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Zinnschauer, No Surprising News, Tigeryouth, 19.07.2013 in Dortmund, Subrosa - Bericht von Fö

Zinnschauer, No Surprising News, Tigeryouth, 19.07.2013 in Dortmund

So, reißen wir diesen Bericht auch mal kurz runter. Bin ja eigentlich derzeit im Auszeit-Modus: keine Konzertbesuche! Ach, denkste, klappt nicht so ganz, die Sucht will ja befriedigt werden - also suche ich mir einfach ne kleine Ausflucht, die ich mal mit den Worten beschreiben will, dass so Akustik-Dinger doch gar keine "richtigen" Konzerte sind. Eigentlich gehe ich heute ja nur in die Kneipe, was kann ich dafür dass da drei Typen mit Akustikgitarren stehen und den Soundtrack dazu liefern, dass ich mir fleißig alkoholfreies Bier runter kippe.
Im Subrosa. Schönste Kneipe Dortmunds. Bin trotzdem selten hier, weil ich erstens nicht um die Ecke wohne, zweitens eh selten in Kneipen gehe und mich drittens die Konzerte, die hier so stattfinden, eher selten interessieren. Heute mal ne Ausnahme. Tigeryouth, Zinnschauer und No Surprising News sind auf 4-Tages-Tour. Den Auftakt macht TIGERYOUTH.
Hab den Guten ja auch schon knapp ein Jahr nicht mehr gesehen - ach, wie die Zeit vergeht. Mittlerweile hat er die neue EP "Im Sitzen" rausgebracht, die man sich, wie all sein Zeug, bei Bandcamp runterladen kann. Hab ich gemacht, aber, offen gestanden, nie wirklich reingehört. Is halt Akustikzeug - kann live ganz mitreißend sein, "von Platte" brauch ich da die richtige Stimmung, und die hab ich nie. Harhar.
Akustik der punkigen Sorte, etwas emoesk. Mal wird's ruhig und nachdenklich, mal wird geschrien und getobt. Find ich gut, so die Mischung. Erinnert an ClickClickDecker und Senore Matze Rossi, sag ich mal so. Toller Typ, grundsympathisch, gute Lieder. Hier und da wird im ganz okay gefüllten Subrosa auch mal mitgesungen.
Gespielte Songs: Keine Ahnung. dieses "Vor Berlin" war dabei, und "Standpauke vom Wirt", und halt ein paar mehr. Zwischendurch reißt ihm ne Saite. Das ist cool, das ist punk. Mit der Situation kann er auch ganz gut umgehen, ebenso wie seine wirbelnden Mitreisenden vor der Bühne, die in Windeseile ne Ersatzgitarre zur Verfügung stellen und mal neue Saiten aufziehen.
Starker Auftritt, mehr davon. Tigeryouth ist übrigens ziemlich unermüdlich am Touren, dürft ihr ruhig mal auschecken, ihr fleißigen Leserlein. Ne letzte unplugged-Zugabe hätten wir zwar gerne noch gehört, muss aber aufgrund der fortgeschrittenen Stunde entfallen. Man munkelt ja, dass jeden Tag pünktlich um 22 Uhr die Nachbarn mit Heugabeln vorm Subrosa stehen und mit Pauken und Trompeten lautstark gegen nächtliche Ruhestörung demonstrieren.
Der nächste Künstler tritt barfuß auf. NO SURPRISING NEWS hatte seinen ersten Auftritt, damals noch unter seinem bürgerlichen Namen Robert, vor ein paar Monaten hier im Subrosa und gewann mal eben den Talentschuppen. Mittlerweile hat er nen Namen und ein paar mehr Songs. Und bereits ein paar Auftritte hinter sich.
Praktisch: Da er noch so wenig Lieder hat, braucht er auch keine Setlist. Harhar. Musik: Akustikgedöns, is ja klar. Aber wieder mal (juhu!) die punkige Ecke. Ich muss an manchen Stellen mal wieder an Senore Matze Rossi denken, an anderen aber eher an Matula, damit dürfte so grob abgerissen sein, was das für Musik ist.
