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Folklore Festival: Frau Potz, Canyoucancan, Bonaparte, Alfons Bauer, Mademoiselle Orchestra, Snakes And Lions, 25.08.2012 in Wiesbaden, Schlachthof - Bericht von Fö

Folklore Festival, 25.08.2012 in Wiesbaden

August Urlaubsmonat! Nach ein paar Tagen "Urlaub vom Urlaub" wartet das nächste Ziel auf uns: Die Schweiz! Langer Weg bis dahin, zumindest mit Auto, also legen wir noch nen kleinen Zwischenstopp ein. Dicke Geburtstagsparty von Helena und Martin in Darmstadt, ein paar Kilometer weiter auch noch Konzertangebot: Das Folklore-Festival in Wiesbaden! Kann man sich mal geben. Itze bringt mich hin, vor Ort warten Bönx und sein Cabrio, und nach nem kurzen Erkundungsgang durch die Stadt latschen wir schließlich aufs Gelände.
Folklore Festival. Wen der Name abschreckt: Die Musikauswahl ist breit gefächert! Auf der Kulturpalast/Kreativfabrik-Bühne gibt's grad DJ-Elektro-Gedöns, laut Programmplan von STEREOREVOLTE - jau, nett, aber nicht ganz unser Ding. Ist irgendwie auch eher Musik, zu der man um 4 Uhr nachts tanzt. Trotzdem gut was los vor der Bühne.
Erstmal rumlaufen. Gemütliches Festival, viele bunte Stände, alles recht familiär gehalten (trotz der bereits jetzt schon beeindruckenden Menschenmassen, die übers Gelände huschen). Jede noch so kleine Subkultur bekommt hier ihren Platz, wie man hier sieht.
Man stolpert immer wieder über Angebote, die man gerade mal nicht erwartet hätte. Sogar Bands, die abseits der Bühnen ihre Bahnen ziehen. ALFONS BAUER sorgen rund um die kleine Bühne für Aufsehen, ziehen einen Boxenturm-Karren hinter sich her, kleiden sich ulkig, machen ulkige Musik und überzeugen dabei durch ulkige Ansagen.
Ums kurz zu sagen: Beste Band bisher. Höhö. Musik ist grob gesagt grindiger Death Metal mit Elektro/Nintendocore-Einlagen. Vermutlich deutsche Texte, zumindest die Titel sind dies. Verstehen tut man nichts, aber muss ja auch nicht. Dafür schön growliger Gesang. Musik kommt halb vom Band und halb aus der E-Gitarre, mehr brauchen die zwei (oder drei?) Leute nicht.
Hier das "oder". Ein Roboter gehört auch noch zur Truppe, dessen Aufgabe besteht größtenteils darin, umgebende Leute zum Tanzen auf zu fordern. Gänzlich unerwartet die Performance eines bewusstseinsvernebelten Gastes, der sich einfach mal das Mikrofon schnappt und Reggae/Dancehall-mäßig einen runtertoastet, während der Gitarrist versucht, dazu Thrash-Gitarre zu improvisieren. Großer Spaß!
Irre Show! Immer wieder erfrischend, mal ne Band zu sehen die ihre Performance als etwas Kreatives ansieht und nicht als starres Wir-auf-der-Bühne. Ihren Platz nutzen sie trotzdem fleißig aus, viel Getanz und viel Geschrei - und ne gehörige Portion Nonsense-Komik.
Geil geil geil! Alfons Bauer, merkt euch diese Band! Kurzweiliger Spaß, die Zuschauer sind angetan. Nach ein paar Liedern zieht die Karosse weiter und wir nutzen die Gelegenheit, uns weiter übers Gelände zu treiben.
Noch eine von diesen "Walking Acts": MADEMOISELLE ORCHESTRA kommen vermutlich aus Frankreich, zumindest lässt sich das dem Akzent entnehmen. Frauenband mit bunten Kleidern, Musik so Brass-Polka-Tango-Gedöns, auch hier mit Augenmerk auf dem Unterhaltungsfaktor, wobei uns der Humor diesmal nicht zusagt. Eher was für ältere Generationen, sage ich mal.
