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Rockstar Labelfest: Modern Pets, Toys That Kill, No More Art, F.Y.P, 25.04.2014 in Aachen, AZ - Bericht von Fö

Rockstar Labelfest, 25.04.2014 in Aachen

Aachen liegt irgendwo am anderen Ende des Bundeslandes, ist demzufolge nicht mal eben per Katzensprung erreichbar. Wobei, wer weiß, wir leben ja im Gentechnik-Zeitalter, wer weiß ob nicht mal irgendwann eine Katze erschaffen wird (oder bereits existiert), die mal eben von Dortmund nach Aachen springen kann. Noch ein paar weitere Gene ausgetauscht und schon hat man eine Katze mit Trageplattform oben drauf, wo 6 Leute bequem sitzen können (meinetwegen mit Anschnallgurten, wegen der Sicherheit), und schon hätte man ein praktisches neues Transportmittel. Ließe sich natürlich nicht nur zwischen Dortmund und Aachen einsetzen, ich würde mal ganz kapitalistisch sagen dass die Nachfrage das Angebot bestimmt, wobei das Ganze natürlich auch irgendwie reguliert werden muss, damit die ganzen Katzen beim Springen nicht gegeneinander geraten und dann so Sachen machen, die Katzen eben so machen, wenn sie aneinander geraten. Ist für die Passagiere mit Sicherheit (da wäre er wieder, der Sicherheitsaspekt) nicht so angenehm. Aber da so ein Katzensprung natürlich auch bedeutend weniger Zeit in Anspruch nimmt als eine ordinäre Zugfahrt, ließe sich bestimmt ein ausgeklügeltes System finden, wie man per Katzensprung so ziemlich jeden Ort der Welt erreichen kann, ohne dass die Katzen sich in die Quere kommen. Natürlich muss man zwischendurch auch mal die Katze wechseln, ein einzelner Katzensprung reicht ja schließlich gerade mal für die Strecke Dortmund-Aachen. Von Dortmund nach Timbuktu beispielsweise müsste man um die 30mal umsteigen, was auch nicht gerade wirtschaftlich erscheint. Da bietet sich natürlich ein ausgeklügeltes Katzensprung-System an, das verschiedene Katzen für Regional- bis Interkontinentalsprünge erlaubt, mit zentralen Knotenpunkten. So würde man von Dortmund beispielsweise erst mit der Regionalkatze nach Düsseldorf, von dort die Europakatze (in mehreren Sprüngen) nach Südspanien, wo man noch schnell mit der Gibraltarkatze das Mittelmeer überquert und dann mit der Afrikakatze in mehreren Sprüngen nach Timbuktu kommt. So braucht man lediglich 4 Katzen. Ihr seht, ist alles machbar und auch preislich deutlich unter dem Niveau der herkömmlichen Reisewege. Wenn ich's mir so recht überlege, könnte das System tatsächlich so einige Logistikprobleme lösen. Ich werde demnächst son Crowdfunding-Gedöns starten und mir einige fähige Gentechniker (und ein paar Katzen zu Versuchszwecken) suchen. Bis zur Marktreife wird es aber noch dauern, deswegen heute erstmal noch mit dem Zug nach Aachen.
Keine Ahnung, wie es Katzen mit dem Nikotin halten. Vielleicht gibt es ja spezielle Raucher-Plätze auf den Katzen. Problematisch dabei: Die sind von den Nichtraucherplätzen ungefähr so weit entfernt wie dieses Nichtraucherschild vom Raucherbereich am Aachener Hauptbahnhof.
Heute Labelfest von Rockstar Records in Aachen. Alias "Trash The City". Findet statt im AZ, mit dabei No More Art, die ich recht toll finde, sowie Toys That Kill, die alle anderen ganz toll finden, und Modern Pets, die auch immer für nen Schmunzler gut sind. Außerdem ein Geheimact, der hier auf diesem Hinweisschild ersichtlich ist.