Ich find's jedenfalls großartig. So großartig, dass (Achtung, Schleichwerbung!) er am 17.10. beim Bierschinken eats FZW spielen wird. Ehrensache! Ein paar Stücke wurden kürzlich auch aufgenommen, keine Ahnung wann und wie die veröffentlich werden, aber einen davon gibt es unter nosurprisingnews.bandcamp.com.
Besagter Download-Song scheint nicht der einzige zu sein, den die anwesende (Tour-)Meute schon kennt, wird aber immerhin am Lautesten mitgebrüllt. A propos Brüllen: Ich mag es, wenn Akustikkünstler sich ihrer eigentlich Stärken besinnen und auch mal am Mikrofon vorbei schreien. Kommt gut. Dass außerdem die Gitarre-Abnehmomatik zwischenzeitlich so ihre Aussetzer hatte, war aber, denke ich, keine Absicht.
Immerhin schafft er das, was Tigeryouth vergönnt war: den letzten Song unverstärkt, vor der Bühne, inmitten der Leute. Yeah! Seht ihr da rechts die brennende Kerze? Uiuiui, hier wird Stimmung groß geschrieben. No Surprising News, ey. Leute merkt euch das, endlich mal wieder ein Singer/Songwriter der nicht einfach nur nach Singer/Songwriter klingt!
Ähnliche Worte findet auch ZINNSCHAUER, der anschließend auf der Bühne steht. Er bedankt sich bei seinen Tourkumpanen Tigeryouth und No Surprising News mit den Worten, dass sie ja diese Singer/Songwriter-Umschreibung auf ein ganz neues Level bringen, oder so ähnlich. Hm, ja. Aber was macht ZINNSCHAUER dann bitte?
Ja, was macht er da? Das ist mit Worten nicht wirklich zu beschreiben. Erstens, was der da aus der Akustikgitarre rausholt, das geht doch nicht mit rechten Dingen zu. Zweitens, wie er seine Stimme einsetzt, nicht einfach nur "ja, dann wird hier halt mal geschrien", nee, das geht quer durch sämtliche vorstellbaren Lautstärken und Stimmhöhen. Akustik-Mathcore oder wat?
Da fällt mir auch als Referenz nichts ein. Was kenn ich mich mit diesen Prog-Math-Gedöns aus. Höchstens vielleicht Thoughts Paint The Sky, die ihren Screamo ja auch eher akustisch in die Welt hinaus geschrien haben. Aber ein Vergleich ist das trotzdem nicht, Zinnschauer hat auch noch irgendwie was von Performance-Kunst, experimentell und trotzdem irgendwie packend.
Abgredreht. Intensiv. Verwirrend. Sperrig. Beeindruckend. War mir bis kürzlich auch kein Begriff, bis uns' Manfred die kürzlich erschienene Split mit dem Hirsch Effekt besprochen hat. Ich vermute mal, dass Zinnschauer heute seine Split-Seite vorträgt, und zwar komplett.
"Ich bin deine wachsenden Arme" nennt sich das und ist sowas wie ein Opus, das sich über 4 Lieder hinaus zieht. Ich hab keine Ahnung worum es geht, aber es klingt, so live dargeboten, sau-interessant! Echt! Zumindest live, von Platte ist mir das echt zu anstrengend. Wow, ey. Die Lieder sind teilweise 10 Minuten lang, halten aber durchgehend die Spannung aufrecht. Gefühlte 10 Breaks die Minute. Checkt mal das Video!
Dazu hat er auch noch Licht- und Tontechniker im Gepäck, die seine Musik ansprechend ummalen, sowie einen kleinen Background-Chor bestehend aus seiner Tour-Trosse, die zwischendurch einfach mal mitbrüllen. Wahnsinn, dieser Zinnschauer. Nie gehört sowas. Ballert einen irgendwie aus der Realität, der Auftritt. Kann ich nichts mehr zu schreiben. Gute Nacht.

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