Weiter zur Süd-Bühne. Das ist die kleinere von den beiden "großen". Oder so. Drei Bühnen bedeutet ja normalerweise Überschneidungsstress, aber heute gibt es tatsächlich Zeiten, an denen einfach mal auf keiner Bühne irgendwas spielt. Verrückt. Entsprechend tut es auch niemandem weh, dass CANYOUCANCAN ihren Auftritt ein paar Minuten früher starten.
Canyoucancan? Komischer Name. Wer es nicht weiß: Neue Band um einige alte Frau-Doktor-Mitglieder. Auch wieder mit Humor übrigens. Der diesmal daraus besteht, auf der Bühne aus Faxe-Dosen zu saufen. Großartig! Genau unser Humor! Und dann noch die limitierte Wikinger-Edition!
Musik erinnert durchaus an (späte) Frau Doktor, aber eher der smoothigen Sorte. Oder sagt man "erwachsener"? Ska, Soul, Sixties-Beat, irgendwie so. Englische Texte. Tanzbar, locker-flockig. 9-köpfige Band, gutgelaunte Truppe.
Apropos gut gelaunt: Sänger Üni führt durchs Programm und stänkert nebenbei fleißig über seinen Arbeitgeber, die Schlachterei. Heute übrigens der erste Auftritt von Canyoucancan, und dann direkt auf solch großer Bühne!
Ein Lied wird dem stetig umherreisenden 6000-Meilen-Bönx gewidmet. Auch wenn der, wie Üni vermutet, weniger wegen der Band und mehr wegen Freunden hier ist. Diese Aussage kann ich verneinen: Wir haben tatsächlich den Schweiz-Urlaub so gelegt, dass wir auf dem Weg dahin Canyoucancan gucken können. Crazy, nicht?
Freunde gibt's auch! Riesentröter Simon ist mal wieder in seiner alten Heimat und stolpert zufällig über unsere Füße. Geil!
Zurück zur Band. Neben Bläsern und Keyboard-Orgel noch ne weitere instrumentale Besonderheit: Ne Mandoline! Irgendwie muss man die 9 Köpfe ja beschäftigt kriegen. Klappt ganz gut. Musik gefällt. Wobei ich ein wenig mehr Tempo auch ganz gut finden würde. Ein paar Coversongs werden auch noch eingestreut, und viel zu schnell ist der Auftritt vorbei.
Anschließend auf der großen Park-Bühne: BONAPARTE! Hab mir bisher immer nur erzählen lassen wie ungeheuer gut die live sind, mich aber noch nie selbst davon überzeugen können. Dann also heute. Hm. Musik ist so Indie-Rock-Gedöns. Mag seine Freunde finden, aber mich packt das nicht. Irgendwie eher unspektakulär, auch wenn vor der Bühne ganz ordentlich gefeiert wird.
Aber so is das halt mit Mainstream-Indie (krasses Oxymoron!), da steckt man einfach nicht drin. Und die Bühnenshow - ach, vielleicht bin ich einfach zu abgebrüht, oder noch zu geflasht von der Alfons-Bauer-Performance. Aber so sehr fesseln mich die Verkleidungen von Bonaparte nicht.
Okay, originell sind die Verkleidungen schon. Groteske strippende Tierkörper und sowas, mehr Kunst und Performance als Konzert, aber spektakulär ist das nun auch nicht. Auch nicht provokant oder grenzenüberschreitend. Aber vielleicht war das mal und die Band traut sich auf großer Bühne einfach nicht mehr zu. Naja. Sind eh zu viele Menschen hier. Nach ein paar Liedern hauen wir wieder ab.
Alternativprogramm ist anschließend auch nicht wirklich, also rumlatschen, was futtern, und beobachten wie sich das Folklore-Gelände immer weiter füllt. Irgendwann auf der Kulturpalast&Kreativfabrik-Bühne: SNAKES AND LIONS. Ersatzband für die weiterhin im Programmheft auftauchenden Conmoto, die ich ja doch etwas lieber gesehen hätte - aber das Leben ist kein Wunschkonzert.
Hardcore-Punk der etwas moderneren Sorte, zu modern für meinen Geschmack aber immerhin trotzdem noch hörbar. Viel Geschrei, viel Haudrauf-Getrümmer, jedoch irgendwie auch etwas eintönig. Mangels wirklicher Kenntnisse in diesem Bereich muss ich mal wieder La Dispute als Vergleich heranführen - die finde ich nämlich auch eintönig. Aber vielleicht sind die Texte ja ganz gut.
