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Fucked Up, Candycunt, 06.08.2013 in Berlin, Magnet - Bericht von Fö

Fucked Up, 06.08.2013 in Berlin

Mal wieder nach Berlin! Ist ja mittlerweile auch schon wieder anderthalb Jahre her, dass ich zuletzt hier war. Tja - Termine Termine und so.
Wie hinkommen? Die Anreise per Mitfahrgelegenheit wird ja immer weniger verlockend durch die zunehmende Geldmacherei in der eigentlich mal guten Idee. Zum Beispiel der Typ mit dem 9-Sitzer, der täglich zwei Fuhren fährt, stetig über Headset mit neuen Mitfahrern kommuniziert und für die Fahrt knackige 30 Euro nimmt - hatte ich einmal, fand ich so richtig ekelhaft. Da verdient der sich n schönes Sümmchen in einer Szene, die eigentlich zum (großzügigen) Selbstkostenpreis agieren sollte. Oder jetzt die neue Preisgestaltung bei einem großen Portal, bei dem man jetzt besser nicht mehr mitfahren sollte: Unverhältnismäßig hohe Gebühren für die Vermittlung - ich kann mir nicht vorstellen, dass die Webseite so viele Kosten verursacht. Auch hier verdient sich also jemand dusselig. Klar gibt's mittlerweile diverse Mitbewerber - mal abwarten wer sich da so durchsetzt. Aber es gibt ja noch ganz andere Alternativen, die zwar auch kommerziell sind, aber zumindest mal ausgetestet werden sollten: Die Bahn hat ihr Beförderungsmonopol (endlich) verloren und diverse Busunternehmer drängen auf den Markt. Testen wir das doch mal aus.
Ich probier mal den grünen Bus hier. Faire 25 Euro kostet die Fahrt heute, dauert inklusive Pausen 6 Stunden von Dortmund nach Berlin (nicht viel langsamer als mit Auto), an Bord gibts gekühlte Getränke (auch Bier) für 1.50, das experimentelle WLAN kann man hingegen vergessen und für die versprochene Beinfreiheit sind meine Beine wohl zu lang. Trotzdem: Unstressiges Reisen, und netter als bei der Bahn isses auch.
Wie war dat noch? Termine? Rein zufällig (hust) habe ich meinen Anreisetag so gelegt, dass ich einem der seltenen Europa-Konzerte von Fucked Up beiwohnen kann. Geschickt von mir! Es findet sich bloß keine Begleitung...also mit den üblichen Visagen vorher kurz in der Milchbar angestoßen, bevor ich mich mutterseelenalleine auf den Weg mache ins Magnet, wo die Vorband CANDYCUNT ihren Auftritt bereits begonnen hat.
Genauer gesagt, ich kriege noch ungefähr 3 Lieder mit. Dabei war ich doch gar nicht soo spät hier. Nunja. Candycunt, den Namen fänd ich geil wenn die Band aus stämmigen Waldschraten bestehen würde - folgt aber dann doch dem ungeschriebenen Gesetz, dass, sobald ne Frau singt, der Name irgendwas Feminines enthalten muss. Hier liegt die Frauenquote sogar bei zwei Dritteln. Dafür ist das Feminine im Namen mehr als offensiv.
Sound ist aber ganz geil. Son bisschen Rock'n'Roll, Garage, Punkrock, Grunge und klassische Riot-Grrrl-Attitüde. Die Songs sind kurz und knackig, gehen gut in die Beine - zumindest Mitwippen kann man prima. Die Ansagen mit Fremdwörtern gespickt (die studieren bestimmt Genderwissenschaften), aber der nötige Humor darf auch nicht fehlen.
Also: Geht in Ordnung, so als Anheizer! Den haben sie auch kürzlich auf der Tour mit Bad Religion gegeben, mussten das zweite Bein aber kurzfristig an andere Kollegen abgeben, weil der Drummer irgendwas inne Fritten hatte. Ihm scheint's aber wieder gut zu gehen, so verbissen wie er da seine Felle beackert...
Kurze Frischluftpause, in der ich feststelle, dass man auch in Berlin nicht auf ein Konzert gehen kann, ohne über bekannte Gesichter zu stolpern. Makke und Matze sind da, Sebo tippt mir auch noch auf die Schulter, und so gerät die Pause dermaßen kurzweilig, dass wir prompt den Beginn von FUCKED UP verpassen. Ups. Nu aber rein!
Pünktlich drinnen, als Sänger Damian Abraham sich gerade seines Shirts entledigt und, vermutlich zum wiederholten Male, ins Publikum springt. Gespielt wird gerade "Queen of Hearts", was (Spoileralarm!) der Setlist zufolge auch der erste Song war - also nicht allzu viel verpasst.
