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Chixdiggit, Kepi Ghoulie, Circus Rhapsody, 23.03.2014 in Berlin, Cortina Bob - Bericht von Fö

Chixdiggit, 23.03.2014 in Berlin

Immer noch Berlin! Gestern feierte Bönx in seinen Geburtstag rein mit den Bands Supernichts und Canyoucancan, heute hat er Geburtstag, ist aber zu verkatert für ausufernde Aktivitäten - wie auch sonst so ziemlich jeder, wie mir scheint. Aber auf Jörgi ist Verlass, und so kommt auch der heutige Tag nicht ohne Konzert aus. Chixdiggit! spielen im Cortina Bob eine Nachmittagsshow, oder sagen wir eher Frühabendshow, kann man machen, also hin.
Vor Ort die übliche Erkenntnis: Berlin ist klein und auch hier kann man kein Konzert besuchen, ohne auf bekannte Nasen zu stoßen, einige überraschender als andere. Coolcool! Weniger begeistert bin ich über den Eintrittspreis von 12 Euro (hatte mit maximal 10 gerechnet), aber gut, wo ich schonmal hier bin. Zuhause in Dortmund hätte ich das vermutlich nicht ausgegeben, aber im "Urlaub" ist man ja eh spendabler.
Die heutige Vorband: Circus Rhapsody. Ganz cooler Musikstilmix, mir allerdings etwas "too much", und außerdem trägt der Sänger keine Schuhe, was wir mit Stirnrunzeln quittieren. Der Stilmix bewegt sich im feiertaumeligen Skatepunk, aber trotzdem nähert sich jedes Lied an andere Musikgenres an. Egal ob Folk, Metal, Glam, Swing oder wat weiß ich, irgendwie alles dabei.
Da hab ich definitiv schon weniger unterhaltsame Vorbands gesehen, zumal die drei Typen durchaus fähig an ihren Instrumenten zu sein scheinen, soweit ich das als Banause beurteilen kann. Recht quirlige Show auch noch, gute Laune und so, man freut sich darüber mit Chixdiggit spielen zu können, und die CD wird beworben, die man sich gegen Spende zwischen Bronzegeld und Bankkredit zulegen kann.
Ihre Schulklasse hat der Zirkus anscheinend auch mitgebracht, zumindest tummeln sich lauter Gestalten vor der Bühne, die offensichtlich mit der Band persönlich bekannt sind, fleißig Lieder mitsingen und sich zu sonstigen Aktionen hinreißen lassen. Einer hat beispielsweise die Setlist auf dem Rücken und muss ständig sein Shirt hochziehen, damit die Band sehen kann, welche Lieder noch fehlen.
Bisschen Gastbegleitung gibt's auch noch, so werden ein paar Songs violinistisch begleitet, oder ein Lied von diesem Jungspund an der Gitarre. Wie gesagt, ganz unterhaltsam, aber für mich doch etwas zu viel des Guten.
Anschließend betritt eine Band die Bühne, von der einige vermuten könnten, dass es sich um Chixdiggit! handelt, aber direkt zu Beginn wird klargestellt: "We're not Chixdiggit, we're just the soundcheck". Es handelt sich hierbei um KEPI GHOULIE mit Chixdiggit als Begleitband.
Eine mehr oder weniger spontane Band also. Kepi Ghoulie (ehemals Groovie Ghoulies) begleitet Chixdiggit gerade als Fahrer und Bassist, da hat er sich ein wenig Selbstdarstellung wohl verdient. Lustiger Typ, hat viel zu erzählen und nennt diese Hochton-Nasal-Stimme sein eigen, die für Poppunk wohl typisch ist.
Musik: Klar, natürlich Poppunk. Die Bubblegum-Variante, macht Laune und geht gut in die Beine. Etwa 6 Lieder werden uns kredenzt, nach persönlicher Fürsprache von Chixdiggit-KJ auch noch ne Zugabe, er outet sich als großer Kepi-Ghoulie-Fan - Ker, wie harmonisch das hier doch alles ist!