Geht los mit dem Soundcheck von MODERN PETS, als wir pünktlich zu Beginn den Laden betreten. Also nochmal raus, zur Theke, es gibt alkoholfreies Bier für 1,50, juhu, und wieder zurück in den Konzertraum, und das Konzert geht los. Is doch okay, so vom Timing her.
Achja, was ich eigentlich statt der obigen Katzensprung-Einleitung noch erwähnen wollte: Das AZ Aachen ist ja son alter Bunker und neuerdings kaum wieder zu erkennen, da direkt darüber ein freshes Hostel einer großen Kette errichtet wurde. Oben also moderne Optik mit frisch gestrichenen Wänden, unten der alte Siff-Charme. Cool! So lange sich keiner an dieser Koexistenz stört...
Zurück zu den Modern Pets. Hier ein Schlagzeugerfoto. Von ihm kam auch eine Ansage, die irgendwas mit nem Typen, der im Knast arbeitet, zu tun hatte und vermutlich anspielen sollte auf jüngste Diskussionen, nach denen eine Mitarbeiterin einer Jugendvollzugsanstalt des Ladens verwiesen wurde. Perfekte Möglichkeit durch eine gewitzte Ansage die AZ-Leute etwas anzupissen - wenn man denn was verstehen würde. Leider sprechen die Modern Pets ausschließlich schwäbisch, also hab ich keine Ahnung was es mit dem Knast-Arbeiter auf sich hatte.
Weitere Ansagen versprechen irgendwas mit nem neuen Album und neuen Songs, was aber egal ist, da die Modern Pets eh nur einen Song spielen, nur eben auf Konzertlänge. Ich dachte ja immer, ich würde einige Lieder der Modern Pets kennen, aber heute klingt tatsächlich alles gleich. Ist aber auch egal, Musik ist nicht wichtig, der Style ist entscheidend! Und in Fashion-Fragen liegen die Modern Pets natürlich ganz weit vorne. Die engen Hosen sind optisch nicht weit vom Bodypainting entfernt, die Kreolen betonen den maritimen Flair und zur perfekten Piraten-Optik fehlt eigentlich nur noch das Holzbein.
Der Style-Sheriff jedenfalls ist äußerst begeistert vom Auftritt der Berliner Medienschwaben. Perfekter Auftakt zur Aachen Fashion Week. Bleibt die Frage, ob der Pirat von heute eher die Rüschen-Kollektion bevorzugt, oder ob es doch eher etwas maskuliner sein kann. Zumindest die Kreolen sind in der 2014er Sommermode ganz weit vorne, soviel sei sicher.
Anschließend warten wir auf No More Art, es finden sich aber stattdessen dann doch TOYS THAT KILL auf der Bühne wieder. Eine Band, die mir zwar ein Begriff ist, mit der ich mich aber nie groß auseinander gesetzt habe. Nachfolgeband von F.Y.P. und mit dem charismatischen Frontmann Todd Congelliere gesegnet
Pop-Punk kann man das Ganze grob nennen. Mit schöner Geschwindigkeit, wunderbar catchy dabei, gefällt. Weckt in mir Assoziationen an Bands wie The Copyrights, The Descendents, Teenage Bottlerocket und Ähnliches, also eher weniger dieser 90er Collegerock-Stil.
Noch viel mehr erinnert mich das verblüffenderweise an "Underground Railroad to Candyland", was die einzige Band aus dem Todd-Congelliere-Universum darstellt, von der ich Lieder kenne. Insbesondere hab ich ständig "Yuppie Hiphop Ad" im Ohr, da gibt es so eine unglaublich einprägsame Textzeile, von der ich nicht einmal weiß, ob ich sie überhaupt richtig verstehe, irgendwas mit "I'm Charlie Brown and my leg hurts". Aber is eigentlich auch egal, ich wollte nur irgendwie das Thema "kaputte Beine" im Bericht unterbringen.
Ich find den Auftritt jedenfalls super, und der Rest der Anwesenden sowieso. Der Style-Sheriff ist etwas enttäuscht wegen der betont zur Schau gestellten Unauffälligkeit der Protagonisten, lediglich das Stirnband von Todd fällt positiv ins Gewicht, bringt es doch noch etwas mehr Piraten-Flair in den Abend.
