershow-Party, Part II. Mit Flo und Ollo gehts in besagte Disco. Mehrere Areas (die entsprechenden Locations nennen sich A.R.M. und Lolita Bar) und so schlimm ist es hier gar nicht, nur eben einfach schwitzig voll. Witziger Zufall: Durch den Laden führt uns tatsächlich Steffen, den ich noch aus WSK-Zeiten kenne und ewig nicht gesehen habe. Die Welt ist klein.
Immer mit dem Schlachtruf "Schnaaaps" auf den Lippen erobern wir die Tanzflächen im Nu. Hier übrigens einer der seltenen Momente, in denen Flo die Augen geöffnet hatte. Ein wenig Schlaf wäre jetzt wohl doch ganz gut. Morgen gehts schon weiter, da fahren wir nach Dresden...

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