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Supernichts, Nonstop Stereo, 11.10.2013 in Köln, Sonic Ballroom - Bericht von der Redaktion

Kuchen & Bier - 20 Jahre Supernichts, 11.10.2013 in Köln

Gerd: Supernichts werden zwanzig Jahre alt. Muss man sich mal vorstellen, kann sich kein Mensch vorstellen. 1993 haben die schon so vortreffliche Musi gemacht! Da ist so manch einer noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gerannt. Ich möglicherweise auch, weiß ich nicht, muss ich mal meine Eltern fragen. Irgendwann Anfang des Monats sickerte die Nachricht durch, dass nur noch im lokalen VVK in Köln Karten erhältlich wären. Schockschwerenot, aber man kennt ja Leute in Köln und so konnte ich mir über Frank noch die letzten drei Tickets (angeblich!) sichern, eins für mich, Jenz kann nicht, also kriegt Fö seins, und Frau Aal ist auch wieder mit am Start. Ich nehme den umständlichen Weg über Hamm, was aber ab Hamm den Vorteil hat, dass sich nach und nach die gesamte Reisegruppe im RE1 einfindet und wir gemeinsam bis Ehrenfeld durchgurken können.
Frau Aal: Ich wollte hier oben auch einfach mal was reinschreiben. Hallo!
Coco: Hui ui ui, im Vorfeld hab ich mir ja schon Sorgen gemacht, wie und ob ich so eine Veranstaltung überlebe. Nonstop Stereo und Supernichts und Jubiläum und dann auch noch Sonic Ballroom. Und Trinklaune. Heikle Kombination.
Gerd: Nach dem üblichen Saufen vor der Tür, was trotz des eher mäßige Wetters mit Bravour durchgezogen wird, geht es pünktlich um halb 10 los mit den "Grastgatulanten" (O-Ton F. Ludes) von Nonstop Stereo.
Gerd: Die Sonnenbrille ist hier Pflicht, sie schützt die Netzhaut vor den Massen an gutgelaunten Zuschauern. Sonic Ballroom ausverkauft, das verspricht kuscheliges Gedränge.
Fö: Aber echt. Bei den Stereonen wurde schon dermaßen gut gefeiert, dass ich mich fast auf nem 20-Jahre-Nonstop-Stereo-Konzert wähnte. Schließlich wurden ja auch Lieder gespielt, die älter als die Band sind. Also, wie immer eigentlich. Aber kam gut.
Frau Aal: Joa, Nonstop Stereo super wie immer. Hab ich von denen schonmal n schlechtes Konzert gesehen? Nicht dass ich wüsste.
Coco: Das war echt mal der Wahnsinn, was bei denen schon vor der Bühne los war! Bestes Nonstop Stereo-Konzert, was ich je gesehen habe! Sonst steht deren Publikum ja gerne mal mit verschränkten Armen hinterm Bühnenhalbkreis, aber heute geht hier die Party ab. Meine Feierlaune damit bei der ersten Band bereits voll aufgedreht. Hui!
Fö: Hab ich von Nonstop Stereo noch nie live gehört: "Der Klügere kippt nach", ein Lied, das ja eine gewisse Säufertruppe aus Berlin zu Weltruhm gebracht hat. Kommt auch in der Version der Krefelder verdammt gut. Nur Gerd fands scheiße. Glaub ich.
Fö: Hit des Abends aber dann selbstverständlich: Das Ständchen an Supernichts! Weil man das ja heutzutage zu besonderen Anlässen so macht, wurde eine verdammt tighte und packende Version von "Tage wie diese" zelebriert. Das gesamte Publikum erwies sich als textsicher, packte spontan Bierbäuche und Weißwürschte aus und schunkelte sich in höhere Sphären. Maks hatte sogar Tränen in den Augen!
Gerd: Er hier links im Bild konnte echt gut Vogelgeräusche nachmachen und hat das in den Applauspausen zwischen den Songs auch gemacht. Geiler Typ!
Frau Aal: Was mich allerdings ein bisschen vom Konzert ablenkte war die Seifenop(f)ernreife Unterhaltung im Publikum - Ein besoffener Lockenkopf bespringt in penetranter Art und Weise eine Gruppe friedlicher Konzertbesucher, bekommt ca 5 Mal fast auf die Fresse und wird dann schließlich unsanft nach draußen komplementiert.