Ja doch, kann was, hat sich die Anreise ja doch mal gelohnt. Gibt auch noch sowas wie ne Ballade, die der Gitarrist hier singt. Er scheint auch sonst ein aufgeweckter Zeitgenosse zu sein, die Rufe nach Zugabe am Ende beantwortet er zumindest mit irgendwelchen wirschen Sätzen, die zwar nicht schwäbisch, aber für mich trotzdem schwer zu verstehen sind. Quintessenz war jedenfalls, dass es statt ner Zugabe später noch Muffins mit Zimt gibt. Das ist okay. Piraten mögen Muffins.
Danach raus, Raucherpause. Solange man lebt, soll man rauchen. Vielleicht ließe sich das Problem mit der Raucherzone auf den Katzen auch irgendwie dadurch lösen, dass man durch weitere gentechnische Veränderungen die Ernährung der Katzen komplett auf Nikotin umstellt, und wenn sie dann Blähungen haben, kommt hinten astreiner blauer Dunst raus. Müssen die Rauchersitze also nur in der Nähe des Hinterteils positioniert werden. Okay, wären dann keine Rauchersitze sondern Passivrauchersitze, aber aus Gründen der Sicherheit würde ich das Hantieren mit aktiven Zigaretten sowieso nur mit Vorsicht genießen.
Derweil gibt's drinnen die große Tombola-Auslosung. Am Eingang konnte man Lose kaufen, und nun gibt es verschiedenste Gewinne zu erstehen. Skateboard-Decks, Socken, Platten, Shirts und so weiter. Markus gewinnt irgendwas, ist aber nicht da als seine Nummer gezogen wird, also kriegt es wer anders. Die arme Sau. Vielleicht hätte er ja auch die Chance auf ein neues Paar Skatersocken gehabt. Nunja. Die Tombola-Ziehung zieht sich etwas (hohoho), aber immerhin packt der Tonmensch noch ein paar irre witzige Effekte aufs Mikro, und dann müssen alle lachen. Der helle Wahnsinn.
Nächste Band: NO MORE ART. Die standen anscheinend im Stau und schafften es nicht rechtzeitig zum Fest, stehen deswegen jetzt später auf der Bühne als geplant. Jegliche Verschiebung passt uns eigentlich ganz gut in den Kram, schließlich ist unsere Rückfahrt-Verbindung erst um 2:53 angesetzt (mit Katzen wäre das nicht passiert) und die Zeit will ja überbrückt werden.
Auch hier wieder: Pop-Punk. Mit höherer Betonung auf "Punk" und auf viel Druck dahinter. Aber so wirklich zünden will der heutige Auftritt nicht, was ich etwas schade finde. Komisch abgemischt, Gesang zu laut, und die Songs werden gefühlt doppelt so schnell wie auf Platte gespielt, wodurch so einiges an Melodie verloren geht. Dabei sind die Melodien doch nicht gerade unwichtig!
Sängerin Milo ist auch bei der Soul-Rock-Punk-Irgendwas-Kombo "Rhonda" aktiv, die uns im letzten Jahr beim Wilwarin ganz gut rein ging. Nur wussten wir damals nicht, dass sie auch bei NMA (New Model Army? Genau!) singt. Witzig. Nun also hier in etwas punkigerem Gewand. Gefällt mir dann doch besser.
Von den musikalischen Ergüssen der Band kann man sich übrigens unter http://nomoreart.bandcamp.com/ überzeugen lassen. Also, ich finds ja super. So für Freunde von Terrible Feelings, Worriers, No Weather Talks und sowas halt. Live find ich's heute, wie gesagt, zwar ganz gut aber doch irgendwie etwas enttäuschend. Hm.
