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Punkrocktraumhochzeit: Lili, Angelika Express, Mofa, Montreal, Jim Twenty, Smokebox, Betrunken im Klappstuhl, Schmeisig, Les Choc Chocs, Zielgruppe, 30.06.2012 in Bottrop, Bauernhof - Bericht von Fö

Punkrocktraumhochzeit, 30.06.2012 in Bottrop

Heute mal etwas anderes. Die Punkrockhochzeit zwischen dem Bassmädchen Dani und Chemokeule Mirko. Oder auch "Romantik gibts im Dekoladen - das Hochzeitsfestival", wie die Einladungskarte ankündigt. Das Traumpärchen lässt sich nicht lumpen, annektiert ne Wiese irgendwo in der Pampa (genau, in Bottrop) und stampft ein kleines Festival dahin. Massig Livebands, unter anderem auch wir von Betrunken im Klappstuhl. Allerdings ausdrücklich in Originalbesetzung, weswegen wir drei heute mal so tun, als würden wir uns total bombe verstehen und auf die technischen Errungenschaften der letzten Jahre (also das neuartige Bigband-Format) verzichten.
Achja: Private Veranstaltung. Ich fasse den wahnwitzigen Plan, die Privatsphäre dahingehend zu achten, indem ich keine Fotos von Gesichtern mache. Gelingt mir nicht immer, aber Konsequenz ist ja schließlich doof.
Also dann. Wow. Auf dem Feld ist ein riesiges Zeltdach aufgebaut, daneben noch zwei gemütlich anmutende begehbare Bälle. Ne Bühne gibts selbstverständlich, nen Bierstand und alles was man so braucht. Außer der Braut, die kommt irgendwie später. Hat, glaube ich, mit Traditionen zu tun.
Auf Demos soll man ja auch keine Fotos machen, auf denen Gesichter zu sehen sind. Als die Braut in der Hochzeitskutsche angekarrt wird, gibts überall Applaus und Helau, und diese Schilder hier, deren Rückseiten total schön sind.
Unser Geschenk: Kinderkloschüsseln. Gefüllt, selbstverständlich. Und irgendwo da drinnen versteckt sich das Geld, das sich das Brautpaar zur Finanzierung des heutigen Tages und ihres restlichen Lebens gewünscht hat. Irre kreativ, wa?
Aber zunächst eine Rede. Trauzeugenarsch Costa Cannabis rührt die Meute zu Tränen, der Bräutigam antwortet mit "Yes I can!" und gemeinsam skandieren wir anschließend "U.S.A.! U.S.A.!". Ich glaube, das erlebt man selbst auf Punkrockhochzeiten selten. Großartigst! Achja, und der Brautstrauß wird geworfen. Ich verstecke mich vorsichtshalber hinter Sabbi. Es fängt ihn: Ylva. Das nächste Lili-Mädel, das vom Markt genommen wird?
Oh, keine Gesichterfotos sagte ich. Egal. Wir leben in einer medienverseuchten Welt, Brautpaare haben da einfach kein Anrecht auf Privatsphäre. Freudig empfangen sie unsere Geschenke. Seht ihr das Glück in ihren Augen?
Heute schütte ich mich zu. Habe nämlich spontan beschlossen, ab sofort nur noch auf Hochzeiten zu saufen. Da kommt das Bier nämlich in total schönen, nur für diesen Anlass bedruckten Plastikbechern. Jeder, der egal wo hin auch geht, und sei es nur an uns vorbei, wird darum gebeten, Bier mitzubringen. Klappt ganz gut, das mit dem Zuschütten!
Da hinten sieht man die Bühne. Zunächst aber ist irgendein DJ aktiv und beschallt uns mit elektronischen Dumpfbeats, bei denen ich mich frage, ob die wirklich massenkompatibler sind als der Krach, der später noch live zelebriert wird. Irgendwie tanzt auch noch keiner auf den Tischen.
Trotzdem ziemlich witzig, das alles - wenn schon Hochzeit, dann so. Die Anwesenden schütten sich zu, es gibt keine peinlichen Hochzeitsspiele, und die Auflage, doch bitte in Anzug oder Kleidchen zu erscheinen, sorgt dann auch für einige Irritationen bei den solcherarts gleichgeschalteten total-alternativen Gästen. Wir machen ein Tippspiel, wer die "Normalos" unter den Besuchern erkennt.
Dann schließlich die erste musikalische Darbietung: ZIELGRUPPE und LES CHOC CHOCS, zwei Bands bestehend aus Robert von Angelika Express und einer singenden Bassistin. Zielgruppe lässt den Dom in Kölle, Les Choc Chocs schicken ihn nach Frankreich und holen sich dafür nen Drummer hinzu. Ganz nett!
