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Groezrock Festival 2014 Tag 2: Crazy Arm, Snuff, Screeching Weasel, All, Fabulous Disaster, Apologies, I Have None, Modern Life Is War, Elway, The Priceduifkes, Get Dead, 03.05.2014 in Meerhout (BE), Acker - Bericht von Fö

Groezrock Festival 2014 Tag 2, 03.05.2014 in Meerhout (BE)

Zweiter Tag vom Groezrock Festival! Gestern war ja recht stressig, heute deutlich weniger Bands auf meinem Pflichtzettel - aber immer noch genug, um den Tag zu füllen.
Geht los mit Frühstück, wie sich das gehört. Die Nacht war kalt, aber glücklicherweise ist keiner erfroren. Und immerhin ist das Bier jetzt nicht mehr so warm. Und für heute ist, zumindest tagsüber, das bessere Wetter angekündigt: Die Sonne soll zwischendurch sogar durchkommen! Juhu!
Schleichwerbung am Rande. Am zweiten Tag schien der komplette Boden inner- und außerhalb des Festivalgeländes mit Flyern vom Ruhrpott Rodeo gepflastert zu sein. Da hat wohl jemand ganze Arbeit geleistet. Ich hoffe ja lediglich, dass die Betontod-Sticker zur Befestigung der Poster nur Zufall sind...
Große Bühne, erste Band: GET DEAD! Zwar erst vor wenigen Tagen in Essen gesehen, aber was gut ist lässt sich ja wiederholen. Die Band sieht nicht gerade ausgeschlafen aus, aber, wenn wir ehrlich sind, würde mich auch wundern wenn die mal irgendwann nicht verkatert sind. Wie bisher jeder Auftritt, den ich von ihnen gesehen habe, wird auch heute wieder mit "Bartender" begonnen.
Netter Auftritt, aber kleine Bühne und verrauchte Kellerräume stehen ihnen dann doch besser. Lecker whiskey-geschwängerter Punkrock, Hits haben sie auch, aber so wirklich überspringen will der Funke nicht, erst gen Ende finden sich einige Feierwütige und brüllen fleißig zu "This one's for Johnny" mit.
Schnell noch ein Foto mit dem Tablet machen - check.
Der Kräuterlikör mit dem Hirsch ist übrigens auch da und setzt Statements: Falls jemals jemand der Meinung war, Jägermeister hätte nen guten Geschmack, sollte er sich mal die Musikauswahl beim Groezrock-Stand antun. Aua.
Weil noch ein wenig Zeit ist, kurz rüber zur dritten Bühne, um endlich auch mal ne unbekannte Band auszuchecken. Aber Pustekuchen, das Zelt ist schon proppevoll und THE PRICEDUIFKES werden ziemlich amtlich gefeiert! Könnte daran liegen, dass sie aus Belgien kommen. Gab es überhaupt sonst noch Bands aufm Groezrock, die aus Belgien kamen?
Zu hören gibt es Pop-Punk, Ramones-Style. Sind schon seit gut 10 Jahren aktiv und selbst fleißige Besucher des Groezrock, wie sie betonen. Überhaupt: Netterweise werden die meisten Ansagen auf englisch geboten, so dass auch das internationale Publikum folgen kann. Das dargebotene Material macht Laune und geht in die Beine, die Stagediver hingegen gehen eher auf die Arme. Höhö.
Einen Fanclub scheinen sie auch zu haben: Die PDS-Jugend! Ich dachte, die PDS gibt's nicht mehr? Egal. Fans und weitere Konzertbesucher machen jedenfalls gut Party. Dabei haben wir gerade mal Mittags!
...trotzdem bleibe ich nicht lange, es muss alsbald zurück gehen zur großen Bühne, pünktlich zu ELWAY! Die hab ich ja bisher live immer aus den unterschiedlichsten Gründen verpasst, heute dann also hier endlich die Chance. Zu große Bühne, is klar, kommt aber trotzdem besser als zuvor Get Dead. Vielleicht auch, weil das Zelt mittlerweile ganz ordentlich gefüllt ist.