Coco: Ich hab noch erfolglos versucht, zu schlichten. Wusste aber auch nicht, worums geht. Der Lockenkopf hat mir mal Bier in der Bahn geschenkt, auf einer langwierigen Rückfahrt. Der große Typ, der ihn dann raus geschleift hat, hat mir aber versprochen, dass er ihm nicht weh getan hätte. Und Micha meinte, er hätte es eindeutig verdient gehabt. Naja, ich bin halt ein Hippie. Wegen mir immer lieber reden als zurückschubsen.
Gerd: Ah, leider kein Foto von der Sologitarre hinterm Kopf, da hat mal einer zu Hause geübt! Fö leider das Fotografieren nicht, sonst hätten wir davon jetzt ein Bild!
Fö: Ey Gerd, hattest DU nicht im Vorfeld gesagt, Fotos seien nicht so wichtig, weil man ja mittlerweile weiß wie die Typen aussehen?
Gerd: Ja, aber ich...das war auf Supernichts bezogen!
Coco: Irgendwas zu meckern gibts ja immer: Sie haben nicht "Selig" gespielt. Aber "Weil du so bist". Und alle anderen Hits. Eine rauch ich mir noch und dann hau ich ab! Ui nee, kommt ja noch Supernichts.
Gerd: Joa, ich fand Nonstop Stereo ganz gut, wie immer eigentlich! Nur die Setliste hätte man ausbauen können, aber irgendwas ist ja immer. Wo ist mein Bier? Achja, für 2,50 hinterm Tresen.
Frau Aal: Ich hätte mir ja andere Bash!-Lieder gewünscht, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ansonsten super Set und man hat den Jungens angemerkt, dass sie richtig Bock hatten. Wunderschön.
Gerd: Und dann ist es endlich so weit, der Moment auf den manche Leute 20 Jahre gewartet haben! Supernichts! In den Original Golfturnier-Kluften. Ich raste aus. Passende Jogginghosen inklusive.
Fö: Die Moselpunker haben, ganz Saisontrinker die sie sind, Federweißer mitgebracht. Dat war übrigens eines der ersten alkoholhaltigen Getränke, die mir meine Eltern in meiner frühen Jugend mal eingeflößt haben. Ja, da kommen Erinnerungen hoch. Aber meine Eltern hatten nicht so formschöne Kanister...
Frau Aal: Federweißer, brrr. Hab ich nie verstanden wie man die Plörre trinken kann.
Coco: Ich bin Fiez-Geschädigte. Wenn die Moselpunker Getränke in Kanistern anzubieten haben, nehme ich vorsichtshalber reißaus. Ich geb ja sonst gerne mal ein paar Gehirnzellen ab am Abend, aber nicht in der Größenordnung, welche.
Gerd: Bereits im Vorfeld wurde durch moderne Kommunikationsmittel angekündigt, dass ein paar mehr alte Kracher in die Setlist einfließen würden. Folk von Klatschern blieb uns zum Glück erspart, dafür gab es aber mit Scheiß Post, Bahnfahren macht hässlich, Express und noch ein paar richtig alten Schinken aus den 90ern ordentlich was aufs Brot.
Gerd: Aber auch das neue Material braucht sich ja nicht zu verstecken, und so werden auch heute wieder Bomben über Oberhausen abgeworfen und Hannover-Bielefeld endet erneut im torlosen Remis.
Fö: Is ja auch n Problem, wenn man so viele Hits hat. "Folk von Klatschern" hätte ich übrigens gerne gehört. Aber dafür gab es ja von den Grastgatulanten "Tage wie diese", das hebt sich auf.
Gerd: Anlässlich des Jubiläums gab es auch zwei Fässchen Freikölsch, aber wenn man sich erstmal nach vorne durchgeboxt hat, geht man ja nicht mehr zur Theke um sich da mieses Bier umsonst abzuholen. Also ich jedenfalls nicht.
Frau Aal: Ja, das war irgendwie suboptimal gelöst. Aber im Verlauf des Abends waren ja genug Bier und andere alkoholische Getränke auf der Bühne vorhanden...man hätte nur einen Strohhalm gebraucht.