Essen gibbet natürlich auch! Buffet mit diversem Gedöns. Lecker, zumal wir gerade feststellen, heute noch nichts gespeist zu haben. Na dann. Und noch ein Bier zum Runterspülen. Also, ne ganze Runde. Von jedem.
Anschließend, wie unschwer am Cajón erkennbar: SCHMEISIG! Als Hochzeitskapelle kann man die also auch gebrauchen. Klappt selbstredend total gut, die Leute sind begeistert und dies noch viel mehr, als Schmeisig den letzten Kasten ihrer Eigenkreation ins Volk reichen: Original Schmeisig-Bier! Lecker!
Im Vordergrund sieht man einige der Schilder, von denen man weiter oben schon die Rückseiten gesehen hat. Irre romantisch, das alles! Komplett kriegen wir den Auftritt allerdings nicht mit - BIK sind nämlich anschließend an der Reihe, und wir müssen vorher meditieren.
Keine Gesichter. Mist.
BETRUNKEN IM KLAPPSTUHL in Urbesetzung. Urbesetzung heißt: Wir suchen uns spontan irgendwen, der auf der Bühne mit hilft, sich und uns zum Affen zu machen. Ilona entdeckt die Rampensau in sich.
Unser Auftritt: Wie immer ein voller Erfolg. Wir spielen 4 Lieder, einige davon doppelt, andere doppelt doppelt. Ein neuer Gassenhauer namens "Mirko oh Mirko" entdeckt das Licht der Welt, während wir den Text zu "Dani oh Dani" irgendwo verlegt haben. Man empfiehlt uns, nächstes Mal mit weißen Socken zu spielen.
Lars meint später, dadurch dass eh jeder von uns irgendwas anderes gespielt hat, wären es ja eigentlich doch deutlich mehr als 4 Lieder gewesen. Stimmt irgendwie. Unseren Einstand als Hochzeitskapelle hätten wir dadurch gegeben und direkt ein neues Betätigungsfeld entdeckt. Wer uns buchen will, darf das tun.
Als wir vorm Auftritt ne Ladung Bühnenbier ordern, fällt die Zapfanlage aus. Ein Fluch.
Anschließend: EMSCHERKURVE 77. Bekomme ich nicht viel von mit, wir mischen uns lieber unter die Fans und schlüpfen zurück in die festliche Garderobe. Beides gleichzeitig, natürlich.
Zu nem anständigen Festival gehört auch ein Zeltplatz.
Nächste Band: SMOKEBOX aus Köln. Auch hier kriege ich nicht viel von mit. Kommt aber ganz gut, wenn auch eher unspektakulär. Rockmusik mit Punk-Anleihen, einige sagen Powerpop. Einige der Bandmitglieder sind nebenbei bei den Flag Jerks aktiv.
Schuhe.
Schon wieder Gesichter. Verdammt. Da nimmt man sich schonmal was vor...ich könnte ja einfach Schuhe auf die Hälse photoshoppen. Aber ihr wisst ja, ich bin ehrlicher Journalist. Hier bucht Veranstaltergott Schwers gerade Frei.Tod für das nächste Ruhrpott.Rodeo
Nächste Band: JIM TWENTY! Die mixen Skapunk mit Metalcore - witzig. Aber irgendwie will mir das nicht so recht in den Kram passen, der "Mix" ist eher eine Aneinanderreihung von Offbeat-Bläserkrams und Core-Geshoute. Kann man mögen, muss man nicht. Eine junge Dame vor der Bühne tut es.
Phils Finger! Achja, die Bands heute wechseln im Halbstundentakt - zumindest laut Zeitplan. Damit der ohne Probleme eingehalten werden kann, stehen zwei Schlagzeuge auf der Bühne, das minimiert die Umbaupausen. Aus dem Zeitplan wird trotzdem eher ein Reihenfolgenplan, und die Uhr tickt munter vor sich hin.
Zwischendurch gibts noch ein Video. Fatboy Slim dem ihm sein Praise You, nachgetanzt an Orten, an denen der Bräutigam schon mal saufen war. Zumindest schließe ich das aus den Kommentaren, die man so hört. Lustige Aktion.
Anschließend: BEATMARTIN! Und, verdammt, ich bin begeistert. Hab den ja beim Ruhrpott Rodeo nur am Rande mitbekommen, heute tritt er mal mit Band auf. Souliger Rock'n'Roll, deutsche und absolut unpeinliche Texte, gute Stimme, tolle Musiker. Wow! Vergleichbar vielleicht mit den Aeronauten. Kann was!
Das Brautpaar tanzt, zwischendurch hagelt es Küsse. Ker, wat romantisch!
Anschließend: MONTREAL! Fand die Band ja bislang immer bestenfalls langweilig, bis auf die zugegebenermaßen echt witzigen Ansagen, aber heute sagt mir sogar die Musik zu. Poppunk, recht treibend, viel Melodien - dochdoch, kann was. Oder ich bin einfach nur betrunken.