Gibt vermutlich keinen, der so viele Bands auf dem Groezrock gesehen hat wie Sänger Tim Browne. Zumindest hab ich ihn gestern bei so gut wie jeder Band seitlich oder vor der Bühne gesehen. Er scheint ja ganz glücklich zu sein hier. Bedankt sich auch artig für die "biggest show ever" und freut sich über jeden Mitsingwilligen - und das sind einige!
Schöner Auftritt. Musik geht ins Ohr, und so langsam verflüchtigt sich die Müdigkeit. Zwischendurch noch eine Ansage bezüglich der Vergleichbarkeit von Lostprophets und Casualties, die ich wegen Sprachbarriere zwar nicht ganz verstanden habe, aber vermutlich angebracht war.
Und wieder zur dritten Bühne, wo FABULOUS DISASTER ihren Auftritt schon begonnen haben. Die gibt's eigentlich seit 7 Jahren nicht mehr, aber weil sie sich nie offiziell verabschiedet haben, gibt's posthum noch ne Tour im Ursprungs-Lineup - so hab ich's zumindest verstanden. Nett. Punkrock der alten Schule, dadurch heben sie sich ja schon etwas vom Großteil des Groezrock-Programms ab.
Kurzweiliger Auftritt, sehr energiegeladen. Leider kenne ich kein einziges Lied der Riot-Grrrl-Größe - aber macht nichts, man kann ja nicht alles kennen. Das sind also 4 der insgesamt 6 weiblichen Musiker, die heute beim Groezrock spielen. In welchen Bands waren eigentlich die anderen beiden?
Anschließend erzähle ich Jenz, dass mein Groezrock-Bericht mit Sicherheit nicht ganz so unterhaltsam sein wird wegen der Überrepräsentiertheit von Band-Fotos. Sein Gegenvorschlag: Ein Selfie-Foto. Okay. Besser so?
Rüber zur zweiten Bühne. Das ist die, die meist sträflich ignoriert wird, weil hier eher wenig spielt was mich interessiert. Heute beispielsweise ein paar Christcore-Bands. Urgs. Vorher aber noch APOLOGIES, I HAVE NONE - na, da kann man dann aber doch mal nen Blick riskieren. Ich fand das Album "London" ja damals ziemlich großartig, hab dann aber irgendwie ziemlich schnell auch wieder die Lust daran verloren. Ähnlich ergeht es mir beim heutigen Auftritt.
Die Band hat ja kürzlich einen Sänger und Gitarristen verloren, weswegen der Hagere jetzt die Frontmann-Rolle alleine ausfüllen muss. Klappt so leidlich. An der zweiten Gitarre dafür er hier. Für ein paar Songs kommt auch noch ne dritte Gitarre hinzu, die irgendson Hippie mit langen Haaren spielt.
Ah, da isser zu sehen. Giles von Great Cynics war das laut Facebook (als Musikjournalismus-Profi muss man ja zwischendurch auch mal recherchieren). AIHN spielen ihre üblichen, mit oooh-hoo-hoo-Chorälen vollgepackten Hits. Was von der neuen EP "Black Everything" war da auch dabei, mit der konnte ich mich aber bisher nicht wirklich anfreunden - zu sphärisch, zu getragen. Ihr seht, mein Interesse an dieser Band hat ne kurze Halbwertszeit.
Danach ist erstmal nichts, was ich mir im Zeitplan angestrichen hatte. Also kurzerhand zum Zeltplatz, Durst und Hunger stillen, was man da halt so macht. Auf dem Weg (also, wirklich AUF dem Weg!) begegnen wir noch einem Pimmel, aus dem Herzen geschossen kommen. Ganz geil.
Blick auf unser Camp. Wir betreiben Separation.
Und wieder zum Gelände, um pünktlich zu SNUFF wieder vor der Bühne zu stehen. Pflichttermin! Die Engländer mal wieder bestens gelaunt und so wird sich fröhlich durchs Set gepop-punkt. Ich bin, mal wieder, mehr als begeistert. "Von Platte" höre ich Snuff ja zugegebenermaßen eher selten, aber live macht das einfach Spaß.
Sänger und Schlagzeuger Duncan Redmonds. Hatte der schon immer solche Augenringe? Alter Verwalter...nunja, so lange seine nasale, stetig an der Grenze zur Heiserkeit vorbeischlingernde Stimme erhalten bleibt...