Oder doch? Großartige Show, von vorne bis hinten, so viel sei gesagt! Ich hab ja intern/privat meine kleine heiße Liste an Bands, die ich unbedingt mal live sehen will. Die Liste ist mittlerweile ziemlich geschrumpft, aber Fucked Up standen definitiv drauf, nachdem ich die bisherigen Auftritte im Lande immer wegen Urlaub oder sonstiger Termine verpasste.
Nicht zuviel erwartet! Die Kanadier entfesseln einen wogenden (damit ist nicht die Körpermasse des Sängers gemeint) Sturm exquisit-virtuosem Geballers. Natürlich um Einiges dreckiger als von Platte (also, so ein wenig vermisse ich ja die Streicher), aber Hit bleibt Hit.
Die Band hebt diesen Hardcore-Punk-Sound sowieso auf ne gänzlich neue Stufe. Unglaublich, wie ausgefeilt man die ganze Geschichte nehmen kann. Live, wie erwähnt, alles etwas krachiger. Sebo meint später, dass man sich bei drei Gitarren auch ruhig mal etwas andere Verstärker als durchweg Marshall gönnen sollte, für den diversifizierteren Sound. Hab ich keine Ahnung von. Kann sein.
Alle Augen sind eh auf den charismatischen Sänger gerichtet. Der wird mehr im Publikum als auf der Bühne gesichtet, tanzt zwischendurch auch auf dem Tresen rum oder zieht seine Runden durch den Vorraum, stetig umschwärmt von einer Horde mitsingender Fans. Bringt es wohl Glück, seinen behaarten Rücken anzufassen?
Überzeugt auch sonst durch charismatisches, aber sympathisches Auftreten. Die Ansagen sind gespickt durch Anekdötchen und Scherzkes mit Publikum und Bandmitgliedern. Meine miserablen englisch-Kenntnisse verhindern aber mal wieder, dass ich da allzu viel von kapiere. Unter anderem pries er die Vorzüge von Fritz Kola, was die beste Coke der Welt wäre - wenn es Afri Cola nicht geben würde.
Was das Programm betraf: Geil! Ich freu mich am Meisten über die Songs des letzten Albums "David Comes To Life". "Turn The Season", "I Was There", "The Other Shoe" - Wow! Aber auch die älteren Sachen werden mehr als abgefeiert, immer öfter kreist das Mikrofon mehr über die Mäuler der Zuschauer als vorm Vollbart des Sängers.
Neue Songs gab's auch, zwei Stück an der Zahl - ein neues Album sei in Arbeit, erfahren wir. Das ist schön, da bin ich mal sehr gespannt! Kann ja nur geil werden.
Bringen wir mal noch ein paar Foto-Eindrücke. Hier wird einem Kappenträger das Mikrofon in die Fresse gedrückt. Sehr textsicheres und ausgelassenes Publikum heute!
Oder er hier. Stagediver, zieht erst seine Runden über unseren Köpfen, wird irgendwann wieder gen Bühne getragen - und darf sich von Damian höchstpersönlich emporheben lassen.
Nüscht zu meckern. Sound hätte etwas besser sein können, aber ich glaub ich bin selber Schuld wenn ich mich direkt vor die Box stelle. Trotzdem mal wieder ein ziemliches Konzerthighlight, juchhee!
Das "letzte" Lied kündigt Damian mit ganz viel Zwinkern und Gänsefüßchen an, zwei Songs noch als Zugabe, insgesamt etwa 55 Minuten Spielzeit - is in Ordnung. Anschließend stürmt Damian ins Publikum, umarmt erstmal jeden einzelnen, bedankt sich überschwänglich und hält fleißig Pläuschken. So wünscht man sich doch seinen Frontbären.
Konzert vorbei, Bierchen und Schwätzken mit Sebo vorm Laden, bis ich irgendwann weiterziehe - und wie das in Berlin halt so ist, allzu lange bin ich nicht alleine. Im BKK sitzen - selbstverständliche Sache für einen stinknormalen Dienstag Abend - Safi, Timo und Martin, fleißig am Schnäpperken fegen. Ganz beiläufig verabreden wir uns für den nächsten Tag zu einer Privatführung durch die Räumlichkeiten des Bundestages.
Auch ne sehr geile Sache, kriegt man ja als Normalsterblicher nicht unbedingt zu sehen. Kilometerlange unter- und oberirdische Gänge, alles son bisschen wie ausm Science-Fiction-Film, dazu erklärt Timo ein wenig die Abläufe und liefert ein paar schöne Anekdoten zu Gebäuden und Personen, bis wir uns plötzlich auf der Kuppel des Reichstages wiederfinden. Sau-interessant das alles! Berlin, ey. Immer ne Reise wert.

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