Frau Aal: Ich fands geil mal so richtig alte Schinken live zu hören...und damit mein ich natürlich nicht die Band, sondern das absolut geniale Express-Lied und natürlich Bahnfahren macht hässlich. Supernichts erklären die Welt!
Gerd: Ja, guten Tach, ich bin der Gerd, aber eigentlich sollte ich ja zuerst... DIETER HEISSEN DIETER HEISSEN DIETER HEISSEN! Knaller. Außerdem auch Sommer im Pullover mal live genossen, obwohl es für mich eher Herbst in kurzer Hose war. Dennoch hängt auch mein Bauch bis zum Knie und knickt mir fast das Rohr.
Coco: "Du im roten Sommerkleid, eine Kiste Bier zu zweit...", "Nur bekifft und nicht besoffen...", "Langsam hab ich den Verdacht, der kleine Mann hat Mist gemacht..."
Ei, wieviele Hits diese Kapelle anzubieten hat, schier unglaublich. An dem Abend hatte ich das Gefühl, kein einziges Lied zu vermissen. Aber wo ihrs eben gesagt habt, "Folk von Klatschern" mag ich auch gerne! Wurde eigentlich "Nur Du und ich und Dr. Hartz" gespielt?
Gerd: Jo.
Gerd: Die Moselfraktion trinkt irgendeine Plörre aus dem Kanister. Hab mal was von Federweißem gehört. Könnte auch Katzenurin gewesen sein.
Frau Aal: Zuckersüßer Urin von der scheiß süßen Katze?
Frau Aal: Im Ballroom herrscht derweil eine recht familiäre Stimmung. Viele hat man irgendwo irgendwie schonmal gesehen, und wen man noch nie irgendwo gesehen hat kann man trotzdem so behandeln als würde man ihn kennen, find ich immer klasse sowas.
Coco: Großfamilientreffen.
Fö: Dieses Basssolo ist verdammt alt - aber immer noch gut! 35 Jahre alte Hits aus 20 Jahren Bandgeschichte!
Gerd: Er hier, Chris Scholz, hat damals Zwiebelkuchen erfunden, kurz bevor er Punk erfunden hat.
Fö: und er war schon Supernichts-Fan, als es Supernichts noch gar nicht gab. Außerdem hat er den Flachwitz-Humor gepachtet und seinerzeit an Fips Asmussen lizensiert.
Frau Aal: Scheint ja ein ziemlich dufter Typ zu sein. Ich kenn den nur von seiner astreinen Bühnenperformance in Leiwen letztes Jahr.
Fö: Supernichts spielen weiter. Publikum mampft Zwiebelkuchen. In den Geruch von Schweiß und Bier, der beständig den gesamten Ballroom durchzieht, mischt sich ein durchdringendes Zwiebel-Aroma. Lecker!
Gerd: Lieber Zwiebelgeruch als Kippenmief... oder wie seht ihr das?
Fö: keine Frage! Demnächst E-Zigaretten mit Zwiebel-Aroma!
Frau Aal: Das fieseste am Rauchverbot ist ja, dass dadurch der Furzgeruch dominiert. Dann lieber Zwiebelkuchen und das Konzert beenden bevor selbiger verdaut wird.
Gerd: Dass es so ein leckerer Kuchen werden würde, habe ich mir bei der Konzertankündigung "Kuchen & Bier" nicht träumen lassen. Der war wirklich gut!
Fö: Kommt auf dem Foto nicht so brutal rüber - aber wie die Leute auf den Kuchen gestürzt sind, das hatte was von diesen Zombiefilmen wo die Untoten sich fleißig Gedärme aus dem noch zuckenden Körper einverleiben.
Frau Aal: Aber erst nachdem ich mich erbarmt hatte, den Kuchen anzubrechen. Die Buffet-Etikette zieht also auch im Punkrock.
Frau Aal: An Franks ausgeblichenen Rückendruck kann man erkennen: Das Shirt wird auch privat getragen. Ich würd gerne mal wissen zu welchen Anlässen (ausser Konzerten und Minigolf) man sowas anzieht.
Gerd: Ein' saufen.
Frau Aal: Das korreliert ja wunderbar mit den andern beiden Aktivitäten.