Zwischen den Songs gibt's immer wieder etwas Schabernack zwischen den Bandmitgliedern und auch mit dem Publikum. Wobei mir das heute etwas gedrosselt erscheint, vielleicht wegen der kurzen Spielzeit von nur 45 Minuten? Aber warum wurde dann schon 8 Minuten vor Schluss die Bühne verlassen?
Egal. Vorher die Überportion Hits, vor der Bühne wird fleißig getanzt und Arme geschwungen, tolle Band, diese Snuff.
Anschließend laufen mir nacheinander Caddy, Mariella und Bart über den Weg, die alle nur für einen Tag hier sind. Lohnt ja, schließlich spielen gleich All. Vorher mixt Mariella aber noch schnell Cuba Libre am Auto. Nobel nobel!
Dann aber: ALL! Die Band, von der ich noch viel weniger gedacht hätte, dass ich sie mal live sehen werde, als beispielsweise Descendents. Aber wenn die einen eh grad Europa betouren, können die anderen ja auch mal eben ins Handgepäck gesteckt werden. Also eigentlich nur er hier: Chad Price alias der Dude. Sänger und einziger Nicht-Descendent bei All.
Von dieser Band kenne ich allerdings noch weniger Lieder als beispielsweise von den Descendents, macht aber nix, weil die Songs trotzdem schön ins Ohr gehen. Einziges Manko: Es ist so leise, dass man sich vor der Bühne ohne Probleme unterhalten kann. Der Mischer meinte wohl, nach all den Krach-Bands habe das Publikum mal etwas Ruhe verdient. Total einleuchtendes Argument.
Der Auftritt geht irgendwie trotzdem ziemlich schnell rum, ohne sonderliche Highlights. War okay, kann man machen, aber ich hatte mir mehr erhofft. Immerhin Caddy und Mariella kommen auf ihre Kosten, als sie gemeinsam zu "She's my ex" tanzen...
Schnell noch ein Foto mit dem Tablet machen - check.
Danach: SCREECHING WEASEL! Erstes und einziges Europa-Konzert des Poppunk-Urgesteins rund um Ben Weasel. Dementsprechend freuen sich hier viele darauf - ich zugegebenermaßen auch, aber nur aus Interesse, Songs der Band kenne ich nämlich nicht wirklich.
Ich weiß auch nicht, inwiefern man "Band" sagen kann, so oft wie da schon irgendwelche Mitglieder ausgetauscht wurden. Zuletzt wurde Ben ja von der kompletten Band verlassen, keine Ahnung wer die neuen Musiker sind, ist aber eigentlich auch egal.
Die alten sind damals gegangen, weil Ben Weasel auf der Bühne ne Frau schlug. Passt zu seinem Image als Bad Boy, aber ohne die Begleitumstände zu kennen will ich da mal nicht drüber urteilen. Musik jedenfalls macht der Fünfer ganz ordentlich, geht schön in die Beine und die Leute feiern's ab.
Außerdem ist Ben Weasel der einzige Künstler auf dieser Bühne, der auch mal ein paar Worte zum Bühnensponsor sagt, wodurch er in meiner Achtung steigt. Auch wenn ich bei seinem Gefasel kaum durchblicke, es ging irgendwie um ein Energydrink-Endorsement, als dessen Resultat Ben mit Glatze und dicken Hoden zurück gelassen wurde, das alles mit triefendem Sarkasmus vorgetragen. Energydrink, wenn ich das schon höre ey...
Am Schluss gab's auch noch ein paar Worte zu oben erwähntem Zwischenfall und zu "falschen Freunden" und sowas. Da kann ich wieder nichts zu sagen, finde es auch etwas befremdlich, wie sehr dafür applaudiert wird, da hier vermutlich niemand weiß, welche Partei denn nun im Recht ist, aber nunja. Abgesehen von der zwiegespaltenen Persönlichkeit Ben Weasel haben wir ja doch ein schönes Poppunk-Konzert gesehen...
Danach kurz bei der dritten Bühne vorbei schauen. MODERN LIFE IS WAR spielen. Wurden mir von verschiedenen Seiten ans Herz gelegt. Musik is auch ganz amtlich, die Punk/Hardcore-Schiene der moderneren Sorte, aber nicht zu nervig. Lediglich die etwas getrageneren, an Touché Amoré erinnernden Songs, wollen mir nicht so wirklich ins Gehör. Beim Bandnamen muss ich übrigens immer an den Tackleberry-Song "Modern Wife Is Law" denken, warum auch immer.