Die Band ganz gut gelaunt, erzählt viel zwischen den Songs, unter anderem von ihrer geplanten Tour, man bedankt sich hier zu spielen, man wünscht viel Spaß mit Frau Potz, und man stellt einen Gastsänger vor. Der singt zufällig genau dann, als Bönx die üblichen Pflichtfotos der Band macht. Deswegen hier kein Bild vom eigentlichen Sänger. Harhar. Wer bei Snakes & Lions mal reinhören will: Free Download hier!
Wir laufen wieder ein wenig rum. Das ist beim Folklore Festival durchaus lohnenswert, an jeder Ecke wird irgendwas geboten. Hier ein Sandplatz, auf dem gerade ein paar Jongleure mit Feuer hantieren. Nich schlecht! Nebenbei entscheiden wir uns, den heutigen Headliner Casper keines Blickes zu würdigen. Das ganze Gelände ist voller Casper-Fans mit Casper-Jutebeuteln und Casper-Shirts. Hab ja nichts gegen den Künstler selbst, aber nunmal gegen Menschenmassen.
Also lieber zum heimlichen Headliner (der Herzen und so, ihr wisst schon) FRAU POTZ! Dieses Jahr nun wirklich schon oft genug gesehen, aber man kommt halt einfach nicht an ihnen vorbei und Spaß macht es auch weiterhin jedes Mal (regelbestätigende Ausnahme hier)! Also, Frau Potz, immer wieder gerne. Nächstes Mal hau ich dann auch nicht direkt nach dem Auftritt ab, Jungs. Hiermit vorgenommen.
Okay, ein gewisser Abnutzungseffekt stellt sich bei mir mittlerweile doch ein: Ne etwas andere Setlist fänd ich ganz wünschenswert, auch wenn dieser Wunsch jetzt krass nach Die-Hard-Fan klingt. Mit "Brockenheim" beginnt, wie von mir Bönx gegenüber im Vorfeld schon angekündigt, der Auftritt.
Ansonsten: Geil! Die Band hat weiterhin Spaß an der Sache. Erstaunt wird noch darauf hingewiesen, dass Casper auf der anderen Bühne spiele und die anwesenden Zuschauer hier bestimmt falsch seien. Höhö. Im Verlaufe des Auftritts hatte ich aber eher den Eindruck, dass so einige Leute von Casper rübergewandert sind, es wurde nämlich immer voller...
Och joah, mal kurz Bauch kratzen. Irgendwie muss man ja die Zeit rumkriegen. Das Folklore Festival hat für Frau Potz ne ganze Stunde Spielzeit eingeplant, was sogar noch deutlich mehr ist als bei den Solo-Auftritten der Band. Und mit erst einem Album in petto auch schwierig zu füllen (unter uns: schaffense auch nicht ganz).
Füllmaterial: Wasser trinken. Aaaber ne kleine Besonderheit wird uns heute auch serviert: Frau Potz haben ganz tief in ihrer Song-Kiste gegraben und spielen "Sternzeichen Fuchs", einen der ersten Songs überhaupt von der Band. Mir nicht bekannt. Dem Publikum auch nicht. Trotzdem gut. Und endlich mal ne Erweiterung der Setlist. Danke!
Viel mehr Details krieg ich nicht mehr zusammen, mittlerweile (also jetzt wo ich diesen Bericht schreibe) ist ja auch schon einiges an Zeit vergangen, also sind meine Erinnerungen wie üblich dürftig. Was mir auffiel: Felix' Stimme kam mir heute an einigen Stellen doch etwas brüchig vor. Also, er schwankte auch mal zum "normalen" Singen. Immer nur schreien tut ja auch weh.
Achja, es gibt noch Leute die unvoreingenommen den Auftritt genießen: Simon fragt, ob wir Cradle Of Filth kennen. Schöner Schlusssatz, eigentlich. Also denn, Frau Potz dürfen ihre "übliche" Zugabe (siehe alte Berichte) umfeiert spielen und wir verpieseln uns, haben ja schließlich noch Termine. Ab zur wilden Sauf-Party-Sause nach Darmstadt.
Das sah dann so aus. Wie wir sonst so versackt sind, lest ihr hier

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