So harmonisch dass es sogar Zuckerwatte am Merchstand gibt, was Kepi nicht unterlässt zu erwähnen, woraufhin ihm eine Portion gebracht wird. Zuckerwatte und Rock'n'Roll - das gehört halt einfach zusammen! Hier zeigt uns Kepi seine Verkleidungskünste: "Hey look, I'm Chuck Ragan!"
Anschließend kurze Pause, schnell aufs Klo, und weiter geht's mit CHIXDIGGIT! Kepi und KJ tauschen die Plätze, zack, direkt ne ganz andere Band. So schnell geht das. Chixdiggit sind ja nun auch schon einige Dekaden unterwegs, stammen aus einer Zeit in der gegenderte Songtexte noch keine Selbstverständlichkeit waren.
Ich dachte auch eigentlich, die Band gebe es gar nicht mehr. Aber Pustekuchen. Großer Kenner bin ich sowieso nicht. Es gab ja damals diesen "Short Music For Short People"-Sampler auf Fat Wreck, und das darauf enthaltene Chixdiggit-Stück "Quit your job" fand ich super, wollte mich auf jeden Fall mehr mit der Band befassen, hab das dann aber irgendwie vergessen, und schwupps sind 15 Jahre vergangen.
Dann also live. Klappt auch! Ich kenne nur etwa 2-3 Songs, die auch gespielt werden, aber auch der Rest geht so ungeheuer schnell ins Ohr, Wahnsinn! Schön catchy und cheesy, wie der neumoderne Musikjournalist sagt. Gespielt wird quer durch's Gemüsebeet, Publikumswünsche werden ausdrücklich gefordert und meist erfüllt, teilweise gibt man uns auch die Wahl zwischen zwei Liedern - und spielt dann doch beide.
Was neben der Musik noch total mitreißend ist: Die Laber-Qualitäten. Spontan, witzig, spritzig, wie der Laber-Fachmann sagt. Da geht es um die Unterschiede von Kanada, USA, Belgien und Berlin, KJ erzählt dass sie eigentlich nur in Deutschland touren weil er in Kanada keine passenden Hosen für seinen großen Hintern kriegt, Kepi wirft als Sidekick auch immer wieder was ein, sehr unterhaltsam.
Direkt nach der Show will man joggen gehen, über die Oberbaumbrücke und darüber hinaus, und wenn hier keiner mitmacht, geht man halt zu den Jungs im Görlitzer Park und joggt mit denen. So ziemlich jedes Geschehnis wird mit einem Kommentar bedacht, echt verdammt witzig - aber, zugegeben, nix für Leute die auf Konzerten lieber Musik hören. Aber die sind ja eh verrückt.
Nee, quatsch, Musik kommt nicht zu kurz und das gut gefüllte Cortina Bob kann auch zu früher Stunde gut feiern, im Publikum ist man entweder am Grinsen oder am Mitsingen (wozu wir ausdrücklich aufgefordert sind, weil KJ heute gerade die hohen Töne nicht allzu gut zu treffen vermag), alle glücklich, die 12 Euro war das Konzert mal definitiv wert, selbst wenn man, wie ich, kein großer Kenner des Chixdiggit'schen Backkatalog ist.
Zugabe. Die Setlist, die eigentlich nicht wirklich gebraucht wurde, wird noch schnell durchgegangen nach eventuell bisher nicht gebrachtem Material, ergänzt durch Wünsche aus dem Publikum, alles super. Endlich mal wieder eine Band, die nicht einfach nur ihr Standard-Programm runter zieht, sondern sich stetig flexibel hält. Sind noch ein paar Wochen auf Tour, nicht verpassen Leute!
Gegen 21 Uhr ist das Konzert dann auch zuende, angenehme Zeit eigentlich, aber bevor wir noch auf die Idee kommen, ein weiteres Konzert zu besuchen, trennen sich unsere Wege und ich schließe mich Lea und Mansi auf ein letztes Bier an, bevor das Wochenende seinen Tribut fordert und wir ermüdet ins Bettchen fallen. Immer wieder schön, son paar Tage in Berlin! Bis zum nächsten Mal!

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