Großartig der Gitarrist! Der rockt total ab, springt hin und her, ohne Rücksicht auf Verluste, zwischendurch verhakt sogar seine Gitarre mit einem von der Decke hängenden Kabel, scheint ihn aber nicht zu stören. Nicht ganz deuten kann ich seine Beziehung zu diesem Tisch, der von einer neben der Bühne platzierten Kindergartentruppe immer wieder auf die Bühne geschleppt wird. Aber ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass es da einen tieferen Sinn gab, also enthalte ich mich ausgedehnter Interpretationen.
Nunja. No More Art. War okay, will ich auf jeden Fall nochmal sehen, vielleicht wird's ja dann besser. Der Auftritt war ja auch nicht unbedingt schlecht, nur hatte ich mir irgendwie mehr erhofft. Nunja. Dem Rest des Publikums scheint's aber auch ganz gut ins Ohr zu gehen.
Nächste Band: Der Secretgeheimüberraschungsact. Legt man zugrunde, dass im Zuge der Toys-That-Kill-Tour auch einige Auftritte von F.Y.P. stattfinden, ist die Überraschung gar nicht mal soo groß, aber dafür immerhin die Freude bei einigen der heutigen Anwesenden. Gleiche Besetzung wie Toys That Kill (nur diesmal Todd ohne Hemd - was sagt der Style-Sheriff dazu?), nur andere Lieder, und ein euphorischeres (und betrunkeneres) Publikum.
Musik: Eigentlich auch genau die selbe Suppe wie zuvor. F.Y.P. (alias Five Year Plan) waren 10 Jahre lang von 1989 bis 1999 aktiv, brachten dann ein Album namens "Toys That Kill" heraus und gründeten direkt die gleichnamige Band. Warum auch immer man sowas macht, vermutlich war's ne Schnapsidee. Vielleicht war die Besetzung auch tatsächlich mal ne andere, kann ich nix zu sagen, weiß ich nicht.
Die Musik jedenfalls würde ich nicht wirklich als anders bezeichnen, außer dass F.Y.P. mir noch etwas mehr ins Ohr gehen, was aber auch daran liegen mag, dass plötzlich der halbe Saal textsicher alles mitgrölt und mir damit im Ohr liegt. Teil des halben Saals ist auch er hier, sonst aktiv bei den Pricks aus Schweden (die auf Rockstar Records mal ne Split mit Underground Railroad to Candyland hatten, verdammte Vetternwirtschaft) und heute in seiner Funktion als Tourmanager auch mal ans Mikrofon darf. Wie viele Katzensprünge sind es eigentlich von Schweden nach Aachen?
F.Y.P haben ein schier unglaubliches Konzept: Es werden 1-2 Songs gespielt, danach geht die Band nacheinander von der Bühne. Und das Publikum macht die Scheiße tatsächlich mit! Da wird nach Zugabe und "one more song" gebrüllt, wahnsinn, und irgendwann kommt die Band wieder, spielt noch 3-4 Lieder und geht wieder von der Bühne, bleibt auch direkt einige Minuten fort, während die Zuschauer fleißig nach Fortsetzung schreien, kommen für 3-4 Lieder wieder - und-so-weiter. Ich weiß nicht ob ich das lustig finden soll, aber ich lache trotzdem.
Zuschauer. Wie gesagt, alle happy happy toletti, kennen die Lieder (was ich nicht tu) und singen, tanzen, fingerpointen fleißig mit, das macht beim Zuschauen schon Spaß. Ich glaube, ich sollte meine F.Y.P-Lücke mal schließen, scheint ja doch ne ganz geile Band zu sein.
Noch ein Blick von weiter hinten, damit man sieht, wie euphorisches Publikum um 2 Uhr nachts bei der fünften Zugabe aussieht. Eine Wonne.
Rückfahrt. Wir sind länger als ein Katzensprung unterwegs, aber Mama Steffi hat nicht nur Brötchen geschmiert sondern sogar ein Uno-Kartenspiel dabei, was uns die ganze Fahrt versüßt und direkt Laune macht auf die nächste muntere Klassenfahrt. So für das gesellschaftliche Miteinander sind Züge ja doch etwas besser als Katzen, muss ich zugeben.

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