Bis auf "Solang die Fahne weht" (nach wie vor ein Riesenhit) kenne ich keinen Song der Band, macht nix, ich fühle mich trotzdem bespaßt. Für ein Lied gibts noch Gast-Gesang (oder ge-whohoho) von Mofa-Oile. Schöne Sache. Achja, und sie covern Betrunken im Klappstuhl. Zumindest versucht es der Hirsch.
Anschließend: MOFA! Leute, ich sag's euch: Wenn ich nicht sowieso eingeladen wäre, dann wären Mofa der Grund gewesen, warum ich mich hier rein geschmuggelt hätte. Geile Scheiße! Die Band gibts eigentlich seit anderthalb Jahren nicht mehr, heute das Reunion- und Abschiedskonzert in einem. Geil geil geil!
Okay, es sind nicht die Sichelzecken, aber dafür treten sie auch nicht im Tennis-Look auf, womit sie schonmal gewonnen haben. Wer Mofa nicht kennt: Tja, nachholen. Mal wieder Poppunk und deutschsprachig, aber halt in wirklich gut. Mehrstimmig. Und statt whohoho singt man lieber ahahah.
Das Brautpaar freut sich auch. Es hagelt Hits. "Tiger", "Im Gras", und auf Wunsch des Bräutigams sogar zweimal "Danke", und sogar ein paar Sichelzecken-Stücke gibts zu hören. "Affenmann", "He-Man plus Skeletor", "Sichelroad" - fantastisch. Vor der Bühne steht nichts mehr still, alle liegen sich fleißig in den Armen.
Super Band, diese Mofa. Nicht so super wie die Sichelzecken, aber eben trotzdem super. Bin schwerstens begeistert.
Danach: ANGELIKA EXPRESS! Ist schon einige Zeit her, dass ich die Band zuletzt gehört habe, das war noch bevor Dani und Caddy in die Band einstiegen. Hab auch irgendwie nie wieder so wirklich da reingefunden. Garagiger Pop-Punk ist jetzt kein so schlimmer Musikstil, aber hier eben nicht ganz so meins.
Aber glücklicherweise spielense auch viele ältere Stücke. "Nico Päffgen", "Geh doch nach Berlin", "Ich bin kein Amerikaner"...kenne ich alle noch, obwohl ewig nicht gehört. Respekt. Großartig auch "Teenage Fanclub Girl", als Caddy einwirft, dass die "beste Gruppe aller Zeiten auf der ganzen Welt" heute doch eindeutig Mofa gewesen seien...
Besonderheit heute: Angelika Express mit zwei Schlagzeugern! Caddy und Valentin wechseln sich sonst mit den Auftritten ab, heute mal beide gleichzeitig - irgendwie schon irre gut, zumal sie nicht einfach nur konstant beide das gleiche spielen, sondern auch ziemlich viel variieren.
Danis Brautkleid ist ihr auf Dauer zu unhandlich zum Bassspielen - also kriegt Caddy den Rock. Irre sexy.
Ja, Angelika Express - auch hier gilt, ähnlich wie schon bei Montreal: Nichts erwartet, aber positivst begeistert. Cool!
Mittlerweile haben wir 2 Uhr nachts. Um Mitternacht gabs noch einen kleinen Snack in Form der Mitternachtssuppe - aber auch die ist ausgelöffelt. Und die Party geht weiter...
Erstaunlich wenig Alkoholleichen, die Feiermeute wurde zwar bereits etwas dezimiert, aber sind trotzdem noch alle ziemlich aktiv. Respekt!
Nächste Band: LILI! Juhu! Dani bleibt also direkt auf der Bühne, und vor der Bühne wird umso mehr gefeiert. Lili geben heute, wie Ylva mehrfach betont, den besten Auftritt ihrer Karriere. Vermutlich zumindest den betrunkensten.
Die Zuschauer teilweise textsicherer als die Sängerin, und die Hits prasseln nur so. "Kopf hoch", "Punk", "Spion" und so weiter. Heute übrigens mal ohne Keyboard, ohne Kazoo und ohne Blockflöten. Ylva versucht, all diese Instrumente durch ihren zauberhaften Gesang zu substituieren. Klappt total super.
Alle in Feierlaune. Großartig! Ein zu kurzer Auftritt natürlich, aber heute soll sich ma keiner beschweren. Dafür schunkeln und tanzen alle gemeinsam. Total viel Liebe hier!
Anschließend (mittlerweile haben wir fast 3 Uhr) werde ich vor die Wahl gestellt: Mit Ulf und Phil abhauen, oder noch die Sondaschule sehen. Ich entscheide mich für das kleinere Übel, und so verlassen wir die Veranstaltung.
Fazit: Geil wars! Tolle Feier, super organisiert! Alles Gute und Liebe für Dani und Mirko! Ihr dürft gerne öfter mal heiraten!

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