Fö: Selbst eine Gitarre mit Fuchsschwanz kann noch tiefer gelegt werden!
Frau Aal: Der Fuchsschwanz hatte mir die letzten Male echt gefehlt. An bewährten Dingen sollte man unbedingt festhalten, Punks sind konservativ (und wählen manchmal die CDU).
Coco: Haha, irgendwessen angebliche Parteimitgliedschaft wird der Band ja gross angekreidet. Meine Zwischenrufe "Du und deine Scheiss-CDU!" scheint aber ausser mir niemand lustig zu finden. Das schöne Lied mit der anderen Partei haben sie aber zum Glück trotzdem gespielt.
Fö: Jetzt wissen wir endlich, wie Frau Aal mit Vornamen heißt: Candy! Candy Aal wird nach seiner Performance sogar noch in Berts Gemächer eingeladen. Hat er das Angebot angenommen?
Frau Aal: Hätte ich mal besser machen sollen, dann wär ich beim bahnfahren nicht so hässlich geworden. Ich hab mich dann doch lieber mit ner Packung Törtchen begnügt, waren sogar vegan!
Coco: Die Tanzveranstaltung vor der Bühne war übrigens nobelpreisverdächtig. Ausverkauftes Ballroom und trotzdem keine Verletzungsgefahr. War mehr so ein schönes gemeinsames Geschunkel. Gefährlich wurde es später nur, als der Flüssigkeitsstand auf dem Boden schmierseifenähnliche Konsistenz angenommen hatte.
Ömpf, mehr kann ich zu Supernichts nicht mehr sagen. Irgendwas trübt die Erinnerung. Dabei hab ich vorsichtshalber nicht aus dem Kanister getrunken und auch extra kein Kettenfett.
Fö: Es gab früher mal diese Tradition, dass Achim am Ende des Sets sein Schlagzeug umgetreten hat. Sieht man immer seltener - aber, hey, 20-Jahres-Feier! Diverse Instrumente landen in einem wirren Kuddelmuddel-Haufen vor der Bühne, irgendwer brüllt heiser ins Mikro und alle trommeln auf irgendwas rum, was da grad so aus dem Haufen hervor guckt. Chaos.
Frau Aal: Mir als Halbblutmusiker tut sowas in der Seele weh. Wie kann man seinen Instrumenten sowas antun? Ja klar, Punkrock und so, aber ich weine da immer ein bisschen innerlich.
Fö: Die Kölschglas-Bassdrum.
Frau Aal: An Tagen wie diesen steigt man am besten nicht in Düsseldorf aus. Der Bahnhof war überfüllt mit besoffenen, dumprolligen Hosen Fans die entweder Fortunagesänge oder Deutschlandfähnchen schwangen. Ekelhaft.
Coco: Es ist nicht mehr rekonstruierbar, warum Reisegruppe Sportzigarette den letzten Regionalexpress verpasst hat. Dann verstrahlt am Automaten versucht, ein Ticket zu ziehen. Endlich eins raus bekommen, Freude darüber ist gross. Gemütlich die Treppe hoch, angepeilte S-Bahn fährt gerade ohne uns ab. Gut, dass es wenigstens regnet! Na, zumindest waren wir dann so spät zurück, dass sämtliche Deutsche-Hosen-Fans schon entschwunden waren.
Gerd: Ihr habt gut lachen - ich saß noch anderthalb Stunden in einem Regionalzug fest, um mich herum ausschließlich Hosen- und/oder Deutschlandfans, Bildungsniveau reziprok zum Alkoholpegel, ach herrjeh. 3:19 lag ich zu Hause in der Falle, ich sollte diese Ausflüge echt einschränken, man wird ja nicht jünger. Aber wir wissen ja alle, dass es nächstes Wochenende eh wieder rund geht - also bis zum nächsten Mal, euer Gerd
Fö: oh, es geht rund. Unser Gerd, das Partytier!
Frau Aal: Gerd, nächstes mal einfach bei mir nächtigen, du oller Heimschläfer

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Ilona

16.10.2013 18:56
Aha, Frank hat für euch also die LETZTEN DREI karten gekauft :-) Achim sagte mir er habe mir die LETZTEN ZWEI karten gekauft... die burschen ;-)

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