Wie auch immer. Ein Besuch dieser Bühne lohnt ja eigentlich immer, zumindest wenn eine Band der härteren Gangart spielt, und mit genügend Sicherheitsabstand. Was da vorne abgeht ist echt nicht in Worte zu fassen. Ständig laufen Leute quer über die Bühne und stürmen volle Möhre ins Publikum, egal ob sie wer auffangen will oder nicht, ein einziges Sammelsurium von Körperteilen - aber von Verletzten hab ich echt nichts mitgekriegt! Einige wirken leicht benommen wenn sie sich wieder aufrichten, aber ach, bisschen Schwund ist ja immer.
Nu aber rüber zur allerkleinsten Bühne und zur besten Band des Tages: CRAZY ARM! Fantastische Band, die es tatsächlich schafft, Punk und Folk so zu verbinden, dass das Ergebnis nicht übertrieben-fröhlich oder peinlich-hippiesk rüber kommt, sondern irgendwie ungemein stimmig. Und der Auftritt heute: ein Traum! Fängt schon gut an mit dem zunächst ohne Instrumente vorgetragenen "The Valley Of Weeping" (übrigens mein Ohrwurm des Tages)
Liegt auch daran, dass man förmlich spürt, wie viel Bock die Band hat, hier auf der Bühne zu stehen, und wie viel Freude es ihr bereitet, dass sie so zahlreiche Besucher anlocken konnte. Sind ja auch schon seit Donnerstag beim Groezrock vor Ort (da gab's ein Akustikset, das ich leider verpasst habe), wirken auf der Bühne aber frisch wie grad ausm Sauerstofftank gekrochen.
Kürzlich haben Crazy Arm ja ein Akustikalbum rausgebracht, das ich durchweg großartig finde - und das, obwohl ich doch mit Akustikgitarren in der Regel wenig anfangen kann. Auch davon gibt's heute was zu hören und dafür wird sogar Banjo und Akustikgitarre rausgeholt.
Ansonsten aber die voll verstärkte Punkrock-Party. Starker souliger Gesang, mitreißende Refrains, vom Feinsten, alles super. "Still to keep", "Song of Choice", "Broken by the wheel", alles großartige Songs, und so voller Inbrunst und Gefühl vorgetragen, hach.
Publikum (außer er da rechts) auch sehr begeistert, es wird fleißig mitgesungen und -geklatscht, astreine Stimmung. Das hätte so auf ner großen Bühne bestimmt nicht geklappt, von daher danke an die Verantwortlichen, Crazy Arm auf die kleine zu packen. Absolut empfehlenswert. Sind übrigens noch ein wenig mit Larry & His Flask auf Tour, unbedingt hingehen!
Die Sonne geht unter! Danke an Linda für dieses atmosphärische Foto. Wobei, is' bestimmt mit Instagram-Filter. Da Linda schon etwas kränkelt und wir nicht wirklich Bock haben, uns die nun folgenden Bands (u.a. Hives und Offspring) noch zu geben, beschließen wir, schon jetzt die Heimreise anzutreten.
Parkplatz-Idylle. Abschließend ein Fazit? Okay. Hm. Groezrock. Tolles Festival, das vor allem durch das Line-Up einfach nur gewinnt. Zeltbühnen find ich auch super und gemütlicher. Der Sound allgemein besser als ich ihn in Erinnerung hatte, gesehene Bands waren super. Aber was das Drumherum betraf, da konnte das Groezrock nicht wirklich aus der Masse an Festivals hervor stechen. Und Masse ist das richtige Stichwort, mir ist das einfach zu groß. Pluspunkte für den internationalen Charakter und die gelungene Bandauswahl.
Ab auf die (beleuchtete) Autobahn. Vielleicht bis nächstes Jahr, vielleicht nicht, aber man sieht sich. Gute Nacht.

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(Meerhout (BE), 03.05.)
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Roland der Voland
(Roland der Voland)
08.05.2014 10:38
Die Auftritte von IGNITE und H2O waren übrigens auch sehr zu empfehlen.

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